07. November 2025
Nach erfolgreicher Pilotphase stärkt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) das NUM Studiennetzwerk und das Fachnetzwerk Infektionen mit 7,6 Millionen Euro. Die Universitätsmedizin Frankfurt koordiniert die bundesweiten Forschungsstrukturen und die Digitalisierung.
Klinische Studien sind der Schlüssel für medizinischen Fortschritt. Das bundesweite NUM Studiennetzwerk unter Leitung der Universitätsmedizin Frankfurt hat in einer einjährigen Pilotphase bewiesen, dass standortübergreifende Forschung in Deutschland schneller und effizienter werden kann. Auf Grundlage dieser Erfolge wird das Projekt nun vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bis 2030 weitergefördert. Insgesamt fließen 7,6 Millionen Euro nach Frankfurt – rund 5,4 Millionen Euro für das NUM Studiennetzwerk und 2,2 Millionen Euro für das integrierte Fachnetzwerk Infektionen.
Erfolgreiche Pilotphase
Während der einjährigen Aufbau- und Pilotphase hat das NUM Studiennetzwerk entscheidende Grundlagen für eine effiziente, bundesweite Forschungsinfrastruktur geschaffen. In dieser Zeit konnte die Rekrutierung von Patientinnen und Patienten für klinische und klinisch-epidemiologische Studien erfolgreich gestartet werden – ein zentraler Schritt, um wissenschaftliche Erkenntnisse künftig schneller in die medizinische Versorgung zu überführen. Parallel dazu wurde eine vorläufige Governance-Struktur aufgebaut, die derzeit zu einem dauerhaften, stabilen Steuerungssystem weiterentwickelt wird.
„Diese Förderung ist ein strategischer Erfolg für den Forschungsstandort Frankfurt und für die deutsche Universitätsmedizin insgesamt“, betont Prof. Dr. Stefan Zeuzem, Dekan des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität. „Die Universitätsmedizin versteht sich als Motor einer modernen, digital vernetzten Forschung, die nicht an Klinikgrenzen endet. Dass Frankfurt im NUM eine zentrale Rolle spielt, zeigt: Hier wird Zukunftsfähigkeit gestaltet – durch Kooperation, Datenkompetenz und wissenschaftliche Exzellenz.“
Frankfurt als Schaltzentrale des Netzwerks
Die Universitätsmedizin Frankfurt ist die zentrale Koordinationsstelle für das NUM Studiennetzwerk und das Fachnetzwerk Infektionen. Frankfurt entwickelt das zentrale Studienportal, harmonisiert digitale Prozesse und trägt damit wesentlich zur übergeordneten Digitalisierungsstrategie des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) bei. Der Standort erhält den größten Anteil der Gesamtförderung und ist damit ein unverzichtbarer Partner für das NUM.
„Unser Ziel ist es, die Hürden für standortübergreifende Forschung abzubauen. Forschende sollen überall in Deutschland unter den gleichen, optimalen Bedingungen arbeiten können“, sagt Prof. Dr. J. Janne Vehreschild, Direktor des Instituts für Digitale Medizin und Klinische Datenwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt. „Nur durch enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit können wir die klinische Forschung in Deutschland nachhaltig stärken und schneller Antworten auf drängende medizinische Fragen finden – das ist gerade in Krisenzeiten wie Pandemien essenziell.“
Zu den Frankfurter Expertinnen und Experten, die das Netzwerk prägen, zählen neben Prof. Dr. J. Janne Vehreschild als Gesamtkoordinator auch Prof. Dr. Maria J.G.T. Vehreschild (Fachnetzwerk Infektionen), Dr. Nicola Gökbuget (Lokale Leitung NUM Studiennetzwerk), Prof. Dr. Holger Storf (wissenschaftliche Leitung Datenintegrationszentrum), Prof. Dr. Sandra Ciesek (Virologie) und Prof. Dr. Volkhard A. J. Kempf (Mikrobiologie).
„Die erneute Förderung zeigt, dass Vertrauen in die Strukturen da ist – und dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betont Dr. Ramsia Geisler, Geschäftsführerin des NUM Studiennetzwerks.
Fachnetzwerk Infektionen: Pilot für zukünftige Strukturen
Um fachspezifische klinische Studien kümmern sich die sogenannten Fachnetzwerke im NUM Studiennetzwerk. Das in Frankfurt koordinierte Fachnetzwerk Infektionen dient als Pilotprojekt für weitere Fachnetzwerke im NUM Studiennetzwerk. An ihm werden wichtige Aspekte wie die standortübergreifende Vernetzung, die Rekrutierung von Patientinnen und Patienten sowie die Leistungsüberwachung erprobt.
Seit Mai 2025 laufen hier Studien, in denen systematisch Daten und Bioproben von Patientinnen und Patienten mit verschiedenen Infektionskrankheiten gesammelt werden, beispielsweise Atemwegs-, Magen-Darm-Infektionen oder Infektionen bei immungeschwächten Personen. „Mit der entstehenden Basiskohorte schaffen wir eine wertvolle Ressource für die Forschung“, sagt Prof. Dr. Maria J. G. T. Vehreschild, Leiterin des Schwerpunkts Infektiologie an der Universitätsmedizin Frankfurt. „Diese Daten helfen uns, Krankheitsverläufe besser zu verstehen, Risikofaktoren zu identifizieren und die Grundlage für die Entwicklung neuer Diagnose- und Therapiestrategien zu legen.“
Die im Fachnetzwerk Infektionen entwickelten organisatorischen Prozesse und Strukturen bilden die Blaupause für künftige Fachnetzwerke, die ab 2026 – etwa zu den Themen Schlaganfall und Intensivmedizin – folgen sollen.
Für weitere Informationen:
Dr. Anna Finzel
NUM Studiennetzwerk
Leiterin Kommunikation
Universitätsmedizin Frankfurt
E-Mail: presse@sn.netzwerk-universitaetsmedizin.de
Internet: https://sn.netzwerk-universitaetsmedizin.de