Die Medizinische Klinik I und die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt wurden als deutschlandweit erste interdisziplinäre Spezialambulanz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene als „Lipidambulanz DGFF“ zertifiziert.

 

Fettstoffwechselstörungen, wie beispielsweise erhöhte Cholesterinwerte, gehören in den westlichen Industrienationen zu den häufigsten Erkrankungen und stehen beim Ranking von hausärztlichen Behandlungen mit circa 26 Prozent nach dem Bluthochdruck an zweiter Stelle. In Deutschland sind 64,5 Prozent der Männer und 65,7 Prozent der Frauen mindestens einmal davon betroffen. Ursachen können beispielsweise Diabetes mellitus Typ 2 oder eine Schilddrüsenunterfunktion sein. Fettstoffwechselstörungen sind eine der Hauptursachen für das Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen.

 

Die Medizinische Klinik I und die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt haben nun als deutschlandweit erste interdisziplinäre Spezialambulanz für alle Altersgruppen das Zertifikat „Lipidambulanz DGFF“ der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (DGFF; Lipid Liga) erhalten.

 

Von klein auf behandeln

In diesem Erkrankungsspektrum finden sich zahlreiche angeborene Fettstoffwechselstörungen, deren Verlauf sich ab frühem Kindesalter weiter verschlechtern kann. Eine entsprechende Diagnostik und die Behandlung können bei Betroffenen schon früh durchgeführt werden und stellen dann den präventiven Aspekt in den Vordergrund. Im Unterschied zu den Erwachsenen besteht für junge Kinder aber noch kein internationaler Konsens bei der Therapie, da sich ausreichendes Wissen zur Bewertung der Stoffwechselveränderungen für Kinder erst seit einigen Jahren herausbildet.

 

Lipid Liga will verbesserte Versorgung erreichen

Die deutsche Lipid Liga setzt sich für eine frühzeitige und fachgerechte Diagnostik von Fettstoffwechselstörungen sowie eine qualitativ hochwertige Versorgung von Betroffenen ein. Neben ihrem Fortbildungsangebot für Ärzte will die Lipid Liga mit der Einführung eines Zertifizierungsprogramms einen weiteren Schritt in Richtung einer verbesserten Versorgung gehen. Kliniken, Ambulanzen, Versorgungszentren und Praxen können ein Prüfverfahren durchlaufen und sich mithilfe des Zertifikats „Lipid-Ambulanz DGFF“ ihre besondere diagnostische und therapeutische Qualifikation bestätigen lassen.

Voraussetzungen, die im Rahmen von Vor-Ort-Audits geprüft werden, sind fachlich-personelle Aspekte, Inhalte und Strukturen, Räumlichkeiten, Kooperationen mit Partnern, die Mitarbeiterfortbildung, Patientenschulung und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Punkte Dokumentation und Qualitätssicherung und -verbesserung. Bisher haben deutschlandweit zwölf Einrichtungen erfolgreich diese Zertifizierung durchlaufen.

 

Bundesweit erste Einrichtung für alle Altersstufen

Nach einem entsprechenden erfolgreichen externen Audit sind im Juli 2018 die Medizinische Klinik I und die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin als deutschlandweit erste interdisziplinäre Spezialambulanz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene als „Lipidambulanz DGFF“ zertifiziert worden. Gemeinsam verantwortlich für die Lipidambulanz zeichnen die beiden Lipidologen Dr. Ulrich Paetow, Oberarzt der pädiatrischen Endokrinologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, sowie Prof. Jörg Bojunga, Leiter des Schwerpunktes Endokrinologie, Diabetologie und Ernährungsmedizin der Medizinischen Klinik I und Vorstandsmitglied der DGFF. Damit bietet das Universitätsklinikum in enger Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen ein umfassendes Angebot für die Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen aller Altersklassen an.