13. Mai 2026
Rund 70 Fachteilnehmende aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet haben am 13. Mai 2026 in Frankfurt das zehnjährige Bestehen der Pädiatrischen Epileptologie an der Universitätsmedizin Frankfurt gefeiert. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums diskutierten Expertinnen und Experten aktuelle Entwicklungen in Diagnostik, Therapie und Forschung bei Epilepsien im Kindes- und Jugendalter. Auch Hessens Staatssekretär und Aufsichtsratsvorsitzender des Universitätsklinikum Frankfurt, Christoph Degen, nahm an der Veranstaltung teil und richtete ein Grußwort an die Teilnehmenden.
Die Pädiatrische Epileptologie ist seit ihrer Gründung eng mit dem Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main verbunden, das 2015 etabliert wurde und seit 2016 mit einem pädiatrischen Schwerpunkt eine umfassende Versorgung von Epilepsiepatientinnen und -patienten aller Altersgruppen ermöglicht – von Neugeborenen bis ins höhere Erwachsenenalter. Die Versorgung umfasst sowohl medikamentöse als auch epilepsiechirurgische Therapien auf höchstem universitätsmedizinischen Niveau.
Heute ist die Pädiatrische Epileptologie integraler Bestandteil des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin sowie der Klinik für Neurologie und des zugehörigen Epilepsiezentrums Frankfurt Rhein-Main. Durch die enge Verzahnung beider Kliniken konnten in den vergangenen Jahren leistungsfähige Strukturen für klinische Versorgung, Forschung und interdisziplinäre Zusammenarbeit aufgebaut werden.
Wissenschaftsstaatssekretär Christoph Degen: „Hessen ist ein wichtiger Ort für Epilepsieforschung: An unserem LOEWE-Schwerpunkt CePTER haben die Universitätskliniken Frankfurt und Marburg Forschungsnetzwerke gestärkt, Ergebnisse in die klinische Praxis übertragen und die Ausbildung spezialisierter Fachkräfte vorangebracht. Diesen Schwerpunkt hat das Land mit fast fünf Millionen Euro gefördert. Ein Meilenstein ist auch die Stiftungsprofessur für Pädiatrische Epileptologie in Frankfurt. Prof. Dr. Susanne Schubert‑Bast verbindet klinische Expertise mit Versorgungsforschung und legt ihren Fokus auf Behandlungsergebnisse, Lebensqualität und die ambulant‑stationäre Transition. Das ist ein Beispiel dafür, wie Forschung, Lehre und Versorgung eng verzahnt werden müssen, damit neue Erkenntnisse den betroffenen Kindern schnell zugutekommen.“
„Die Entwicklung der Pädiatrischen Epileptologie in Frankfurt zeigt, wie Spitzenversorgung, Forschung und interdisziplinäre Zusammenarbeit ineinandergreifen können. Die enge Verknüpfung mit der Epileptologie für Erwachsene ermöglicht ein Versorgungskonzept der Transition, also über verschiedene Lebensphasen hinweg. Damit steht es beispielhaft für das, was Universitätsmedizin ausmacht“, betont Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Frankfurt.
Ein erfolgreicher Weg
Prof. Dr. Jan-Henning Klusmann, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Frankfurt, erläutert: „Die Pädiatrische Epileptologie hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem wichtigen Schwerpunkt innerhalb unserer Kinderklinik entwickelt. Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit verbessert die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit komplexen neurologischen Erkrankungen.“
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der sogenannten Transition – dem Übergang junger Patientinnen und Patienten von der kinderneurologischen in die neurologische Erwachsenenversorgung. Für ein innovatives Transitionsprojekt erhielt das Team 2022 den Preis der Deutschen Hirnforschung.
Prof. Dr. Christian Grefkes-Hermann, Direktor der Klinik für Neurologie, betont: „Die Epileptologie ist ein zentraler Bestandteil der Neurologie. In Frankfurt arbeiten pädiatrische und Erwachsenen-Epileptologie eng zusammen – von der Diagnostik bis zur Weiterbehandlung im Erwachsenenalter. Gerade bei komplexen Epilepsieformen ermöglicht diese Struktur eine kontinuierliche Betreuung ohne Brüche an den Übergängen der Versorgung.“
Ein weiterer Meilenstein folgte 2024 mit der Einrichtung der Professur für Pädiatrische Epileptologie an der Goethe-Universität Frankfurt. Die Stiftungsprofessur konnte durch die Unterstützung der Dr. Senckenbergischen Stiftung, der Reiss-Stiftung, der Kassel-Stiftung sowie der Ernst-Max-von-Grunelius-Stiftung geschaffen und mit Prof. Dr. Susanne Schubert-Bast besetzt werden.
„Die vergangenen zehn Jahre haben gezeigt, wie wichtig eine eng vernetzte Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Epilepsien ist. Gemeinsam mit unseren Partnerdisziplinen und den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Epilepsiezentren konnten wir in Frankfurt Strukturen aufbauen, die moderne Versorgung, innovative Forschung und eine enge Begleitung der Familien miteinander verbinden“, erklärt Prof. Dr. Susanne Schubert-Bast, Leiterin der Pädiatrischen Epileptologie an der Universitätsmedizin Frankfurt.
Forschung und Vernetzung für noch bessere Medizin
Zu den Forschungsschwerpunkten der Frankfurter Pädiatrischen Epileptologie zählen unter anderem der Status epilepticus im Kindesalter, die Krankheitsbelastung von Kindern mit Epilepsien und deren Familien sowie neue Therapieansätze bei entwicklungsbedingten und epileptischen Enzephalopathien. Darüber hinaus war der Bereich an einem durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege geförderten Telemedizinprojekt beteiligt.
Das Symposium in der Evangelischen Akademie Frankfurt bot den Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in die klinische Arbeit und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Bereichen Neuroradiologie, Genetik und Neurochirurgie. Ergänzt wurde das Programm durch Beiträge renommierter Referierender aus bundesweiten Epilepsiezentren. Unter den Teilnehmenden befanden sich insbesondere Neuropädiaterinnen und Neuropädiater aus der Region sowie weitere Fachkräfte aus der neurologischen Versorgung.
Bildmaterial:
Eindrücke von der Veranstaltung „10 Jahre Pädiatrische Epileptologie Frankfurt a.M.“ am 13. Mai 2026:
(1) Prof. Dr. Susanne Schubert-Bast und Wissenschaftsstaatssekretär Christoph Degen
(2) Prof. Dr. Jan-Henning Klusmann, Prof. Dr. Matthias Kieslich, Prof. Dr. Adam Strzelczyk, Prof. Dr. Felix Rosenow, Prof. Dr. Susanne Schubert-Bast, Christoph Degen, Prof. Dr. Jürgen Graf (v.l.)
(3) Wissenschaftsstaatssekretär Christoph Degen
(4) Prof. Dr. Jürgen Graf, Christoph Degen, Prof. Dr. Jan-Henning Klusmann (v.l.)
Download unter: https://www.unimedizin-ffm.de/pressefotos
Der Abdruck der Fotos ist kostenfrei.
Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Susanne Schubert-Bast
Leiterin Pädiatrische Epileptologie
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 6301 60 31
E-Mail: susanne.schubert-bast@unimedizin-ffm.de
Internet: www.unimedizin-ffm.de