23. September 2026
Digitalisierung ist längst fester Bestandteil der modernen Medizin. An der Universitätsmedizin Frankfurt hat diese Entwicklung vor 25 Jahren mit den ersten Schritten der Pflege-IT begonnen. Heute bilden leistungsfähige digitale Infrastrukturen, 5G, Telemedizin, Echtzeitdaten und Künstliche Intelligenz die Grundlage für neue Formen der vernetzten Medizin. Das Land Hessen ermöglicht dies mit einer Förderung in zweistelliger Millionenhöhe – sowohl in den vergangenen als auch mit einer neuen Förderphase in den kommenden Jahren. Wie sich diese technische Entwicklung fortsetzt und welchen konkreten Mehrwert digitale Technologien bereits heute schaffen, zeigte die Universitätsmedizin Frankfurt beim 5. Frankfurter eHealth-Tag unter dem Titel „25 Jahre digital. Und jetzt?“.
Was vor 25 Jahren mit der Einführung der digitalen Patientenakte begann, hat sich zu einer umfassenden digitalen Transformation entwickelt. Digitale Systeme unterstützen heute die Dokumentation, vernetzen Informationen und Prozesse und schaffen neue Möglichkeiten für Kommunikation, Diagnostik und Behandlung. Mit dem flächendeckenden 5G-Netz auf dem Campus und der Weiterführung des Förderprojekts „Digitales UKF“ geht die Universitätsmedizin Frankfurt nun den nächsten Schritt: hin zu einer noch stärker vernetzten Medizin, in der Daten, Anwendungen und Menschen miteinander verbunden sind.
Wegweisende Förderprojekte ermöglichen die Transformation
Mit dem Projekt „Digitales UKF 2.0“ wird die digitale Entwicklung der Universitätsmedizin Frankfurt weiter vorangetrieben und ein erfolgreiches erstes Programm fortgeführt. Das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, mit Mitteln des Hessischen Ministeriums für Digitalisierung und Innovation geförderte Projekt, umfasst ein Fördervolumen von rund 18 Millionen Euro für den Zeitraum von 2025 bis 2029. Im Mittelpunkt stehen unter anderem digitale Zwillinge, intelligente Entscheidungsunterstützung, moderne Telemedizin sowie die Weiterentwicklung digitaler Infrastrukturen. Dieses Projekt greift zusammen mit dem 5G-Campusnetz, dessen Aufbau durch die Europäische Union, Connecting Europe Facility mit 3,3 Mio. Euro unterstützt wurde. Durch diese Maßnahmen entstehen die technischen Voraussetzungen für eine Medizin, die Informationen schneller verfügbar macht, Prozesse besser miteinander verknüpft und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglicht.
Wie diese Möglichkeiten bereits heute konkret genutzt werden können, wurde bei einem Besuch von Wissenschaftsminister Timon Gremmels an der Universitätsmedizin Frankfurt deutlich. Im Mittelpunkt stand unter anderem das Projekt 5G4UH, das den Einsatz tragbarer Biosensoren zur Überwachung von Patientinnen und Patienten im Krankenhaus und zu Hause untersucht. Mithilfe mobiler Sensoren und Apps kann der Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten besser nachverfolgt und die Kommunikation zwischen Behandlern und Patienten unterstützt werden. Auch datenbasierte Anwendungen wie das Hospital Command Center zeigen, wie digitale Technologien dabei helfen können, Versorgungssituationen frühzeitig zu erkennen und Abläufe gezielter zu steuern.
Wissenschaftsminister Timon Gremmels erklärt: „Wenn wir über Digitalisierung sprechen, sprechen wir am Ende nicht über Tablets, Clouds oder 5G. Wir sprechen darüber, wie wir medizinische Versorgung hochwertiger und effizienter gestalten können. Hessen hat deshalb frühzeitig die Universitätsmedizin Frankfurt auf ihrem Weg zum digitalen Klinikum unterstützt. Wir sehen bereits heute, welchen konkreten Unterschied das macht: Tragbare Biosensoren können Patientinnen und Patienten im Krankenhaus und zu Hause begleiten, digitale Anwendungen verbessern die Steuerung von Abläufen. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen mit unserer Förderung die Chancen der Digitalisierung nutzen, um die Qualität der Versorgung zu sichern, Beschäftigte zu entlasten und Forschung und Lehre zu stärken. Dafür investieren wir in eine digitale Infrastruktur, die den Menschen dient – und nicht umgekehrt.“
Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus betont: „Die Digitalisierung im Gesundheitswesen entscheidet mit darüber, wie leistungsfähig und patientenorientiert unsere medizinische Versorgung künftig sein wird. An der Universitätsmedizin Frankfurt wird eindrucksvoll sichtbar, wie aus moderner digitaler Infrastruktur und patientenzentrierten Anwendungen, die zum Beispiel sichere KI-Komponenten nutzen und die Kommunikation beschleunigen, ein konkreter Nutzen für die Beschäftigten und die Patientinnen und Patienten geschaffen werden kann. Deshalb unterstützen wir als Digitalministerium die digitale Weiterentwicklung des Universitätsklinikums gezielt und langfristig. Unser Ziel ist, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass innovative Technologien ihren Weg in die Versorgung finden und dort den medizinischen Alltag spürbar verbessern.“
Digitalisierung verändert den Arbeitsalltag – ausgehend aus der Pflege
Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Frankfurt, erläutert, warum dieses Themenfeld heute zu den Grundpfeilern der Versorgung zählt: „Digitalisierung ist für die Zukunftsfähigkeit einer Universitätsmedizin von strategischer Bedeutung. Sie ist kein isoliertes IT-Thema, sondern verändert die Art und Weise, wie wir Medizin organisieren, Patientinnen und Patienten versorgen und Forschung betreiben. Entscheidend ist dabei, dass digitale Innovationen keinen Selbstzweck darstellen. Sie müssen einen konkreten Mehrwert schaffen, sowohl für unsere Patientinnen und Patienten als auch für die Menschen, die täglich in Medizin und Pflege arbeiten.“
Digitalisierung als ein Schwerpunktprojekt hat an der Universitätsmedizin vor 25 Jahren begonnen – und zwar durch eine Pflegefachperson. Der Blick auf das vergangene Vierteljahrhundert zeigt: Digitalisierung in der Pflege bedeutet an der Universitätsmedizin Frankfurt nicht nur, bestehende Prozesse digital abzubilden. Vielmehr gestaltet die Pflege ihre digitale Entwicklung aktiv mit; von der Einführung der digitalen Akte über die Einbindung pflegewissenschaftlicher Expertise in Digitalprojekte bis hin zur Einrichtung einer Chief Nursing Information Officer (CNIO)-Stelle. Damit wird die Perspektive der Pflege auch strategisch in die digitale Entwicklung eingebunden und eine eigene Governance für die weitere Gestaltung der pflegerischen Versorgung geschaffen.
„Wenn wir auf 25 Jahre Pflege-IT zurückblicken, sehen wir eine enorme Entwicklung. Gleichzeitig zeigt sich, dass erfolgreiche Digitalisierung immer dort entsteht, wo sie sich am tatsächlichen Arbeitsalltag orientiert. Für die Pflege bedeutet Digitalisierung nicht, den Menschen durch Technik zu ersetzen. Im Gegenteil: Gute digitale Lösungen sollen Mitarbeitende entlasten, Informationen dort verfügbar machen, wo sie gebraucht werden, und dadurch mehr Raum für die persönliche Zuwendung zu unseren Patientinnen und Patienten schaffen“, so Birgit Roelfsema, Pflegedirektorin der Universitätsmedizin Frankfurt.
Dass Digitalisierung dabei weit über einzelne Projekte hinausgeht, zeigt sich an der Universitätsmedizin Frankfurt in der zunehmenden Verbindung von Versorgung, Forschung und digitaler Entwicklung. Telemedizinische Anwendungen, Echtzeitdaten, vernetzte Geräte und digitale Datenplattformen schaffen neue Möglichkeiten – von der mobilen Diagnostik über die Unterstützung klinischer Entscheidungen bis hin zur Nutzung von Gesundheitsdaten für die Forschung. Auch Künstliche Intelligenz und digitale Zwillinge eröffnen Perspektiven, die vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar waren.
„25 Jahre digital. Und jetzt?“
Mit dieser Frage richtete die Universitätsmedizin Frankfurt beim 5. Frankfurter eHealth-Tag am 23. September den Blick bewusst nach vorn. Unter diesem Titel geht es nicht nur um die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte, sondern vor allem um die nächste Stufe der Digitalisierung: Wie können Künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge, Echtzeitdaten und vernetzte Datenplattformen die Medizin weiter verändern? Und wie lässt sich sicherstellen, dass technologische Innovationen tatsächlich bei den Patientinnen und Patienten sowie bei den Beschäftigten ankommen?
Der eHealth-Tag brachte mehr als 200 Expertinnen und Experten aus Medizin, Pflege, IT und Politik zusammen. Vorträge, Diskussionen und Einblicke in aktuelle Projekte zeigen, wie digitale Technologien heute bereits eingesetzt werden und welche Chancen sich daraus für die Medizin von morgen ergeben.
Bildmaterial:
Eindrücke vom 5. Frankfurter eHealth-Tag: Der Hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels ließ sich aktuelle Digitalprojekte an der Universitätsmedizin Frankfurt zeigen
Download unter: https://www.unimedizin-ffm.de/pressefotos
Copyright: Universitätsmedizin Frankfurt. Der Abdruck der Fotos ist kostenfrei.
Für weitere Informationen:
Dr. Michael von Wagner
Chief Medical Informatics Officer (CMIO),
Geschäftsführender Direktor des University Center for Digital Healthcare und
Ärztlicher Leiter der Stabsstelle Medizinische Informationssysteme und Digitalisierung
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 80 12 0
E-Mail: michael.wagner@ukffm.de
Internet: www.unimedizin-ffm.de