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Die Deutsche Herzstiftung hat am Donnerstag, den 23. November 2023, zum ersten Mal den Martina Grote-Wissenschaftspreis „Frauenherzen“ vergeben. Er zeichnet Forscherinnen und Forscher aus, die sich auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit geschlechtsspezifischen Fragestellungen in herausragender Weise beschäftigen. Preisträgerin 2023 ist die Kardiologin Dr. Lena Marie Seegers vom Universitätsklinikum Frankfurt, die am Massachusetts General Hospital der Harvard Medical School in Bosten (MA, USA) erstmals die genderspezifischen Unterschiede von atherosklerotischen Ablagerungen am Herzen untersucht hat.
„Bildgebungsstudien haben bereits Unterschiede der Koronaren Herzerkrankungen zwischen Frauen und Männern nachgewiesen“, sagt die Preisträgerin Dr. Lena Marie Seegers, Assistenzärztin der Medizinischen Klinik 3: Kardiologie, Angiologie am Universitätsklinikum Frankfurt (UKF). „Allerdings sind bisher geschlechtsspezifische morphologische Unterschiede hinsichtlich Plaque-Progressen und Plaque-Stabilisierung weitgehend unbekannt.“ Layered plaques, schichtförmige Ablagerungen, sind ein Zeichen dafür, dass eine frühere Plaque-Destabilisierung stattgefunden hat, die durch Eigenregulation des Körpers verheilt ist, ohne dass es zu einem akuten Koronarsyndrom gekommen ist. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass layered plaques morphologische Spuren hinterlassen, die Hinweise auf das Plaque-Wachstum und seine Plaque-Vulnerabilität geben. Sie können mithilfe von Optischen Kohärenztomographien (OCT) – einem hochauflösenden, mit Nahinfrarotlicht arbeitenden intrakoronaren Bildgebungsverfahren – dargestellt werden.
Bei ihren Forschungen hat Dr. Seegers signifikante Unterschiede bei koronaren Ablagerungen zwischen Frauen und Männern erkannt, die auf unterschiedliche Mechanismen in der Plaque-Progression und Plaque-Stabilisierung hindeuten. Die Studie ist die erste, die Geschlechtsunterschiede von layered plaques bei Patientinnen und Patienten mit chronischem Koronarsyndrom analysiert hat. Die Deutsche Herzstiftung würdigt die relevanten Ergebnisse mit der erstmaligen Vergabe des Martina Grote-Wissenschaftspreises „Frauenherzen“. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am vergangenen Donnertag, den 23. November 2023, im Rahmen der Kuratoriumssitzung der Deutschen Herzstiftung verliehen.
Genderspezifische Präzisionsmedizin im Herz- und Gefäßzentrum des UKF
„Das Team des Herzzentrums gratuliert Frau Dr. Seegers ganz herzlich zur Auszeichnung“, freut sich Klinikdirektor Prof. Dr. David M. Leistner. „Der Preis ist eine ermutigende Bestätigung für die Arbeit des Universitären Herz- und Gefäßzentrums Frankfurt und insbesondere des Women’s Heart Health Center Frankfurt. Er zeigt uns, dass wir mit spezialisierter Forschung und mit personalisierten, optimal auf einzelne Patientinnen und Patienten zugeschnittenen Therapien auf dem richtigen Weg sind. Mit einer Patienten- und ausdrücklich auch Patientinnen-orientierten Herzmedizin verfolgen wird das Ziel, die hohe kardiovaskuläre Sterberate in Deutschland endlich zu senken.“
Die 33-jährige Dr. Lena Marie Seegers leitet das 2023 gegründete Women’s Heart Health Center Frankfurt (WHHC) am Universitätsklinikum Frankfurt. Um die Mortalitätsrate durch Herzinfarkt bei Frauen zu senken, wird u.a. auf intensivierte Präventions- und Beratungsangebote sowie genderspezifische Forschung gesetzt. Dr. Seegers hatte mit einem DFG-Forschungsstipendium im Cardiology Laboratory for Integrative Physiology and Imaging (Prof. Ik-Kyung Jang, MD, PhD) am Massachusetts General Hospital der Harvard Medical School in Boston (MA, USA) genderspezifische Unterschiede bei atherosklerotischen Plaques mittels Optischer Kohärenztomographie untersucht. Zusammen mit Prof. Jang und seinem Team hat sie in ihrer Studie gezeigt, dass bezüglich der layered plaques signifikante Unterschiede zwischen Frauen und Männern bestehen. Bei Männern ist offensichtlich eine Gefäßentzündung (Plaque-Ruptur) der vorherrschende Mechanismus bei der Entstehung der geschichteten Ablagerungen, während bei Frauen andere, weniger entzündliche Mechanismen eine Schlüsselrolle spielen könnten. „Dieser morphologische Unterschied liefert für das Verständnis bezüglich der Entwicklung der atherosklerotischen Plaque bei Frauen neue Hinweise, die möglicherweise einen anderen Therapieansatz benötigen“, erklärt Dr. Seegers. „Ich freue mich sehr, die erste Preisträgerin des Frauenherzen-Preises zu sein. Die Auszeichnung wird hoffentlich dazu beitragen, das Bewusstsein für geschlechterspezifische Unterschiede in der Atheroskleroseforschung deutlich zu erhöhen.“
Der 2023 ins Leben gerufenen Martina Grote-Wissenschaftspreis Frauenherzen wird von der Deutschen Herzstiftung gemeinsam mit der Projektgruppe „Frauen und Familie in der Kardiologie“ und der „Arbeitsgruppe Gendermedizin in der Kardiologie“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) verliehen.
Forschung gegen die Todesursache Atherosklerose
Die Deutsche Herzstiftung will die Kenntnisse und die Forschung auf dem Gebiet geschlechtsspezifischer Krankheitsmechanismen und Symptome fördern, weil Herz- und Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen immer noch unterschätzt werden. Dabei sind diese Erkrankungen die häufigste Todesursache bei Frauen in Deutschland. Bei den beschriebenen Plaques ist umgangssprachlich oft von Arterienverkalkung die Rede. Plaques bestehen u.a. aus Kalk, Bindegewebe und Cholesterin. Sie setzen sich als Ablagerungen an der Arterienwand fest und verengen die Blutgefäße. Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht und eine genetische Vorbelastung zählen zu den Risikofaktoren. Sind die Arterien zum Herzen betroffen, wird der Herzmuskel nicht mehr richtig durchblutet und es kommt zu koronaren Herzerkrankungen.
Publikation:
Seegers, L.M., DeFaria Yeh, D., Yonetsu, T., Sugiyama, T., Minami, Y., Soeda, T., Araki, M., Nakajima, A., Yuki, H., Kinoshita, D., Suzuki, K., Niida, T., Lee, H., McNulty, I., Nakamura, S., Kakuta, T., Fuster, V., Jang, I.-K.; Sex Differences in Coronary Atherosclerotic Phenotype and Healing Pattern on Optical Coherence Tomography Imaging; Circulation: Cardiovascular Imaging, July 28, 2023.
https://10.1161/CIRCIMAGING.123.015227
Bildmaterial:
(1) Ausgezeichnete Forschung zu Frauenherzen: Prof. Dr. Armin Welz, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung, Preisträgerin Dr. Lena Marie Seegers, Universitätsklinikum Frankfurt, Stifterin Martina Grote und Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung (v.l.) (Foto: A. Malkmus/Deutsche Herzstiftung)
Download unter: https://www.mynewsdesk.com/de/deutsche-herstiftung-e-v/images/preisverleihung-herzstiftung-martina-grote-wissenschaftspreis-frauenherzen-2023-11-23-2913485
(2) Preisträgerin Dr. Lena Marie Seegers, Medizinische Klinik 3: Kardiologie, Angiologie
Download unter: https://www.mynewsdesk.com/de/deutsche-herzstiftung-e-v/images/dr-lena-marie-seegers-ukf-2913138
Für weitere Informationen:
Dr. Lena Marie Seegers
Medizinische Klinik 3: Kardiologie, Angiologie
Universitätsklinikum Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 17 97 02
E-Mail: kardiologie@ukffm.de
lena.seegers@herz-frankfurt.de
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