Entzündungen gelten als zentrale Krankheitstreiber – sie besser zu verstehen als ein Schlüssel zur Behandlung von Erkrankungen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) setzt daher die Förderung eines Programms fort, das Clinician Scientists im Bereich der Entzündungsforschung neben ihrer Facharztausbildung auch wissenschaftliche Arbeit ermöglicht.
Seit 2022 fördert die DFG an der Universitätsmedizin Frankfurt das Programm „Inflammation-Driven Diseases Program (INDEEP): Inflammation als Krankheitstreiber und Therapieziel“. Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Förderphase wird das Programm nun um weitere zwei Jahre verlängert. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft stellt dafür Fördermittel in Höhe von rund einer Million Euro bereit. Mit dieser Entscheidung würdigt die DFG die exzellenten Nachwuchsförderungsstrukturen am Standort Frankfurt sowie die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen der ersten Förderperiode.
Zweite Förderphase für INDEEP
Die erneute Förderung bestätigt die Qualität und Wirksamkeit des Programms. „Das Programm profitiert von einem wissenschaftlich exzellenten Antragstellerteam mit umfassender Erfahrung in der Karriereförderung. Die Forschungsprojekte zeichnen sich durch eine sehr hohe wissenschaftliche Qualität aus und ziehen klinisch-wissenschaftliche Fachkräfte mit herausragenden Forschungsprofilen an“, begründet die DFG ihre Anschlussförderung.
Im Juni 2025 übernahm Prof. Dr. Christoph Welsch, Leiter Molekulare Hepatologie und Entzündungsforschung der Medizinischen Klinik 1 an der Universitätsmedizin Frankfurt, die Leitung des Programms von Prof. Dr. Evelyn Ullrich, die INDEEP konzipiert und den erfolgreichen Erstantrag eingeworben hatte. „Dank der wegweisenden Grundlagenarbeit von Prof. Dr. Ullrich und dem INDEEP-Team können Forscherinnen und Forscher der Entzündungsmedizin auf bewährte Strukturen aufbauen und diese gezielt weiterentwickeln“, betont Prof. Dr. Christoph Welsch.
Die DFG lobte die großartigen wissenschaftlichen Leistungen im Rahmen von INDEEP, insbesondere deren starke translationale Relevanz. Aktuelle Forschungsprojekte der Clinician Scientists befassen sich unter anderem mit der Rolle natürlicher Killerzellen, die künftig bei der Therapie von bisher nicht heilbaren Erkrankungen eingesetzt werden könnten, mit dem Einfluss von Hepatitis-B-Viren auf Entzündungsprozesse, mit der Wechselwirkung von SARS-CoV-2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder der Frage, wie sich Neuroinflammation auf die Blut-Hirnschranke auswirkt. Ziel der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ist es, die zugrunde liegenden Mechanismen von Entzündungen besser zu verstehen und daraus neue Ansätze zur Prävention, Diagnose und Therapie entzündungsassoziierter Erkrankungen abzuleiten.
Begleitete Forschung und geschützte Forschungszeit
„Die Fortsetzung der Förderung durch die DFG ist nicht nur eine Anerkennung der bisherigen Leistungen, sondern auch ein wichtiges Signal und Angebot an junge Ärztinnen und Ärzte“, so Prof. Dr. Christoph Welsch. „Das Programm eröffnet ihnen die Möglichkeit, sich innerhalb geschützter Forschungszeiten wissenschaftlich zu engagieren. So bilden wir gezielt den medizinischen Nachwuchs aus, der innovative Diagnose- und Therapiestrategien entwickelt und die translationale Medizin nachhaltig voranbringt.“ In der ersten Förderphase wurden zwölf Stipendiaten aufgenommen.
Gerade in der Medizin ist die enge Verzahnung von klinischer Tätigkeit und Forschung essenziell. Häufig bleibt in der Facharztausbildung allerdings wenig Zeit für eigene Forschung, insbesondere, wenn familiäre Verpflichtungen hinzukommen. Um diesem strukturellen Defizit zu begegnen, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft 2018 die Clinician Scientist-Programme ins Leben gerufen.
Teilnehmende erhalten geschützte, flexibel einteilbare Forschungszeit, Zugang zu moderner wissenschaftlicher Infrastruktur sowie eine individuelle Förderung und ein kontinuierliches Mentoring über die gesamte Programmlaufzeit hinweg. Ein mehrstufiger Auswahlprozess stellt sicher, dass insbesondere qualifizierte Talente gefördert werden. Auf diese Weise wird die Durchlässigkeit zwischen Forschung und klinischer Praxis gestärkt – zum direkten Nutzen der Patientinnen und Patienten.
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Prof. Dr. Christoph Welsch ist der neue Leiter von INDEEP.