Die Ausbildung der Studierenden in der Medizin stellt eine Kernaufgabe des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene dar.

Die mikrobiologischen und krankenhaushygienischen Lehrinhalte und Lernziele einschließlich der rationalen Antibiotikatherapie orientieren sich an dem Nationalen Lernzielkatalog Medizin und werden in den Praktika anhand klinischer Fallbeispiele erarbeitet. Im Praktikum wird die infektiologische Differentialdiagnostik durch die Studierenden selbst (zum Teil auch an eigenen Untersuchungsmaterialien) durchgeführt, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf das Verständnis von Präanalytik, Analytik und auf die Bewertung mikrobiologischer Befunde gelegt wird.

Begleitend findet eine systematische Hauptvorlesung mit wöchentlich wechselnden Schwerpunktthemen statt. Diese dient dem Erwerb der relevanten Grundkenntnisse in Epidemiologie, Übertragung, Pathogenität, Diagnostik, Therapie und Prävention von Infektionserkrankungen. Darüber hinaus stehen zusätzliche elektronische Lernmaterialien zu besonderen Schwerpunktthemen zur Verfügung.

Zum Abschluss des Praktikums führt das Institut zur Förderung der Kommunikations- und Teamfähigkeit der Studierenden eine fallbasierte digitale Teamprüfung mit key feature-Fragen durch, die nur gemeinsam von zwei Studierenden bearbeitet und bestanden werden kann (sog. „Murmelklausur“).

Im Querschnittsbereich 4 „Infektiologie“ werden in einer interdisziplinären Veranstaltung in Kollaboration mit Dozenten aus klinischen Fächern infektiologische Fragestellungen interdisziplinär bearbeitet. Die klinisch orientierten Themen reichen von der Einordnung unspezifischer klinischer Symptome (z.B. Fieber) über infektiologisch relevante Grundlagen (z.B. Biofilmbildung) bis hin zu täglich wiederkehrenden infektiologischen Problemen (z.B. Umgang mit Patienten bei Nachweis multiresistenter Erreger).

Viele Studierende sitzen in Zweiergruppen jeweils vor einem Tablet in einem großen, modernen Prüfungssaal in Haus 10A.
Murmelklausur im Lehr-, Lern- und Prüfungszentrum Medicum

Die mikrobiologischen und krankenhaushygienischen Lehrinhalte und Lernziele einschließlich der rationalen Antibiotikatherapie des Nationalen Lernzielkatalog Zahnmedizin im Rahmen eines fallbasierten Praktikums vermittelt, damit die Studierenden der Zahnmedizin fundierte Kenntnisse im Bereich der Infektionsmedizin erwerben.

Die infektiologische Differentialdiagnostik wird von den Studierenden selbst (zum Teil an eigenen Untersuchungsmaterialien) durchgeführt. Hierbei liegen neben dem Verständnis von Präanalytik, Analytik und der Bewertung mikrobiologischer Befunde Schwerpunkte auf den Bereichen Diagnostik und Therapie von dentogenen Infektionen und Infektionserkrankungen im Mund- Nasen- und Rachenraum sowie „Infektionen, die die allgemeine Gesundheit der Patienten beeinträchtigen“.

Das Praktikum wird von einer systematischen Vorlesungsreihe mit wöchentlich wechselnden Schwerpunktthemen begleitet.

Eine Erfolgskontrolle findet am Ende des Semesters in Form einer fallbasierten Digitalprüfung mit key feature-Fragen statt.

Das Institut führt zahlreiche Lehrveranstaltungen für Gesundheitsfachberufe in Kooperation mit dem Gesundheitscampus der Universitätsmedizin Frankfurt Rhein-Main durch. In den „Hebammenwissenschaften“ findet ein auf die spezifischen Themeninhalte fokussierter, mikrobiologisch-krankenhaushygienischer Unterricht statt. Weiterhin fungiert das Institut als praktische Ausbildungsstätte für die Medizinische Technologie-Labor (MT-L)-Ausbildung nach MTBG und MT-APrV.

Für Studierende der Pharmazie werden Blockpraktika mit einer begleitenden Vorlesung zu allgemein bakteriologischen Themen, Antibiotikatherapie sowie verschiedenen mikrobiologischen Untersuchungsverfahren (z.B. Prüfung auf Reinheit) veranstaltet.

Ein interdisziplinäres und interprofessionelles Blockpraktikum wurde zusammen mit der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin entwickelt. Die wesentlichen Lernziele sind die Diagnostik von schweren Infektionen am Patientenbett und im Labor, die rationale Antibiotikatherapie sowie krankenhaushygienische Aspekte und die interprofessionelle Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen. In der einwöchigen ganztägigen hands-on-Veranstaltung begleiten die Studierenden in Kleingruppen einen Patienten in klinischen Visiten (einschließlich ABS-Visite) auf einer operativen Intensivstation und führen in den diagnostischen Laboratorien der Mikrobiologie und Pathobiochemie die Untersuchungsgänge der von ihnen selbst entnommenen Patientenproben bis zur Befunderstellung eigenständig durch.

Weitere Informationen finden Sie unter: Wahlpflichtfach "Schwere Infektionen auf Intensivstation"

Am Zentrum der Hygiene der Universitätsmedizin Frankfurt besteht die Möglichkeit für Studierende der Humanmedizin, eine Famulatur sowie das Wahltertial im Praktischen Jahr (PJ) zu absolvieren. Hierbei wird das gesamte Spektrum der state-of-the-art-Diagnostik von Infektionserkrankungen unter Einsatz modernster Technologien in unseren akkreditierten Laboratorien (inkl. des Hochsicherheitslaboratoriums der Stufe BSL-3) vorgestellt.

In enger Zusammenarbeit mit zahlreichen klinischen Abteilungen nehmen die Studierenden an klinischen Visiten sowie an interdisziplinären klinischen Fallbesprechungen sowie an der Impfsprechstunde  teil. Darüber hinaus bieten wir eine Tätigkeit im Studierendenpraktikum und das Kennenlernen unserer Forschungslaboratorien an. Durch speziellen PJ-Unterricht / PJ-Seminare und PJ-Mentoring werden die Studierenden individuell angeleitet.

Für Studierende der Human- und Zahnmedizin sowie für Studierende der Naturwissenschaften (z.B. Biologie, Biochemie) besteht die Möglichkeit, am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene zu promovieren. Ebenso bieten wir Bachelor- und Masterarbeiten für Studierende der Biologie oder anderer Lebenswissenschaften an. Interessierte Studierende können sich auf dieser Seite unter der Rubrik „Forschung“ über die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Arbeitsgruppen informieren und gerne Kontakt aufnehmen.

Wöchentlich werden Seminare angeboten, in denen Studierende Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten erhalten und ihre eigenen Forschungsergebnisse vorstellen.

Herr Univ.-Prof. Dr. med. Volkhard Kempf ist Mitglied in der Kontroll- und Überprüfungskommission des Instituts für Medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) und leistet einen wesentlichen Beitrag an der Auswahl der existierenden Staatsexamens-Fragen.

Frau Priv.-Doz. Dr. med. Claudia Brandt ist Mitglied der “Steuerungsgruppe Curriculumsentwicklung“ am Fachbereich Medizin und aktiv in die Neugestaltung des Studiengangs Humanmedizin eingebunden. Darüber hinaus ist sie Sprecherin der Ständigen Arbeitsgemeinschaft „Aus-, Weiter- und Fortbildung“ der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), die sich mit den Themen Lehre für Studierende der Human- und Zahnmedizin (Schwerpunkt Neue Approbationsordnung und NKLM), der Weiterbildung von Fachärztinnen und Fachärzten, dem Zertifikat für Medizinische Fachmikrobiologinnen und Fachmikrobiologen und der fachspezifischen Fortbildung beschäftigt.

Innovative Lehr- und Prüfungskonzepte
(Leitung Priv.-Doz.Dr. med. Claudia Brandt) 

Die Arbeitsgruppe „Lehrforschung“ beschäftigt sich mit der Entwicklung innovativer Lehr- und Prüfungskonzepte im Studium der Humanmedizin. Mit Unterstützung von Lehrverbesserungsprojekten des Fachbereichs Medizin hat die Arbeitsgruppe ein nachhaltiges fallbasiertes Unterrichtskonzept zur Umsetzung der neuen Approbationsordnung in klinisch-theoretischen Fächern erarbeitet.

Zur Förderung der Kommunikations- und Teamfähigkeit der Studierenden hat die Arbeitsgruppe eine fallbasierte digitale Teamprüfung mit key feature-Fragen entwickelt, die gemeinsam von zwei Studierenden bearbeitet wird und nur gemeinsam bestanden werden kann (sog. „Murmelklausur“).

Das fallbasierte Lehrkonzept wurde im November 2023 vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Hessen als „exzellent“ bewertet (Urkunde).

Mitglieder der Arbeitsgruppe:
PD Dr. med. Claudia Brandt Claudia.Brandt@unimedizin-ffm.de
Dr. med. Lisa Vorbeck Lisa.Vorbeck@unimedizin-ffm.de

Publikationen:
Schulze, J., S. Drolshagen, F. Nürnberger, F. Ochsendorf, V. Schäfer, C. Brandt. Einfluss des Fragenformates in Multiple-choice-Prüfungen auf die Antwortwahrscheinlichkeit. GMS Z Med Ausbild 2005;22:Doc218
Himmels, J.P.W., J. Sterz, M. Rüsseler, V.A.J. Kempf, C.M. Brandt. Ein fallbasiertes Unterrichtskonzept mit praktischen Übungen im Fach Hygiene und Mikrobiologie: ein nachhaltiges Unterrichtskonzept zur Umsetzung der neuen Approbationsordnung in klinisch-theoretischen Fächern. Dtsch Med Wochenschr 2022; DOI: 10.1055/a-1973-6533