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Nr. 64, 22. Dezember 2022
Keine andere Maßnahme der Krankenhaushygiene garantiert den Schutz der Patientinnen und Patienten vor Infektionen so gut wie die Händedesinfektion der Klinikbeschäftigten. Sie hat vor und nach dem Patientenkontakt höchste Priorität. Dass die Hygiene-Sicherheitskultur im Arbeitsalltag des Universitätsklinikum Frankfurt fest verankert ist, bestätigt die erneute Vergabe des Zertifikats „Gold“ durch die „Aktion Saubere Hände“ an das Universitätsklinikum Frankfurt. Nur drei hessische Kliniken wurden mit der höchsten Stufe ausgezeichnet.
Wann und wo muss ich meine Hände desinfizieren? Das sind essenzielle Fragen aller Klinikbeschäftigten mit Patientenkontakt – wie auf dieser Normalstation im Universitätsklinikum Frankfurt: Eine Pflegefachkraft will den Blutdruck einer Patientin messen. Weil sie dabei direkt mit der Patientin in Kontakt kommt, desinfiziert sie vorher ihre Hände. Bei der Patientin im Nachbarbett soll ein Verband gewechselt werden. Insbesondere vor dieser aseptischen Tätigkeit ist eine Händedesinfektion unerlässlich, ebenso danach, weil die Pflegefachkraft mit potenziell infektiösem Material in Berührung kommt. Anschließend stellt die Pflegerin noch die Tropfgeschwindigkeit am Infusionsgerät ein. Danach ist erneut eine Händedesinfektion fällig – wie nach jedem Kontakt mit Oberflächen und Gegenständen in unmittelbarer Patientenumgebung. Der kleine Ausschnitt aus dem Alltag einer Pflegefachkraft zeigt, wie häufig Händedesinfektion erforderlich ist und wie penibel sie angewendet wird.
Desinfektion rettet Leben
Die Händehygiene gehört zu den elementarsten Maßnahmen der Infektionsprävention überhaupt, denn sie verhindert, dass potenzielle Erreger übertragen und nach außen getragen werden. Die strikte Befolgung der Hygieneregeln bewahrt Mitarbeiter, Besucherinnen und Patienten erwiesenermaßen vor schweren Erkrankungen. Die Hygienekultur ist am Universitätsklinikum Frankfurt fester Bestandteil der täglichen Versorgung von Patientinnen und Patienten und wird ständig überwacht und verbessert. Nicht zuletzt deshalb hat das Universitätsklinikum Frankfurt im Rahmen der nationalen Kampagne „Aktion Saubere Hände“ erneut – und ununterbrochen seit 2015 – das Goldzertifikat erhalten. Lediglich drei Kliniken in Hessen und auch bundesweit nur rund jede vierte Universitätsklinik erfüllen diesen hohen Standard und konnten sich für das Siegel der höchsten Stufe „Gold“ qualifizieren.
Komplexe Vergaberegeln für das ASH-Zertifikat
Das Zertifikat ist gültig für die Jahre 2022/2023. Die Kriterien für die Erlangung des Zertifikats sind anspruchsvoll. Vorausgesetzt werden wichtige krankenhaushygienische Strukturen und spezifische Erfolgskontrollen. „Die Aktion Saubere Hände ist seit Jahren fester Bestandteil unseres klinischen Risikomanagements“, erklärt Dr. Kyra Schneider, Leiterin der Stabsstelle Patientensicherheit & Qualität am Universitätsklinikum Frankfurt. „Bei der Zertifizierung werden unter anderem jährliche Compliance-Beobachtungen, Hygienefortbildungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Vermittlung der Hygienevorschriften und -empfehlungen an Beschäftigte, Patientinnen und Besucher überprüft. Außerdem wird konkret die Höhe des Verbrauchs von Händedesinfektionsmitteln am UKF abgefragt.“ Der Verbrauch von alkoholbasierten Händedesinfektionsmitteln gilt als Beleg für die Sorgfalt und Häufigkeit der Händehygiene. „Die konsequente Umsetzung dieser und weiterer Hygienemaßnahmen am Universitätsklinikum Frankfurt wird durch das Zertifikat in Gold der Aktion Saubere Hände erneut bestätigt“, freut sich Dr. Schneider.
Sensibilisierung für die Händehygiene
Die Stabsstelle Patientensicherheit & Qualität arbeitet in Hygieneangelegenheiten Hand in Hand mit dem Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene unter Leitung von Prof. Volkhard A. J. Kempf. „Wir fördern die Vermeidung und Bekämpfung nosokomialer Infektionen im Universitätsklinikum Frankfurt mit unserer Forschung, Lehre und unseren Empfehlungen zur Anwendung im klinischen Bereich“, erklärt Prof. Kempf. „Die nachweislich wichtigste Einzelmaßnahme, Patientinnen und Patienten in den Einrichtungen des Gesundheitswesens vor Infektionen zu schützen, ist die Händehygiene. Je mehr Kolleginnen und Kollegen wir für das Thema sensibilisieren, desto höhere Sicherheit erreichen wir für unsere Patientinnen und Patienten. Die Abteilung Krankenhaushygiene ist stolz darauf, dass die Mitarbeitenden auf den Stationen und in den Operationssälen die krankenhaushygienischen Standards konsequent umsetzen und aktiv an ihrer Optimierung mitarbeiten.“ Voraussetzung dafür ist eine enge Zusammenarbeit der Hygieneverantwortlichen mit den Stationsteams, regelmäßige Evaluationen und Feedbacks sowie eine gute Verfügbarkeit der Hygieneinformationen für die Beschäftigten.
Die Abteilung Krankenhaushygiene fördert das Hygieneverständnis und -wissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Schulungen, Trainings und Veranstaltungen. Ein wichtiger Bestandteil der Maßnahmen ist der jährliche Aktionstag zur Händehygiene. Hier können Mitarbeiter unter anderem überprüfen, ob sie ihre Hände richtig desinfizieren. In einer mit Schwarzlicht ausgestatteten Box werden Benetzungslücken bei der Händedesinfektion sichtbar gemacht.
Give me five: Welttag der Hygiene am 05.05.
Die Aktion Saubere Hände (ASH) ist eine gemeinsame Maßnahme mehrerer Institutionen des deutschen Gesundheitswesens – das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V., die Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e.V. und das Nationale Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen – und wurde 2008 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit gegründet. Die ASH wurde inspiriert durch die WHO-Kampagne „Clean Care is Safer Care“, in der sich mehr als 140 Nationen zur Etablierung einer verbesserten Händehygiene im Gesundheitsbereich verpflichtet haben. Mit sorgfältiger Händedesinfektion können weltweit jährlich mehrere Millionen Menschenleben gerettet werden. Die WHO hat den 05.05. zum Welttag der Handhygiene gewählt – als Symbol für die zweimal fünf Finger der menschlichen Hand.
Bildmaterial:
Grafische Darstellungen der Verteilung der ASH-Zertifikate in Deutschland und in Hessen sowie unter den deutschen Universitätsklinika (Stand: Dezember 2022)
Grafische Darstellung der Programmkomponenten der „Aktion Saubere Hände“
Download unter: www.kgu.de/pressefotos
Der Abdruck der Fotos ist kostenfrei.
Für weitere Informationen:
Aktion Saubere Hände (ASH)
www.aktion-sauberehaende.de/teilnehmende-einrichtungen
Prof. Dr. med. Volkhard A. J. Kempf
Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
Universitätsklinikum Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 50 19
E-Mail: volkhard.kempf@unimedizin-ffm.de
Internet: www.kgu.de
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