Vortrag zur Geschichte, Aufarbeitung und zum Umgang mit Human Remains
Im 20. Jahrhundert wurden an der Frankfurter Universitätsnervenklinik Gehirne und weitere Organe von Verstorbenen gesammelt, wissenschaftlich untersucht und in der Lehre eingesetzt. Mit zunehmendem zeitlichen Abstand gerieten Herkunft, Entstehungskontexte und historische Verantwortlichkeiten dieser Sammlung in den Hintergrund. In einem mehrjährigen Forschungsprojekt hat Dr. Moritz Verdenhalven im Auftrag des Fachbereichs Medizin, des Präsidiums der Goethe-Universität sowie der Universitätsmedizin Frankfurt die Geschichte der neuropathologischen Sammlung untersucht. Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Frage, ob sich darunter Präparate von Opfern der nationalsozialistischen „Euthanasie“ befinden und welche ethischen Konsequenzen sich daraus für den weiteren Umgang mit der Sammlung ergeben. Begleitend entsteht in Kooperation mit dem Senckenbergischen Institut für Geschichte und Ethik in der Medizin sowie der Koordinatorin der Sammlungen der Goethe-Universität eine Handreichung zum Umgang mit Human Remains. Der Vortrag stellt die Ergebnisse des von 2022 bis 2025 durchgeführten Forschungsprojekts vor.
Dr. Moritz Verdenhalven ist Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universitätsmedizin Frankfurt und leitet dort die Arbeitsgruppe Geschichte der Psychiatrie. Er ist Gründungsmitglied des Arbeitskreises Erinnerungskultur zu Human Remains in wissenschaftlichen Sammlungen. An der Goethe-Universität wurde auf Initiative des Präsidiums der Goethe-Universität eigens das Forum Universitätsgeschichte gegründet, das Projekte zur Aufarbeitung der Geschichte der Universität und ihrer Sammlungen zusammenführen und verfügbar machen wird. Auch das Projekt zur Provenienz der Sammlung der Frankfurter Nervenklinik ist Teil dieses entstehenden Netzwerks.
Zeit: Dienstag, 17. Februar 2026, 18:15 Uhr
Ort: Hörsaal der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Haus 93, Heinrich-Hoffmann-Straße 10, 60528 Frankfurt am Main
Thema: Historische Aufarbeitung der neuropathologischen Sammlung und ethischer Umgang mit Human Remains
Organisatorische Hinweise:
Die Veranstaltung ist öffentlich. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.