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Am 28. Juni startete das FIT-Mentoringprogramm des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität. Ärztinnen sollen beim Start einer erfolgreichen klinisch-wissenschaftlichen Karriere unterstützt werden.
Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Ärztinnenbundes sind nur 13 Prozent der Spitzenpositionen in der klinischen Medizin hierzulande von Frauen besetzt – nur drei Prozent mehr als im Jahr 2016. Bleibt die Entwicklung konstant, wird es noch etwa 32 Jahre dauern, bis die Anteile zwischen Männern und Frauen ausgeglichen sind.
Gleichzeitig nimmt der Anteil der Frauen bei den Medizinstudierenden zu – 2018 lag er bei etwa 64 Prozent. Bei denjenigen, die eine Professur erreichen, waren es jedoch nur 33 Prozent. Die Vereinbarkeit von klinischer Arbeit am Patienten, Wissenschaft und Familie ist gerade für junge Ärztinnen noch immer schwierig.
Das Universitätsklinikum Frankfurt steht mit einem Frauenanteil von aktuell 21 Prozent auf leitenden Positionen bei den deutschen Universitätskliniken an dritter Stelle. Unter dem Motto „face it“ werden hier bereits seit einigen Jahren Karriereworkshops für Ärztinnen angeboten. Jetzt soll ein neues Mentoringprogramm Frauen zusätzlich helfen, eine erfolgreiche klinisch-wissenschaftliche Karriere zu starten. Das zweijährige Pilotprojekt mit elf Tandems ist bei einer Kick-off-Veranstaltung am 28. Juni gestartet.
Die Gleichstellungsbeauftragte des Fachbereichs Medizin, Prof. Evelyn Ullrich, hat dieses Förderprogramm initiiert und erklärt: „Langfristig wollen wir mit FIT dazu beitragen, die Zahl von Frauen in Leitungspositionen in Klinik und Forschung zu erhöhen. Wir freuen uns, dass wir zum Projektstart elf sehr qualifizierte Mentees in das Programm aufnehmen konnten, die von Mentorinnen und Mentoren unterschiedlichster Fachrichtung betreut werden.“ Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt, ergänzt: „Am Universitätsklinikum Frankfurt legen wir großen Wert darauf, unsere Ärztinnen in ihrer Karriere zu unterstützen. Dieses Engagement zeigt seine Wirkung, wie die Platzierung in der Studie des Ärztinnenbundes zeigt. Trotzdem sind auch bei uns die Frauen in Führungspositionen noch in der Minderheit. Ich freue mich, dass es mit dem FIT-Mentoring nun eine weiter institutionalisierte Form der Förderung für besonders engagierte junge Frauen gibt.“
Frauen frühzeitig fördern – persönlich und individuell
Das FIT-Mentoringprogramm will Frauen frühzeitig und individuell dabei unterstützen, sich klinisch und wissenschaftlich zu qualifizieren und auf Führungspositionen hinzuarbeiten. Dazu wird den jungen Ärztinnen und Zahnärztinnen aus Frankfurt für zwei Jahre eine Mentorin oder ein Mentor zur Seite stehen. Das Programm wird über den Fachbereich Medizin und den Ruth-Moufang-Fonds der Goethe-Universität gefördert.
Die Betreuung durch die Mentoren erfolgt eins zu eins. Bei mindestens vier persönlichen Treffen im Jahr werden Fortschritte, aber auch aktuelle Herausforderungen besprochen. Darüber hinaus können die Mentees an verschiedenen Workshops zur Karriereförderung teilnehmen.
Ein monatlicher Ladies Lunch auf dem Gelände des Universitätsklinikums bietet eine weitere Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. So können die Ärztinnen ihr professionelles Netzwerk auch über den eigenen Fachbereich hinaus auf- und ausbauen. Zu jedem der Termine hält außerdem eine erfolgreiche Ärztin einen Kurzvortrag zu ihrem persönlichen Karriereweg. Aktuell geplant sind unter anderem Termine mit Prof. Maria Vehreschild, Leiterin des Schwerpunkts Infektiologie in der Medizinischen Klinik 2, Prof. Stefanie Dimmeler, Leiterin des Instituts für Kardiovaskuläre Regeneration, und Prof. Simone Fulda, Direktorin des Instituts für Experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie und Vizepräsidentin für Forschung und akademische Infrastruktur der Goethe-Universität Frankfurt.
Viele Fachgebiete im Pilotprojekt vertreten
Am Pilotprojekt nehmen elf Ärztinnen aus den verschiedensten Fachgebieten teil – Allgemeinmedizin, Chirurgie, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Radiologie, Urologie und Zahnmedizin sind vertreten. Die Mentoren – vier Männer und sieben Frauen – sind allesamt höchst erfolgreiche Kliniker und Wissenschaftler. Sie stammen zu einem großen Teil aus Frankfurt, aber auch aus Heidelberg, Münster, Oldenburg oder Würzburg.
Kick-off schafft erste Impulse
Bei der Kick-off-Veranstaltung am 28. Juni, die in den Räumlichkeiten der DVAG stattfand, haben auch Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt, und Prodekan Prof. Thomas Klingebiel, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, ihre Unterstützung für das Programm zum Ausdruck gebracht. Prof. Ulrike Köhl, Direktorin des Instituts für Klinische Immunologie an der Universität Leipzig und des Institutes für Zelltherapeutika an der MHH Hannover sowie Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie, bereicherte das Programm um einen Impulsvortrag zum Thema „Ein persönlicher Blick auf die Entwicklung der Zell-und Gentherapie in der Immunonkologie“. Im Anschluss fand ein erstes Speed-Meeting von Mentees und Mentoren statt, das durch eine Kommunikations- und Karrieretrainerin moderiert wurde.
Im Rahmen von FIT werden bereits seit 2016 wissenschaftlich tätige Ärztinnen und Zahnärztinnen in ihrer Karriere gefördert. So fanden beispielsweise Workshops zu wissenschaftlicher Projektverteidigung, Zeitmanagement oder Führung statt. Weitere Workshops, unter anderem zum Thema Konfliktmanagement, sind geplant. Auch diese Maßnahmen wurden und werden durch den Ruth-Moufang-Fonds und den Fachbereich Medizin gefördert.
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