28. Juli 2026
Freude und Erleichterung bei allen Beteiligten: Rund zwei Wochen nach ihrer Einlieferung konnte die ursprünglich mit dem Bundibugyo-Virus infizierte Person die Sonderisolierstation der Universitätsmedizin Frankfurt verlassen. Möglich machte den Erfolg ein Team, das medizinisch, technisch und operativ auf die Isolationsbehandlung bestmöglich vorbereitet war.
Im Mai 2026 wurden in der Demokratischen Republik Kongo die ersten Infektionen mit dem Bundibugyo-Virus, einer Variante des Ebolavirus, bestätigt. Parallel lief auch die internationale Hilfe an. Am Montag, 13. Juli 2026, wurde eine mit dem Ebolavirus infizierte Person zur Behandlung in die Universitätsmedizin Frankfurt aufgenommen.
Auf der Sonderisolierstation für hochpathogene Infektionserreger der Medizinischen Klinik 2 konnte ihr Zustand stabilisiert werden. Dank unterstützender Therapiemaßnahmen wurde bald darauf eine Besserung der Symptome beobachtet. In den darauffolgenden Tagen setzte sich dieser positive Trend fort. Die Person wurde am 28. Juli 2026 aus der Universitätsmedizin Frankfurt entlassen. Sie hat sich von der Erkrankung vollständig erholt und ist bei Entlassung symptomfrei.
„Wir sind stolz und glücklich, dass die Universitätsmedizin Frankfurt mit ihrer hohen Expertise und ihrer speziellen Isolationsinfrastruktur dazu beitragen konnte, die am Bundibugyo-Virus erkrankte Person sicher und erfolgreich zu versorgen, so dass sie heute selbstständig die Sonderisolierstation verlassen konnte“, sagt Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Frankfurt. „Unser Dank gilt insbesondere den Kolleginnen und Kollegen der Sonderisolierstation, die sich in den vergangenen Wochen den hohen physischen und psychischen Herausforderungen mit Engagement, Verlässlichkeit und Professionalität gestellt haben. Für diese und vergleichbar herausragende medizinische Leistungen steht die Universitätsmedizin in Deutschland, beispielsweise bei seltenen Erkrankungen, im Bereich der Daseinsfürsorge oder auch im Kontext klinischer Studien. Es handelt sich bei den Universitätsklinika um insgesamt 37 medizinische Hochleistungszentren im Kreis der mehr als 1.800 Krankenhäuser in Deutschland.“
Effiziente Infrastruktur der Sonderisolierstationen
Bevor die infizierte Person in der Universitätsmedizin Frankfurt aufgenommen werden konnte, hatten im Vorfeld umfangreiche Koordinierungen mit den zuständigen Behörden und Gesundheitseinrichtungen stattgefunden. „Die Person wurde mit einer schweren Ebolaerkrankung in die Sonderisolierstation gebracht. Ihr Zustand besserte sich stetig. Aktuell zeigt sie keine Symptome mehr und ist in gutem Zustand. Angefangen mit dem Flug über den Transport vom Frankfurter Flughafen bis zur Sonderisolierstation der Universitätsmedizin Frankfurt haben alle Räder reibungslos ineinandergegriffen“, bestätigt PD Dr. Timo Wolf, Leiter der Sonderisolierstation. „Die hochspezialisierte Infrastruktur für Isolationsbehandlungen in Deutschland hat sich auch in diesem Fall bewährt.“ Die Sonderisolierstation in ihrer heutigen, modernen Form besteht an der Universitätsmedizin Frankfurt seit 2002. Hier wurden unter anderem bereits ein Ebola-Patient und zwei mit dem Lassavirus infizierte Patienten erfolgreich behandelt.
Die Universitätsmedizin Frankfurt ist eins von bundesweit sieben Behandlungszentren mit einer Sonderisolierstation. Sie sind so über das Bundesgebiet verteilt, dass sie von überall in Deutschland innerhalb kürzester Zeit erreichbar sind. Sie sind somit ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsvorsorge und leisten einen wichtigen Beitrag zur Krisenfestigkeit in Deutschland. Frankfurt kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Als internationaler Luftverkehrsknotenpunkt mit einem der größten Flughäfen Europas ist die Region ein zentraler Baustein des nationalen Konzepts, die Gesundheit auch in außergewöhnlichen Lagen sicherzustellen. Davon hat nicht zuletzt auch die mit dem Bundibugyo-Virus infizierte Person profitiert.
Aufwändige und herausfordernde Therapie
Die Sonderisolierstation ist vom regulären Klinikbetrieb strikt getrennt. Spezielle bauliche und organisatorische Strukturen sorgen dafür, dass kein Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten entsteht. Potenziell kontaminierte Materialien, Abwasser und Abluft werden speziell entsorgt bzw. gefiltert. Für die Mitarbeitenden ist die Arbeit extrem anstrengend. Bei jedem Betreten des Patientenzimmers legen sie aufwändig eine Schutzausrüstung mit Ganzkörperanzug, Helm, Handschuhen und Stiefeln an. Beim Verlassen wird gründlich desinfiziert, die Schutzausrüstung in einer vorgeschriebenen Reihenfolge abgelegt und fachgerecht entsorgt.
„Danke für Euren Einsatz und Eure Disziplin!“, lobt Peter Fleckenstein, Pflegeleitung der Sonderisoliereinheit, die Leistung seiner Kolleginnen und Kollegen. „Die Abläufe vor und nach dem Betreten des Patientenzimmers wurden – auch dank regelmäßiger Schulungen – routiniert und regelgerecht durchgeführt und somit die Grundlage für die größtmögliche Sicherheit aller Mitarbeitenden gelegt.“
Eine unterstützende Therapie erfolgt im Allgemeinen durch die Regelung des Flüssigkeitshaushalts, Stabilisierung des Kreislaufs, gegebenenfalls der Atmung und bestimmter Organe sowie im Fall einer bakteriellen Infektion eine Antibiotikagabe – insgesamt durch eine engmaschige Überwachung des Gesundheitszustands der infizierten Person.
Bildmaterial:
- Fotos einer Übung auf der Sonderisolierstation im Frühjahr 2026
- Fotos während der Akutbehandlung im Juli 2026 auf der Sonderisolierstation
Download unter: https://www.unimedizin-ffm.de/pressefotos
Der Abdruck der Fotos ist kostenfrei.
Für weitere Informationen:
Christoph Lunkenheimer
Pressesprecher
Leiter der Stabsstelle Kommunikation
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 86 44 2
E-Mail: christoph.lunkenheimer@unimedizin-ffm.de
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