23. Juni 2026
Die Universitätsmedizin Frankfurt setzt als eines der ersten Zentren in Deutschland einen neuen Sphere-360™-Katheter ein. Das Verfahren ermöglicht Kartierung, Ablation und Erfolgskontrolle erstmals mit einem Instrument.
Die Universitätsmedizin Frankfurt hat am 23. Juni 2026 einen Eingriff mit dem neuen Sphere-360™-Katheter zur Behandlung von Vorhofflimmern durchgeführt und zählt damit zu den ersten drei Standorten in Deutschland, die die Technologie nach ihrer europäischen Zulassung im klinischen Alltag einsetzen. Den Ersteingriff führten Prof. Dr. Reza Wakili, Leiter des Universitären Herzrhythmuszentrums, und PD Dr. Laura Rottner, geschäftsführende Oberärztin Rhythmologie, durch.
Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Allein in Deutschland sind mehrere Millionen Menschen betroffen. Die Erkrankung erhöht das Risiko für Schlaganfälle, Herzschwäche und weitere schwerwiegende Herz-Kreislauf-Komplikationen.
Ein Katheter für den gesamten Eingriff
Der Sphere-360™-Katheter von Medtronic kommt bei der sogenannten gepulsten Feldablation (Pulsed Field Ablation = PFA) zum Einsatz. Dieses Verfahren nutzt kurze elektrische Impulse, um gezielt Herzgewebe zu veröden, das Vorhofflimmern auslöst. Umliegendes, gesundes Gewebe bleibt dabei verschont. Anders als bisherige Systeme vereint die neue Technologie mehrere Behandlungsschritte in einem einzigen Instrument: Mit demselben Katheter können Ärztinnen und Ärzte die elektrische Aktivität des Herzens kartieren, die Ablation durchführen und das Ergebnis unmittelbar im Anschluss überprüfen.
„Die Einführung des Sphere-360™-Katheters ist ein ganz wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der interventionellen Rhythmologie.Die neuartige Technologie kann Eingriffe noch weiter vereinfachen sowie die Effektivität und Sicherheit noch weiter erhöhen. Hiermit kommt die neuste PFA-Ablationstechnologie mit als allererstes in Frankfurt am Universitären Herz- und Gefäßzentrum zum Einsatz. Dies unterstreicht unsere Rolle als eines der Referenzzentren für Ablationstherapie in Europa“, sagt Prof. Dr. Reza Wakili, Leiter des Universitären Herzrhythmuszentrums am Universitären Herz- und Gefäßzentrum Frankfurt.
Der Sphere-360™-Katheter wurde entwickelt, um die Lungenvenen – häufige Ursprungsorte von Vorhofflimmern – mit nur einer einzigen vollständigen kreisförmigen Ablation zu behandeln, ohne dass der Katheter dafür mehrfach neu positioniert werden muss. Eine flexible Gitterstruktur passt sich dabei an die individuelle Anatomie der Patientinnen und Patienten an.
Klinische Studien zeigen, dass die Therapie-Ergebnisse langfristig stabil bleiben und keine schwerwiegenden behandlungsbedingten Komplikationen beobachtet wurden. Zudem sind für die Behandlung der Lungenvenen meist nur wenige Energieabgaben erforderlich.
Vorreiter in der interventionellen Rhythmologie
Die Universitätsmedizin Frankfurt zählt seit Jahren zu den führenden Zentren für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen und beteiligt sich regelmäßig an der Einführung und wissenschaftlichen Bewertung neuer Technologien.
„Für Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern eröffnen sich durch die Weiterentwicklung der gepulsten Feldablation zusätzliche Behandlungsoptionen. Als eines der ersten Zentren in Europa und Deutschland können wir ihnen diesen innovativen Ansatz nun anbieten und gehen damit den Weg der Innovation zur schonenden und effektiveren Behandlung von Herzrhythmusstörungen weiter“, sagt Prof. Dr. David M. Leistner (Direktor der Klinik für Kardiologie/Angiologie).
Mit der Einführung des Sphere-360™-Katheters erweitert die Universitätsmedizin Frankfurt ihr Spektrum moderner Verfahren zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen und stärkt ihre Rolle als eines der führenden Zentren für interventionelle Elektrophysiologie und für modernsten PFA-Ablationstechnologien in Deutschland.
Was ist Vorhofflimmern?
Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Dabei schlagen die Herzvorhöfe nicht mehr koordiniert, sondern sehr schnell und unregelmäßig. Die Folge ist ein unregelmäßiger Herzschlag, der sich unter anderem durch Herzrasen, Luftnot, verminderte Belastbarkeit oder Schwindel bemerkbar machen kann.
Die Erkrankung beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern birgt auch schwerwiegende gesundheitliche Risiken: Die gestörte Pumpfunktion begünstigt die Bildung von Blutgerinnseln im Herzen, die einen Schlaganfall auslösen können. Zudem erhöht Vorhofflimmern das Risiko für Herzinsuffizienz und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Reza Wakili
Leiter des Universitären Herzrhythmuszentrums
Medizinische Klinik 3: Kardiologie, Angiologie
&
Prof. Dr. David M. Leistner
Direktor der Medizinischen Klinik 3: Kardiologie, Angiologie
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 57 89
E-Mail: direktion-kardiologie@unimedizin-ffm.de
Internet: www.unimedizin-ffm.de