08. September 2025
Das Bundesministerium für Gesundheit bestätigt die Berufung von zwei nationalen Konsiliarlaboratorien am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Universitätsmedizin Frankfurt.
Das Bundesministerium für Gesundheit und das Robert Koch-Institut (RKI) haben die Universitätsmedizin Frankfurt erneut als eines der zentralen Zentren für die Erforschung und Diagnostik spezieller Bakterien bestätigt. Zwei von bundesweit insgesamt 39 nationalen Konsiliarlaboratorien für spezielle Infektionserkrankungen sind am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Universitätsmedizin Frankfurt angesiedelt: das Konsiliarlabor für Bartonellen (Leitung Prof. Dr. Volkhard Kempf) und das Konsiliarlabor für Mukoviszidose-Bakteriologie (Leitung: Prof. Dr. med. Michael Hogardt). Das Bundesministerium für Gesundheit hat auf Empfehlung des Robert-Koch-Instituts beide Berufungen offiziell vom 01. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2028 verlängert.
„Wir freuen uns sehr über das Vertrauen, das uns seit Jahren entgegengebracht wird“, sagt Prof. Dr. Volkhard Kempf, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene. „Auch in den kommenden Jahren wollen wir unserem Anspruch gerecht werden, bundesweit das führende Expertisezentrum auf diesen Gebieten zu sein.“
Warum sind diese Labore wichtig
Die nationalen Konsiliarlabore übernehmen zentrale ärztliche Aufgaben für die Gesundheitsversorgung in Deutschland. Sie untersuchen Proben aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus angrenzenden Ländern – darunter z.B. Blut, Atemwegsmaterialien oder bakterielle Isolate – und leisten bei komplexen Infektionsfällen wichtige Unterstützung. Ärztinnen und Ärzte in Praxen und Kliniken können sich in Fragen der mikrobiologischen Diagnostik, der Befundinterpretation und der Auswahl geeigneter Antibiotikatherapien direkt an die Frankfurter Expertinnen und Experten wenden. Darüber hinaus entwickeln die Labore die diagnostischen Verfahren stetig weiter und tragen damit dazu bei, die Behandlungsstandards fortlaufend zu verbessern. Alle Analysen erfolgen in Frankfurt nach höchsten Qualitätsmaßstäben; seit 2010 ist das Labor ununterbrochen nach der Norm DIN ISO 15189 akkreditiert. Die beiden Konsiliarlaboratorien unterstützen in Fragen der Diagnostik und Therapieberatung insbesondere bei Patientinnen und Patienten, bei denen eine Standarddiagnostik nicht ausreicht.
Krankheitsbilder im Fokus
Bartonellen sind Bakterien, die vielfältige Infektionen beim Menschen auslösen können. Von Katzen übertragene Erkrankungen (sog. „Katzenkratzkrankheit“), aber auch systemische Infektionen („Fünftages-Fieber“) bis hin zu tödlichen Infektionen in Südamerika (sog. „Oroya-Fieber“) werden durch die Erreger verursacht.
Mukoviszidose (zystische Fibrose) ist eine angeborene Stoffwechselkrankheit, die Betroffene anfällig für chronische Lungeninfektionen macht. Ein breites Spektrum an Bakterien kann hier schwer behandelbare Infektionen auslösen, die die Therapie erschweren und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Insbesondere Infektionen mit Pseudomonas aeruginosa oder Burkholderia cepacia stehen im Fokus des Konsiliarlabors.
Bildmaterial:
Bild 1: Elektronenmikroskopie des Erregers Bartonella bacilliformis; Bild 2: Bakterienkultur von Pseudomonas aeruginosa.
Download unter: https://www.unimedizin-ffm.de/pressefotos
Der Abdruck der Fotos ist kostenfrei.
Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Volkhard Kempf
Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 50 19
E-Mail: volkhard.kempf@unimedizin-ffm.de