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Forschung/Research

Am Institut für Medizinische Virologie bündeln wir unsere Expertise in der Grundlagenforschung, klinischen Virologie und Hochleistungsdiagnostik, um sowohl akute virale Infektionen als auch deren langfristige gesundheitlichen Folgen systematisch zu adressieren. Ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit liegt weiterhin auf SARS-CoV-2 und COVID-19, insbesondere auf dem Verständnis von Infektionswegen, Virus-Wirt-Infektionen, dem Replikationszyklus sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung sensitiver und skalierbarer Nachweisverfahren.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Krankheitslast haben wir unsere Forschungsaktivitäten gezielt erweitert und strategisch auf Post-COVID-Syndrome sowie postinfektiöse Erkrankungen ausgerichtet. Diese stellen eine wachsende medizinische, gesellschaftliche und gesundheitsökonomische Herausforderung dar. Unsere Arbeiten fokussieren sich auf immunologische Fehlregulationen, persistierende inflammatorische Prozesse, virale Residuen sowie Störungen zellulärer Stress- und Reparaturmechanismen als potenzielle Krankheitsursachen.

Ziel ist es, belastbare molekulare und immunologische Marker zu identifizieren, pathophysiologische Maßnahmen aufzuklären und diese Erkenntnisse zügig in verbesserte diagnostische Konzepte und therapeutische Strategien zu überführen. Damit leistet das Institut einen wesentlichen Beitrag zur Pandemie- und Post-Pandemie-Vorsorge sowie zur nachhaltigen Stärkung der infektiologischen Versorgung und Forschung am Standort.

Eine Übersicht der Arbeitsgruppen finden Sie im Folgenden:

 

Zur Arbeitsgruppe Prof. Dr. med. Sandra Ciesek

Zur Arbeitsgruppe Prof. Dr. rer. nat. Jindrich Cinatl

Zur Arbeitsgruppe Dr. med. Tuna Toptan Grabmair

Zur Arbeitsgruppe PD Dr. rer. nat. Marek Widera

Zur Arbeitsgruppe Prof. Dr. rer. nat. Denisa Bojkova

Zur Arbeitsgruppe Prof. Dr. rer. nat. Mathias Munschauer

Forschung

Die wissenschaftlichen Arbeiten des Instituts für Medizinische Virologie erfolgen in verschiedenen Bereichen der klinischen und der experimentellen Forschung.

Hepatitis C / Hepatitis D Virusinfektion, Prof. Dr. med. Sandra Ciesek

Die virale Hepatitis ist eine Entzündung der Leber ausgelöst durch eine virale Infektion. Man unterscheidet hier akute und chronische Formen. Unsere Arbeitsgruppe erforscht schwerpunktmäßig die chronische Hepatitis, auf dem Boden einer Hepatitis C oder Hepatitis D Virusinfektion. Beide Viren sind essenziell auf zelluläre Faktoren aus der menschlichen Wirtszelle angewiesen, um zu überleben. Wir untersuchen diese Interaktion der Viren mit ihrer Wirtszelle und versuchen, neue essenzielle Wirtsfaktoren für HCV und HDV zu identifizieren. Langfristiges Ziel dieser Untersuchungen ist diese Erkenntnisse zu nutzen, um neue Therapien für durch Viren ausgelöste Krankheiten zu finden, die Wirtsfaktoren hemmen und diese somit vor einer Infektion mit HCV oder HDV schützen. Außerdem interessieren wir uns dafür, ob genetische Variationen (so genannte SNPs) in den bekannten Wirtsfaktoren zu einer Änderung des natürlichen Verlaufes der Infektion mit HCV oder HDV führt. Des Weiteren beschäftigen wir uns mit der Frage, warum die chronische Infektion bei einigen Menschen einen recht günstigen Verlauf mit über Jahrzehnte intakter Leberfunktion und –architektur nimmt während bei anderen Patienten schwere Verläufe, die binnen 10 - 20 Jahren zu Leberzirrhose, chronischem Leberversagen und Leberkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) führen, zu beobachten sind. Die vermutlich im Wirtsgenom zu suchenden Ursachen dieser hohen interindividuellen Variabilität sind bisher weitgehend unklar und die Basis für unsere genetischen Untersuchungen.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. rer. nat. J. Cinatl beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten der experimentellen Virologie und Tumorforschung. Auf Einladung der Frankfurter Stiftung für krebskranke Kinder arbeitet die AG Cinatl auch im Dr. Petra-Joh-Haus der Frankfurter Stiftung für krebskranke Kinder eigenständig als Interdisziplinäres Labor für Pädiatrische Tumor- und Virusforschung. Die Forschungsschwerpunkte sind:

Virusforschung:

  • Identifizierung neuer, antiviraler Wirkstoffe (Schwerpunkt Herpesviren und respiratorische Viren)
  • HCMV (humanes Cytomegalievirus): Pathogenese mit besonderem Interesse an Inflammation und Onkomodulation

Tumorforschung:

  • Etablierung und Ausbau der Zellkulturbank chemoresistenter Tumorzelllinien (Resistant Cancer Cell Line (RCCL) Collection)
  • Untersuchung und Aufklärung zellulärer Resistenzmechanismen
  • Identifizierung neuer, antitumoral aktiver Substanzen
  • Identifizierung neuer, prädiktiver Biomarker

Details siehe Antiviral and anticancer research in englischer Sprache.

Im Bereich der klinischen Forschung haben Mitarbeiter des Instituts zu verschiedenen epidemiologischen, diagnostischen und Therapierelevanten Themen veröffentlicht.