GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG DES KLINIKUMS KOBLENZ-MONTABAUR UND DER UNIVERSITÄTSMEDIZIN FRANKFURT
20. Mai 2026
Ein Forschungsteam aus Frankfurt und Koblenz hat Herz-Kreislauf-Belastungen beim ADAC RAVENOL 24h-Rennen am Nürburgring untersucht.
Wenn beim ADAC RAVENOL 24h-Rennen am Nürburgring mehrere hundert Fahrzeuge Tag und Nacht an ihre Leistungsgrenzen gehen, stehen nicht nur Technik und Fahrer im Fokus – auch die Medizin rückt in den Mittelpunkt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Herz- und Gefäßzentrums der Universitätsmedizin Frankfurt sowie der Klinik für Kardiologie des Katholischen Klinikums Koblenz-Montabaur haben das legendäre Langstreckenrennen am 17. und 18. Mai 2026 mit einer gemeinsamen Forschungsinitiative zur Untersuchung der Auswirkungen extremer Belastungen auf Herz und Kreislauf begleitet.
Das 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife gilt als eines der anspruchsvollsten Motorsportereignisse weltweit. Hohe Geschwindigkeiten, starke körperliche Belastungen, Hitze, Konzentrationsstress und Schlafmangel stellen Fahrerinnen und Fahrer über viele Stunden hinweg vor außergewöhnliche Herausforderungen. Genau diese Kombination aus physischer und mentaler Extrembelastung bietet den Forschenden eine einzigartige Gelegenheit, die Reaktionen des menschlichen Herz-Kreislauf-Systems unter realen Hochleistungsbedingungen zu analysieren.
Herz-Kreislauf-Untersuchungen unter Extrembedingungen
Im Mittelpunkt der Studie standen umfassende kardiovaskuläre Untersuchungen bei Rennfahrerinnen und Rennfahrern – vor, während und nach ihren Einsätzen. Dabei erfassen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem Herzfrequenz, Herzrhythmus, Blutdruck, Sauerstoffsättigung sowie spezielle Biomarker im Blut, die Hinweise auf akute Belastungsreaktionen des Herzens liefern können. Ergänzt wurden die Messungen durch mobile Monitoring-Systeme und moderne telemedizinische Verfahren direkt an der Rennstrecke.
„Der Motorsport bietet ein außergewöhnliches Modell, um die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit besser zu verstehen“, erklärt Rennarzt Dr. Maxx Schuster aus Koblenz. Prof. Dr. David Leistner aus Frankfurt ergänzt: „Die Kombination aus körperlicher Belastung, Adrenalin, Temperaturstress und mentaler Konzentration ist in dieser Form kaum reproduzierbar.“ Die Einrichtungen aus Frankfurt und Koblenz arbeiten bei dem Projekt zusammen.
Zielsetzungen für Sport und allgemeine Gesundheit
Die Kardiologie des Katholischen Klinikums Koblenz-Montabaur sieht in dem Projekt großes Potenzial für die medizinische Forschung. „Unsere Erkenntnisse können nicht nur für den Leistungssport relevant sein, sondern auch für die allgemeine Herz-Kreislauf-Medizin“, betont PD Dr. Felix Post. Ziel sei es, besser zu verstehen, wie sich extreme Belastungssituationen auf das Herz auswirken und welche Mechanismen den Organismus schützen oder potenziell gefährden.
Die Studie soll zudem dazu beitragen, Präventions- und Sicherheitskonzepte im Motorsport weiterzuentwickeln. Insbesondere die kontinuierliche Überwachung physiologischer Parameter könnte künftig helfen, kritische Belastungszustände frühzeitig zu erkennen und medizinische Risiken zu minimieren. Die Auswertung und Einordnung der Ergebnisse folgen im Nachgang des Rennens.
Das Forschungsprojekt verbindet moderne Universitätsmedizin mit einem der traditionsreichsten Motorsportevents Europas und unterstreicht die zunehmende Bedeutung interdisziplinärer Kooperationen zwischen Sportmedizin, Kardiologie und Leistungsdiagnostik.
Das ADAC RAVENOL 24h-Rennen am Nürburgring zieht jedes Jahr hunderttausende Motorsportfans an und gilt als Prüfstein für Mensch und Maschine. Für die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist es zugleich ein einzigartiges „Freiluftlabor“, in dem medizinische Forschung unter realen Extrembedingungen möglich wird.
Bildmaterial:
Ein Forschungsteam des Herz- und Gefäßzentrums der Universitätsmedizin Frankfurt sowie der Klinik für Kardiologie des Katholischen Klinikums Koblenz-Montabaur hat Herz-Kreislauf-Belastungen beim ADAC RAVENOL 24h-Rennen am Nürburgring untersucht.
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Der Abdruck der Fotos ist kostenfrei.
Für weitere Informationen:
Prof. Dr. David M. Leistner
Direktor der Medizinischen Klinik 3: Kardiologie, Angiologie
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 57 89
E-Mail: direktion-kardiologie@unimedizin-ffm.de
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