Die Universitätsmedizin Frankfurt arbeitet gemeinsam mit dem Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e.V. an einer innovativen Lösung gegen den Fachkräftemangel in der Pflege. Durch das fortschrittliche Konzept eines Ausbildungswohnbereichs im Bürgermeister-Gräf-Haus in Sachsenhausen werden angehende Pflegefachkräfte praxisnah ausgebildet.
Dass das Konzept von Erfolg gekrönt ist, konnte in den letzten Wochen bereits bewiesen werden. Pro Schicht arbeiten fünf Auszubildende im Wohnbereich – unterstützt von zwei Praxisanleitenden der Goethe-Pflegeakademie, die einen Teil des Gesundheitscampus Universitätsmedizin Frankfurt Rhein-Main darstellt, einer Projektbegleiterin und einer Pflegefachkraft, die mit dem Wohnbereich vertraut ist. Mit dieser fachlichen Begleitung übernehmen die Auszubildenden der Goethe-Pflegeakademie sowie des Bürgermeister-Gräf-Hauses, einer Pflegeeinrichtung des Frankfurter Verbands, von Beginn an die Verantwortung für die Pflege und Betreuung der 23 Bewohnerinnen und Bewohnern des Bereichs.
Exzellente Ausbildung durch Eigenverantwortung
Das Konzept bietet allen Beteiligten Vorteile: Die Auszubildenden sammeln von Anfang an wertvolle Praxiserfahrungen und entwickeln ihre Kompetenzen in einem realen Umfeld. Dazu gehört beispielsweise die Fähigkeit, sich selbst zu strukturieren – was ebenso wichtig ist wie das Beherrschen einzelner Handgriffe und Techniken. Gleichzeitig profitieren die Bewohnerinnen und Bewohner von einer individuellen und umfassenden Betreuung durch hochmotivierte und engagierte Auszubildende und einer hervorragenden personellen Besetzung.
Leuchtturmprojekt für die Region
Die Idee zu diesem Projekt entstand im Austausch zwischen Andrea Schween, Leiterin der Goethe-Pflegeakademie am Gesundheitscampus der Universitätsmedizin Frankfurt, Olaf Höwer, Fachbereichsleitung stationäre und teilstationäre Pflege beim Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e.V., und Frédéric Lauscher, Vorstand des Frankfurter Verbands. „Weil es natürlich Mut erfordert, Auszubildenden sofort Verantwortung zu übergeben, war der Frankfurter Verband der ideale Partner. Hier ist man immer offen für Lösungen, die man nur sieht, wenn man ganz weit über den Tellerrand blickt“, so Andrea Schween. Das Projekt fördert die Vision des Gesundheitscampus, die Ausbildung in Gesundheitsberufen auf eine neue Ebene zu stellen, dient als Vorbild für die Region und hebt das Engagement der Initiatoren für eine hochwertige und praxisnahe Ausbildung zukünftiger Pflegefachkräfte hervor. Unterstützung erhält es auch von Birgit Roelfsema, die als Pflegedirektorin der Universitätsmedizin Frankfurt die Möglichkeit schuf, sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte der Goethe-Pflegeakademie eng einzubinden. Zudem wird die Hausleitung des Bürgermeister-Gräf-Hauses, vertreten durch Frau Diana Clausen, aktiv in die Umsetzung mit einbezogen.
Gute Rahmenbedingungen für gute Pflege
„Die Ausbildung hat sich in den letzten Jahren massiv verändert – ebenso die Ansprüche der Auszubildenden und die Anforderungen der Pflegeeinrichtungen“, erläutert Olaf Höwer die Entscheidung. „Wir mussten daher die Ausbildung völlig neu denken. Die Kernfrage war, wie wir bei jungen Menschen die Begeisterung für die Altenpflege wecken und zugleich gute Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige Ausbildung schaffen. Wir haben uns gefragt, was ein toller Arbeitsplatz für engagierte Praxisanleiter wäre.“ Die Antwort auf diese Fragen war der Ausbildungswohnbereich.
Anders als andere Projekte dieser Art ist der Ausbildungswohnbereich nicht nur für vier Wochen angelegt, sondern als dauerhafte Einrichtung. Die insgesamt über 90 Menschen, die der Frankfurter Verband in der Pflege ausbildet, sowie die Auszubildenden der Goethe-Pflegeakademie, sollen ab dem ersten Tag gut begleitet und mit dem Beruf vertraut gemacht werden. Daher wird künftig ein großer Teil der Ausbildung im stationären Segment im Ausbildungswohnbereich stattfinden.
Sicherer Start ins Arbeitsleben
Das positive Fazit: Der Ausbildungswohnbereich trägt zu einer deutlichen Qualitätssteigerung in der Ausbildung bei. Die Auszubildenden sind bestens auf die Herausforderungen ihres Berufs vorbereitet und starten mit einem sicheren Gefühl ins Arbeitsleben. Um eine gleichbleibend hohe Qualität der Pflege während des Projekts zu gewährleisten, sind immer ausreichend Fachkräfte im Ausbildungswohnbereich anwesend. Sie beaufsichtigen und begleiten die Auszubildenden.
Bildmaterial:
Hendrik Christian Seger-Landau (Gruppenleitung Universitätsmedizin Frankfurt), Fatima Rahimi (Pflegedienstleitung Bürgermeister-Gräf-Haus), Christine Pfeil (Praxiskoordinatorin Bürgermeister-Gräf-Haus), Andrea Schween (Schulleitung Goethe-Pflegeakademie), Michael Ludwig (stellv. Schulleiter Goethe-Pflegeakademie), Birgit Roelfsema (Pflegedirektorin Universitätsmedizin Frankfurt), Dawid Andreas Mierzwa (Lehrkraft Goethe-Pflegeakademie), Assmaa Biyad (Praxisanleiterin Bürgermeister-Gräf-Haus), Olaf Höwer (Fachbereichsleitung stationäre und teilstationäre Pflege beim Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e.V.) (v.l.)
Das Foto finden Sie hier.
Der Abdruck des Fotos ist kostenfrei (Quelle: Universitätsmedizin Frankfurt).
Für weitere Informationen:
Andrea Schween
Schulleitung Goethe-Pflegeakademie
Gesundheitscampus Universitätsmedizin Frankfurt Rhein-Main
Carl-von-Noorden-Platz 1
60596 Frankfurt am Main
Telefon: +49 151 17 19 16 38
E-Mail: andrea.schween@ukffm.de
Olaf Höwer
Fachbereichsleitung stationäre und teilstationäre Pflege
Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e.V.
Gummersbergstraße 24
60435 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 29 98 07 – 32 8
E-Mail: olaf.hoewer@frankfurter-verband.de
Diana Clausen
Hausleitung Bürgermeister-Gräf-Haus
Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenpflege
Gummersbergstraße 24
60435 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 29 98 07 – 91 47
E-Mail: diana.clausen@frankfurter-verband.de