- News
- Administration
In der Pandemie ist deutlich geworden, dass es bei der Digitalisierung im Deutschen Gesundheitssystem noch erheblichen Nachholbedarf gibt. Das Universitätsklinikum Frankfurt ist in vielen Bereichen schon einige Schritte weiter. In der neuen Ausgabe des Magazins „Wissen wird“ zeigen die Verantwortlichen anhand zahlreicher Projekte, wie Digitalisierung im Gesundheitswesen sinnvoll umgesetzt werden kann.
Schon ein einzelner Patient produziert in seiner Krankengeschichte hunderte Daten: Arztberichte, Röntgenbildgebung, Laborwerte, verschriebene Medikamente. Alle diese Informationen müssen sicher zwischen den verschiedenen Behandlungsteams übermittelt werden. Vom Haus- zum Facharzt und in die Klinik. Auch innerhalb der Kliniken gibt es durch die Arbeit in Schichten und die interdisziplinäre Betreuung zahlreiche Beteiligte. Gehen Informationen in diesen Übermittlungsprozessen verloren, kann das für die Patientinnen und Patienten gesundheitsgefährdend sein. Digitale Lösungen können hier mehr zusätzliche Sicherheit bieten. Doch viele Akteure im Gesundheitssystem haben nach wie vor Bedenken oder sind aus anderen Gründen zurückhaltend. So hatten 2018 beispielsweise erst rund ein Viertel der deutschen Krankenhäuser die elektronische Patientenakte eingeführt. „Es mangelt oft nicht unbedingt an den technischen Voraussetzungen in Kliniken und Arztpraxen. Vielmehr stehen häufig Datenformatbrüche und andere Fragen des Datenschutzes einem fließenden Austausch im Weg. Hinzu kommt: Es gibt wenige Anreize für eine digitale Vernetzung und den entsprechenden Datentransfer. Arztbriefe werden nach wie vor häufiger per Fax versendet, weil digitale Lösungen noch keinen ausreichenden Mehrwert bieten, aber beträchtliche rechtliche Unsicherheiten bergen“, erklärt Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikum Frankfurt.
Vorreiter im Gesundheitswesen
Einzelne Standorte in Deutschland sind auf diesem Gebiet schon weiter. Am Universitätsklinikum Frankfurt erhöhen digitale Lösungen bereits die Sicherheit der Patientinnen und Patienten, erleichtern die Arbeit der Beschäftigten und vernetzen die Forschung. In der aktuellen Ausgabe seines Magazins „Wissen wird“ werden einige der vielfältigen digitalen Projekte vorgestellt. „Das Universitätsklinikum ist seit Jahren Vorreiter bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Dank einer ausgeprägten IT-Infrastruktur und einer großzügigen Förderung des Landes können wir entsprechende Software im eigenen Haus entwickeln. Das schafft Sicherheit und ermöglicht es uns, genau die Werkzeuge zu finden, die uns wirklich weiterbringen. Denn Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein. Umgesetzt wird nur, was Patientinnen und Patienten sowie Beschäftigten wirklich nützt“, so Prof. Graf.
Nutzen in Patientenversorgung, Organisation und Forschung
Als eine der ersten deutschen Kliniken führte das Universitätsklinikum Frankfurt die elektronische Patientenakte bereits vor acht Jahren ein. Zukünftig wird sie beispielsweise durch einen Messenger-Dienst ergänzt, der es dem Behandlungsteam erlaubt, sich unkompliziert und sicher über das Diensthandy auszutauschen und so zugleich Dokumentationsaufwand zu vermeiden. Denn alle relevanten Inhalte werden direkt in die Akte übertragen. Neu eingeführt wird auch ein digitales Patientenportal. Patientinnen und Patienten können so wichtige Unterlagen schon vor ihrem Termin am Universitätsklinikum Frankfurt von zuhause abrufen sowie den Ärztinnen und Ärzten ihrerseits Dokumente zur Verfügung stellen.
Auch die Notaufnahme profitiert von modernster Technik. Dort hilft schon heute eine Software den Beschäftigten, einen präzisen Überblick über die Patientenströme zu behalten. Zusätzlich ermöglicht die digitale Kommunikation mit den Rettungsdiensten eine bessere Steuerung.
Für die Forschung bietet die Digitalisierung ebenfalls große Chancen, beispielsweise durch standardisierte Datenbanken. So können Patientendaten von mehreren Standorten leichter in Studien zusammengeführt und deren Aussagekraft damit erhöht werden. Außerdem vereinfacht eine digitale Plattform die oftmals komplexe Stellung und Genehmigung von Anträgen für neue Forschungsprojekte und schafft so mehr Zeit für eigentliche Forschungsaufgaben.
Damit die zahlreichen Projekte eine Strategie aus einem Guss verfolgen, haben sich die beteiligten Einrichtungen zum University Center for Digital Healthcare (UCDHC) zusammengeschlossen. Unter der Führung von Jens Schulze, Dezernent für Informations- und Kommunikationstechnologie, Dr. Holger Storf, Leiter der Medical Informatics Group, und Dr. Michael von Wagner, Chief Medical Informatics Officer (CMIO) und Ärztlicher Leiter der Stabsstelle Medizinische Informationssysteme und Digitalisierung, wird der Digitalisierungsprozess zentral gelenkt.
Ausbildung zum Fachinformatiker
Doch das Universitätsklinikum Frankfurt investiert nicht nur in Projekte. Um die IT im Haus auch langfristig zu stärken und die Medizininformatik als Ganzes voranzubringen, werden neue Fachinformatiker ausgebildet. Einer von ihnen berichtet im Interview: „Ich wollte in meinem späteren Beruf schon immer etwas machen, was Menschen hilft. Dank meiner aktuellen Aufgabe, bei der ich ein bestehendes Programm mit neuer Technologie weiterentwickle, kann ich am Universitätsklinikum Frankfurt aus erster Hand erleben, wie eine Software entsteht. Anders als viele meiner Klassenkameraden konnte ich so bereits jede Menge eigene Erfahrungen sammeln“, fasst Ozan Aziz Nazar seine Eindrücke zusammen.
Die digitale Version der „Wissen wird“ mit allen Interviews und Hintergrundberichten können Sie ab sofort unter folgendem Link herunterladen: www.kgu.de/fileadmin/redakteure/Presse/Wissen_Wird/UKF_wiwi_210713_2102_web.pdf
Für weitere Informationen:
Christoph Lunkenheimer
Pressesprecher
Stabsstelle Kommunikation
Universitätsklinikum Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 86 44 2
E-Mail: christoph.lunkenheimer@unimedizin-ffm.de
Internet: www.kgu.de
Herausgeber: Der Vorstand des Universitätsklinikum Frankfurt. Redaktion: Christoph Lunkenheimer, Pressesprecher, Stabsstelle Kommunikation, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main, Telefon: +49 69 63 01 – 86 44 2, E-Mail: christoph.lunkenheimer@unimedizin-ffm.de
Unsere Webseite verwendet Cookies. Diese haben zwei Funktionen: Zum einen sind sie erforderlich für die grundlegende Funktionalität unserer Website. Zum anderen können wir mit Hilfe der Cookies unsere Inhalte für Sie immer weiter verbessern. Hierzu werden pseudonymisierte Daten von Website-Besuchern gesammelt und ausgewertet. Das Einverständnis in die Verwendung der Cookies können Sie jederzeit widerrufen. Weitere Informationen zu Cookies auf dieser Website finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und zu uns im Impressum.