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Die Robert-Bosch-Stiftung fördert ein neuartiges Lehrprojekt am Universitätsklinikum Frankfurt mit rund 60.000 Euro. Medizinstudierende und Pflege-Azubis lernen dabei gemeinsam in praxisnahen Simulationen, wie sie im späteren Berufsleben gefährliche Fehler vermeiden.
Wenn Ärzte und Pfleger an realen Patienten arbeiten, können Fehler oder mangelhafte Kommunikation gravierende Folgen haben – sogar lebensbedrohliche. 70 Prozent aller medizinischen Fehler sind auf menschliches Versagen zurückzuführen, vor allem in Bereichen wie Kommunikation, Teamführung und Entscheidungsfindung. Hier setzt ein neuartiges Lehrkonzept der Universitätsmedizin Frankfurt an, das auf einer Idee der Uniklinik Würzburg aufbaut: In realitätsnahen Simulationen lernen Studierende der Medizin und Auszubildende der Gesundheitsberufe gemeinsam die richtige Zusammenarbeit am Patienten. Die Robert-Bosch-Stiftung fördert dieses innovative Konzept mit dem Namen „Durch Barrieren schneiden“ mit rund 60.000 Euro für die Jahre 2019 und 2020. Ein erster Workshop startete im August mit rund 30 Teilnehmern, jeweils zur Hälfte Studierende der Medizin und Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Universitätsklinikum Frankfurt. Prof. Miriam Rüsseler, Leiterin des Frankfurter interdisziplinären Simulationstrainings (FIneST), erklärt: „Die gemeinsame Ausbildung fördert den interprofessionellen Austausch und das gegenseitige Verständnis der verschiedenen Berufsgruppen maßgeblich. Und das kann im klinischen Alltag Leben retten.“
Stereotype hinterfragen
In einem dreiteiligen, interaktiven Workshop erarbeiten, diskutieren und simulieren Studierende der Humanmedizin im Praktischen Jahr und Auszubildende der Gesundheitsfachberufe gemeinsam die Zusammenarbeit in ihrem späteren Arbeitsalltag – in Rollenspielen und Diskussionsgruppen, geleitet durch Impulsvorträge. Den Rahmen bietet das Simulationskrankenhaus des Universitätsklinikums. Die eingangs benannten Herausforderungen werden im Workshop explizit bearbeitet. Bestehende Stereotype und Vorurteile gegenüber den anderen Berufsgruppen werden im ersten Teil des Workshops genauso benannt und reflektiert wie das eigene Rollenverständnis. So soll die interprofessionelle Zusammenarbeit schon früh von gegenseitiger Wertschätzung geprägt sein und damit im Ernstfall reibungslos ablaufen – ein maßgeblicher Faktor für die Sicherheit der zukünftigen Patienten.
Erfahrung für den Ernstfall sammeln
Anschließend werden die Nachwuchskräfte darin geschult, wie sie in kritischen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen. In Frankfurt wurde das Konzept an dieser Stelle wesentlich weiterentwickelt und durch konkrete Handlungsmodelle ergänzt. Hier sind auch Erfahrungen aus der Luftfahrt eingeflossen, wo ebenfalls oft kritische Entscheidungen unter hohem Zeitdruck getroffen werden müssen. Im dritten und letzten Teil gewinnen die Teilnehmer praktische Erfahrung und Sicherheit für kritische Situationen im echten Arbeitsleben. So wird beispielsweise simuliert, dass ein Patient nach einer Operation nicht aus der Narkose erwacht. Hier ist schnelles und professionelles Handeln von allen Berufsgruppen gefordert und die Workshop-Teilnehmer können das zuvor Gelernte direkt anwenden.
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