11. Juni 2026
Die Universitätsmedizin Frankfurt gründet das Universitäre Zentrum für Viszeral- und Thoraxmedizin. Die neue Einheit bündelt Expertise aus Innerer Medizin und Chirurgie in einer gemeinsamen Struktur – interdisziplinär, translational und patientenzentriert. Ein Video gibt Einblick in die Arbeit des Zentrums.
Die Universitätsmedizin Frankfurt stärkt die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der inneren Organe und gründet das Universitäre Zentrum für Viszeral- und Thoraxmedizin. In dem neuen Zentrum arbeiten Innere Medizin, Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie, Onkologie, Pflege und weitere Fachdisziplinen eng verzahnt zusammen – mit dem Ziel, Diagnostik, Therapie und Forschung unter einem Dach nahtlos miteinander zu verbinden.
Im Mittelpunkt steht ein konsequent interdisziplinärer und interprofessioneller Ansatz: Ärztinnen und Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen treffen diagnostische und therapeutische Entscheidungen gemeinsam, begleiten Patientinnen und Patienten sektorenübergreifend durch alle Phasen der Behandlung und führen klinische Versorgung und Forschung enger zusammen. Dabei arbeiten sie mit Angehörigen verschiedener pflegerischer und therapeutischer Berufsgruppen in multiprofessionellen Teams zusammen. Die Universitätsmedizin Frankfurt geht damit den nächsten Schritt in der Behandlung viszeraler und thorakaler Erkrankungen – insbesondere bei Tumorerkrankungen.
„In der Vergangenheit hatten Innere Medizin und Chirurgie oft ihren eigenen Blick auf die Patientinnen und Patienten sowie eigene Versorgungsstrukturen“, sagt Prof. Dr. Stefan Zeuzem, Dekan des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität Frankfurt und Direktor der Medizinischen Klinik 1. „Mit dem neuen Zentrum vollenden wir jetzt einen Prozess, der die Grenzen zwischen den Disziplinen bewusst überwindet. Wir bündeln die Expertise, um Patientinnen und Patienten ganzheitlich zu behandeln. Genau diese enge Verzahnung ist entscheidend für moderne Spitzenmedizin.“
Gemeinsam denken, entscheiden und handeln
Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankungen der inneren Organe mussten bislang häufig unterschiedliche Fachbereiche getrennt aufsuchen. Im neuen Universitären Zentrum für Viszeral- und Thoraxmedizin werden Diagnostik, Therapieplanung und Behandlung dagegen eng abgestimmt und kontinuierlich gemeinsam begleitet. Dafür wurde unter anderem die Aufnahmestruktur MATE (Management/Aufnahme/Termine/Entlassung) auf das gesamte Zentrum ausgeweitet.
„Diese Form der Zusammenarbeit ist in der Medizin rund um die inneren Organe noch immer nicht selbstverständlich“, erklärt Prof. Dr. Armin Wiegering, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie. „Unser Anspruch ist es, alle relevanten Fachdisziplinen von Beginn an miteinander zu vernetzen. Das bedeutet konkret, dass wir Patientinnen und Patienten beispielsweise nicht mehr innerhalb der Chirurgie betrachten und versorgen, sondern immer gemeinsam mit den anderen Fachgebieten. Das ist der Kern des neuen Zentrums. Wenn wir uns gemeinsam für eine Operation entscheiden, setzen wir in vielen Fällen auf eine minimalinvasive und roboterassistierte Chirurgie. Sie ist für die Patientinnen und Patienten besonders schonend – bei exzellenten Ergebnissen und minimalen Narben.“
Regelmäßige interdisziplinäre Tumorboards bilden das Herzstück der Zusammenarbeit. Jeder Fall wird mehrfach gemeinsam diskutiert. Durch die Zusammenlegung der Strukturen entsteht nun eine Versorgung aus einem Guss. Therapieentscheidungen werden kontinuierlich angepasst und gemeinsam getragen. „Kein Patient und keine Patientin geht verloren“, betont Prof. Dr. Jörg Trojan, Leiter des Schwerpunkts Gastrointestinale Onkologie. „Wir begleiten unsere Patientinnen und Patienten gemeinsam durch den gesamten Behandlungsprozess – von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Nachsorge. Jede Entscheidung entsteht im lückenlosen Dialog der Disziplinen.“
Pflege als verbindendes Element
Auch die Pflege ist integraler Bestandteil des neuen Zentrums. Spezialisierte Pflegepersonen arbeiten fachübergreifend zusammen und begleiten die Patientinnen und Patienten über den gesamten Therapieverlauf hinweg. „Moderne Versorgung funktioniert nur im Team“, sagt Thorsten Schumacher, Pflegedienstleitung an der Universitätsmedizin Frankfurt. „Unsere Pflegeexpertinnen und -experten bringen ihre Erfahrung aus unterschiedlichen Bereichen zusammen und begleiten Patientinnen und Patienten mit hoher fachlicher Kompetenz, Aufmerksamkeit und persönlicher Zuwendung durch alle Phasen der Behandlung.“
Forschung und Therapie eng verbunden
Ein besonderes Merkmal des neuen Zentrums ist die enge Verbindung von klinischer Versorgung und translationaler Forschung. Erkenntnisse aus der Behandlung fließen direkt zurück in wissenschaftliche Projekte und tragen dazu bei, neue Therapien schneller in die klinische Anwendung zu bringen. Dabei arbeitet die Universitätsmedizin Frankfurt eng mit dem Georg-Speyer-Haus zusammen, einer renommierten Frankfurter Forschungseinrichtung für onkologische Grundlagen- und Translationsforschung. Ziel ist es, molekulare und zelluläre Mechanismen von Tumorerkrankungen besser zu verstehen und daraus neue Therapieansätze zu entwickeln. „Wir lernen mit jedem einzelnen Patienten und jeder einzelnen Patientin“, sagt Dekan Prof. Dr. Stefan Zeuzem. „Die Ergebnisse aus der Versorgung fließen unmittelbar zurück in die Forschung – und die Erkenntnisse aus der Forschung wiederum zurück an das Krankenbett. Diese Translation ist ein zentraler Bestandteil des neuen Zentrums und damit exemplarisch für die Universitätsmedizin Frankfurt.“
Einen Einblick in die Arbeit des Universitären Zentrums für Viszeral- und Thoraxmedizin gibt ein Video auf der Homepage der Universitätsmedizin Frankfurt sowie unter folgendem Link: https://www.youtube.com/watch?v=ClbHLbQKm2g
Für weitere Informationen:
Christoph Lunkenheimer
Pressesprecher
Leiter der Stabsstelle Kommunikation
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 86 44 2
E-Mail: christoph.lunkenheimer@unimedizin-ffm.de
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