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Die Schutzeinrichtung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ist nun in der Sachverständigenkommission für Kriminalitätsprävention der Hessischen Landesregierung. Ihr Angebot ist gerade auch in Zeiten unverzichtbar, in denen Kinderbetreuungs- und Hilfseinrichtungen aufgrund von COVID-19 geschlossen sind.
Im Rahmen der Frühjahrssitzung des Hessischen Landespräventionsrates ist Oberarzt Dr. Marco Baz Bartels von der Medizinischen Kinderschutzambulanz am Universitätsklinikum Frankfurt in die Arbeitsgruppe IX Kinderschutz berufen worden. Der Landespräventionsrat wurde 1992 auf Vorschlag des hessischen Justizministeriums durch einen Kabinettsbeschluss eingerichtet. Zugrunde liegt nach eigenen Angaben die Idee, dass Kriminalitätsvorbeugung erfolgreicher sein könne, „wenn sie den Käfig der Innen- und Justizpolitik verlässt und ihrerseits Einfluss nimmt auf alle gesellschaftspolitisch maßgeblichen Instanzen“. Der Landespräventionsrat begreift Kriminalitätsverhütung als eine gesellschaftliche Aufgabe, die umso besser gelingen kann, wenn eine enge und abgestimmte Zusammenarbeit der relevanten Akteure gewährleistet ist. Hierzu zählen neben Behörden, die mit der Verhinderung von Straftaten befasst sind, Stellen, die die Arbeits-, Sozial-, Bildungs- und Wohnungspolitik gestalten. In den Informationsaustausch sind weiterhin möglichst viele gesellschaftliche Kräfte einzubeziehen.
Expertise für Prävention nutzen
„Unsere Medizinische Kinderschutzambulanz hat seit ihrer Gründung im Jahr 2010 schon mehr als 2.000 Kinder und Jugendliche bei Verdacht auf Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung betreut. Deshalb ist sie regional und überregional aus dem Kinderschutznetzwerk nicht mehr wegzudenken“, erklärt Dr. Baz Bartels. „Da ist es naheliegend, dass unsere Expertise und unsere Erfahrungen auch für präventive Maßnahmen genutzt werden. Wir beteiligen uns am Aufbau nachhaltiger Netzwerkstrukturen zur Sicherung des Kindeswohls.“ Außerdem erhofft sich das Team der Kinderschutzambulanz – rund um Prof. Matthias Kieslich im Schwerpunkt für Neurologie, Neurometabolik und Prävention – von der Mitgliedschaft, künftig häufiger den „Fall in den Brunnen“ vermeiden zu können und somit das Leiden der Jüngsten zu vermindern.
Ehrenamtliches Engagement
„Wir freuen uns darauf, einen ehrenamtlichen Beitrag in dieser Sachverständigenkommission unter der Federführung des Hessischen Ministeriums der Justiz für das Wohl der Kinder leisten zu dürfen und die Leistungen des Standortes mit herausragender kinderschutzmedizinischer Arbeit am Universitätsklinikum zu erweitern“, so Dr. Baz Bartels.
Auch in COVID-19-Zeiten Tag und Nacht erreichbar
Besonders in der aktuell schwierigen Zeit, in der Kitas, Schulen, Jugendämter und Hilfseinrichtungen geschlossen waren und zu großen Teilen noch sind, müssen Familien zeitlich intensiv auf engem Raum zusammenleben. Hier steigt das Risiko für häusliche Gewalt und körperliche Übergriffe auf Minderjährige. Aus diesem Grund ist die Medizinische Kinderschutzambulanz auch weiterhin 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche erreichbar und bietet allen Notfällen uneingeschränkt ihre Hilfe. Damit folgt sie den Empfehlungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen und des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.
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