Mittwochs-Kolloquium 2025

Die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Reif und die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters unter der Leitung von Prof. Dr. Freitag laden zum Mittwochs-Kolloquium der Erwachsenen- und Kinder- und Jugendpsychiatrie im Jahr 2023 ein.

Zeit: jeweils mittwochs um 16.30 Uhr

Ort: Hörsaal Haus 93, Heinrich-Hoffmann-Str. 10, 60528 Frankfurt am Main

Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich

Die Fortbildungsveranstaltung wird zur Zertifizierung bei der Landesärztekammer Hessen angemeldet und wird voraussichtlich mit 2 CME Punkten zertifiziert.

Nur bei Vorlage Ihrer EFN-Nummer der Landesärztekammer können wir Ihre Teilnahme weiterleiten. Alle registrierten Teilnehmer erhalten nach der Veranstaltung eine Teilnahmebescheinigung per eMail. Den Zugangslink verschicken wir ca. 2-3 Tage vor der jeweiligen Veranstaltung

Vorträge

50 Jahre Psychiatrie-Enquête. Die Geschichte der Psychiatriereform in der Bundesrepublik Deutschland und in Frankfurt am Main

  • Referent: Herr Dr. Steffen Dörre
    Kommissarischer Kliniksdirektor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters Universitätsklinik Leipzig
  • Anmeldung: Die Veranstaltung findet in Präsenz statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich
  • Ort: Hörsaal Haus 93, Heinrich-Hoffmann-Str. 10, 60528 Frankfurt am Main

 

Die Psychiatrie-Enquête (1971-1975) gilt gemeinhin als entscheidender Wendepunkt bei der Reform der bundesdeutschen Psychiatrie. Sie war nicht der Abschluss, sondern der Auftakt eines jahrzehntelangen Wandlungsprozesses von der Verwahr- zur Sozial- und Gemeindepsychiatrie. Im Vortrag werden der steinige Weg zur Psychiatrie-Enquête, die Verhandlungen der Sachverständigenkommission sowie die Implementierung der Enquêteforderungen in der psychiatrischen Versorgungslandschaft beschrieben und analysiert. Dabei wird auch ein Augenmerk auf die nichtintendierten Folgen der Reform, insbesondere für die chronisch psychisch Kranken gelegt. Geschildert wird die Entwicklung in der Bundesrepublik vom Ende der 1950er Jahre bis zur Mitte der 1980er Jahre. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Entwicklungen in Hessen. Denn gerade in Frankfurt am Main waren mehrere Pioniere einer ambulanten und teilstationären Versorgung tätig, deren Leistungen mit dem Vortrag in Erinnerung gerufen werden sollen. Diskutiert wird die Frage, inwieweit die Psychiatrie-Enquête heute ein Vorbild für die Umgestaltung der psychiatrischen Versorgung sein kann und welche Lehren sie für diejenigen bereithält, die eine grundsätzliche Reform anstreben. 

Steffen Dörre ist Medizin- und Zeithistoriker mit dem Schwerpunkt Psychiatrie- und Psychotherapiegeschichte. Aktuell schreibt er an einer Geschichte der hessischen Zwischenanstalten in den NS-Krankenmorden sowie an einer Geschichte der Psychotherapie nach 1945. Jüngst erschienen ist:  »Zwischenanstalten« im Nationalsozialismus. Dynamiken von Vernachlässigung und Vernichtung (zusammen mit Tobias Karl und Sabine Mecking). https://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wissenschaft/geschichte/zwischenanstalten_im_nationalsozialismus-18656.html.

 

Weitere Veranstaltungen sind angefragt und noch in der Planung
Die Fortbildungsveranstaltungen wurden zur Zertifizierung zur Weiterbildung bei der Landesärztekammer Hessen angemeldet und werden voraussichtlich mit 2 CME-Punkten zertifiziert.

Es wird zugesichert, dass die Inhalte der Fortbildungsmaßnahme produkt- u. dienstleistungsneutral gestaltet sind Es bestehen keine Interessenkonflikte des Veranstalters, der wissenschaftlichen Leitung und der Referenten Kein Sponsoring – Gesamtaufwendungen: unter 3.000,- Euro