- News
- Pressemitteilungen
Um junge Menschen über psychische Erkrankungen zu informieren und Hilfe anzubieten, wurde 2022 am Universitätsklinikum Frankfurt das Präventionsprojekt FLASH (Frankfurt Lernt, was Anders Sein Heißt) gegründet. Nun erweitert FLASH seinen Wirkungskreis. Dank der Unterstützung durch das Förderprogramm „Löwenstark – der BildungsKICK“ des Hessischen Kultusministeriums kann FLASH im Schuljahr 2023/24 über die Grenzen Frankfurts hinaus bis nach Offenbach und den Main-Kinzig-Kreis Wirkung entfalten. Nahezu 4.000 Schülerinnen und Schüler der Klassen elf bis 13 können so erreicht werden.
„Wir wissen, dass psychische Erkrankungen in mehr als 70 Prozent der Fälle bereits vor Erreichen der Volljährigkeit auftreten, und dass das Wissen der Jugendlichen darüber unzureichend ist“, erklärt Dr. Catherine Barnes-Scheufler von der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Frankfurt (UKF), Projektleiterin und Mitbegründerin von FLASH. „Die Schulen sind der ideale Ort, um über psychische Erkrankungen aufzuklären und Stigmatisierung entgegenzuwirken, da hier die Grundlage für die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen gelegt wird. FLASH möchte dazu ermutigen, offen über psychische Nöte zu reden und bei Bedarf Hilfe in Anspruch zu nehmen.“
Workshop als Schulprojekt
„Mein Bild von Menschen mit psychischen Erkrankungen hat sich verändert, Vorurteile sind verschwunden“, berichtet eine Schülerin nach der Teilnahme an einem Workshop des Präventionsprojekts FLASH. „Ich fand es sehr gut, dass jemand anwesend war, der selbst von einer psychischen Erkrankung betroffen ist, und der seine persönliche Geschichte geteilt hat. So konnten sich viele von uns besser in seine Situation hineinversetzen.“
Genau dieses Konzept und Ziel verfolgt FLASH. Psychologinnen und Psychologen, Ärztinnen und Ärzte der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikum Frankfurt besuchen Schulen in Begleitung von Menschen, die psychisch erkrankt sind. Die Betroffenen berichten von ihren Erfahrungen mit der Erkrankung und stellen sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Im Anschluss erarbeiten die Jugendlichen unter fachlicher Anleitung Strategien, um psychischen Erkrankungen vorzubeugen und die eigene Resilienz zu stärken. Außerdem erfahren sie, wo sie bei Bedarf professionelle Anlaufstellen finden.
Eine offene Sprechstunde des FLASH-Teams vor Ort ergänzt das Gesprächsangebot an die Jugendlichen. Der Workshop und die Sprechstunde sind speziell im Bereich der Suizidprävention von großer Bedeutung. Der Bedarf an solchen Angeboten ist groß, insbesondere um die Folgen der Coronapandemie unter Kindern und Jugendlichen aufzufangen. Gravierende Einschränkungen während der Pandemie haben bei den Schülerinnen und Schülern Spuren hinterlassen. Nicht zuletzt deshalb wird das Projekt vom Hessischen Kultusministerium maßgeblich gefördert. „Löwenstark – der BildungsKICK“ bietet vielfältige schulpsychologische Angebote für Kinder und Jugendliche an, um die psychischen Belastungen als Folge der Coronakrise zu bewältigen. Fehlende Sozialkontakte, Bewegungsmangel und der stark veränderte, oft virtuelle Schulbetrieb während der Pandemie haben gerade diese Altersgruppe stark belastet und sich negativ auf deren psychische Gesundheit ausgewirkt. Gleichzeitig sind psychische Erkrankungen in unserer Gesellschaft noch immer stigmatisiert.
Über FLASH
Das Schulprojekt FLASH wurde vom Universitätsklinikum Frankfurt in Kooperation mit der Polytechnischen Gesellschaft entwickelt und durch eine Anschubfinanzierung der Stiftung Polytechnische Gesellschaft auf den Weg gebracht. FLASH wurde – unter fachlicher Anleitung von Prof. Dr. Andreas Reif, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Frankfurt – im Februar 2022 gestartet.
Ein Workshop ist auf vier Schulstunden ausgelegt und richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler der Klassen elf bis 13. Ärztinnen und Ärzte sowie Psychologinnen und Psychologen der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie sorgen vor Ort für die bestmögliche fachliche Betreuung. Das Team hat bereits mehr als 30 Workshops im Großraum Frankfurt erfolgreich durchgeführt.
„Die hohe Nachfrage und die positiven Rückmeldungen, vor allem von den Schülerinnen und Schülern selbst, zeigen, dass das FLASH-Angebot dringend benötigt und gut angenommen wird. Die Schüler schätzen unseren offenen Umgang mit dem Thema psychische Erkrankungen. Einige von ihnen haben betont, dass sie im Rahmen des Workshops zum ersten Mal die Gelegenheit genutzt haben, darüber zu sprechen“, sagt Ahmed Zaher, Psychiater und Mitgründer von FLASH. In diesem Schuljahr beginnt das FLASH-Team außerdem mit der wissenschaftlichen Evaluation der schulischen Workshops.
Breite Unterstützung
Zusätzlich zur Förderung durch das Hessische Kultusministerium erhält das Projekt Unterstützung von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Reiss Stiftung, der Horst-Haas-und-Irene-Haas-Scheuermann-Stiftung sowie der Dr. Josef und Janina Haubenstock-Stiftung. Wichtige Partner sind außerdem das Gesundheitsamt Frankfurt und tomoni mental health gGmbH. Das gemeinnützige Unternehmen tomoni bietet für alle, die an Schulen tätig sind, ein digitales, interaktives Fortbildungsangebot zur Früherkennung psychischer Erkrankungen bei Schülerinnen und Schülern und den Umgang damit an. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft stellt im Rahmen einer neuen Förderlinie „Psychische Gesundheit“ für einen Zeitraum von drei Jahren einen sechsstelligen Betrag für gemeinnützige Projekte in Frankfurt zur Verfügung, die sich in besonders wirkungsvoller Weise für die Stärkung der psychischen Gesundheit und Resilienz in Frankfurt engagieren.
Lehrkräfte, die sich für FLASH interessieren, können in einem Workshop am 22. November 2023 mehr über das Projekt erfahren. Anmeldung: https://polytechnische.de/engagement/arbeitskreise/projekt-flash
Nähere Informationen zur Förderlinie der Stiftung Polytechnische Gesellschaft: https://sptg.de/foerderung/psychische-gesundheit
Weitere Informationen zu den Lehrkräfte-Fortbildungen der tomoni mental health gGmbH:
https://tomonimentalhealth.org/fuer-lehrer-innen
Titelbild: Die Mitbegründer von FLASH (v.l.): Funktionsoberärztin Murielle Brum, Psychiater Ahmed Zaher und Neurowissenschaftlerin und Psychologin Dr. Catherine Barnes-Scheufler.
Für weitere Informationen:
Dr. Catherine Barnes-Scheufler
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Universitätsklinikum Frankfurt
Telefon: +49 151 17 19 09 40
E-Mail: FLASH.uniklinik@gmail.com
Internet: www.kgu.de
Unsere Webseite verwendet Cookies. Diese haben zwei Funktionen: Zum einen sind sie erforderlich für die grundlegende Funktionalität unserer Website. Zum anderen können wir mit Hilfe der Cookies unsere Inhalte für Sie immer weiter verbessern. Hierzu werden pseudonymisierte Daten von Website-Besuchern gesammelt und ausgewertet. Das Einverständnis in die Verwendung der Cookies können Sie jederzeit widerrufen. Weitere Informationen zu Cookies auf dieser Website finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und zu uns im Impressum.