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Der Sieg im Paul-Ehrlich-Contest 2019 geht nach Innsbruck. Am Wettbewerb der Medizinstudierenden hatten 16 Teams aus Deutschland und Österreich teilgenommen.
Am 27. und 28. Juni war nicht nur die Temperatur hoch – im Hörsaal 22-1 auf dem Medizincampus der Goethe-Universität ging es auch beim Paul-Ehrlich-Contest 2019 heiß her. 16 Teams zu je fünf Studierenden aus Deutschland und Österreich waren zu dem Wettbewerb für Medizinstudierende nach Frankfurt gekommen. Am Donnerstag wurden in drei Vorrunden die sechs Finalisten ermittelt: Aachen, Berlin, Frankfurt, Graz, Innsbruck und Mainz. Schon in den Vorrunden waren manche Ergebnisse knapp – in der Endrunde am Freitagnachmittag spitzte es sich dann noch weiter zu. Innsbruck siegte mit 2.240 Punkten, nur zehn Punkte vor Frankfurt. Auf den weiteren Plätzen folgten Graz, Berlin, Aachen und Mainz.
Von der Kobaltvergiftung zum mikrochirurgischen Nähen – vielfältiges Aufgabenspektrum
Die teilnehmenden Teams mussten sich in allen medizinischen Bereichen auskennen. Sie hatten klassische Behandlungsentscheidungen zu treffen, zum Beispiel bei Diabetes, Parkinson oder Rhinosinusitis, also einer gleichzeitigen Entzündung der Schleimhäute von Nase und Nasennebenhöhlen. Aber auch Diagnosen wollten gestellt werden. Unter anderem mussten die Studierenden die Friedreich-Ataxie, eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, erkennen, eine durch Viagra ausgelöste diabetische anteriore ischämische Optikusneuropathie (AION), eine Kobaltvergiftung aus der Hüftprothese oder eine Maserninfektion bei Erwachsenen. Die Schwierigkeit bestand darin, dass die Teams nur eine diagnostische Maßnahme anfordern durften und sich dann entscheiden oder den Fall weiterreichen sollten.
Weitere Aufgaben zeigten, inwieweit die Teilnehmer die praktischen und handwerklichen Fertigkeiten des Arztberufs beherrschen. In diesem Jahr mussten sie unter anderem Kenngrößen der evidenzbasierten Medizin berechnen, kleine Kinder altersgerecht untersuchen, aber auch – wie in der Augenheilkunde – mikrochirurgisch nähen oder Skelettteile richtig zusammensetzen.
Bilderrunde mit dem Buzzer – Befunde unter Zeitdruck erkennen
Der Höhepunkt des Wettbewerbs ist die mit großer Aufregung verbundene Bilderrunde: Typische Befunde, Erkrankungen oder Symptome müssen anhand von Abbildungen blitzschnell erkannt werden. In diesem Jahr hatte der Aufgabensteller zur allgemeinen Überraschung auch naturheilkundliche Aufgaben einbezogen.
Allen Teams wird das Bild dabei gleichzeitig gezeigt. Wer die Antwort kennt, muss als Erster den eigenen Buzzer betätigen. Dann jedoch wird das Bild ausgeblendet und eine Antwort muss gegeben werden. Falschantworten werden durch 50-prozentigen Punktabzug bestraft. Es will also gut überlegt sein, ob man eine Antwort riskiert. Gleichzeitig muss aber auch schnell genug entschieden werden, um zu verhindern, dass andere Teams die Punkte ergattern.
Nach dem großen Erfolg im Paul-Ehrlich-Contest wird das Format der Differentialdiagnosen anhand von Bildern in Frankfurt im diesjährigen Wintersemester zum ersten Mal auch in der Lehre angeboten. Unter dem Titel „Lernen mit Bildern“ sollen Studierenden des ersten klinischen Semesters damit die fachlichen Verbindungen zwischen den Fächern aufgezeigt werden.
Abgerundet werden die verschiedenen Aufgabentypen beim Contest durch Multiple-Choice-Fragen, die bei Medizineraufgaben auf keinen Fall fehlen dürfen – schließlich sieht das spätere Examen so aus.
„Das Schönste am Medizinstudium“
„Von allen Beteiligten – Studierenden und Betreuern – wurde viel Arbeit und Schweiß in die Vorbereitung des Contests investiert. Gleichzeitig möchte niemand die Erfahrung des Wettbewerbs, einschließlich der intensiven Vorbereitung auf die Aufgaben, missen“, erklärt Prof. Johannes Schulze, Organisator des Paul-Ehrlich-Contests in Frankfurt. „Immer wieder sagen mir die Teilnehmer, dass dieser Wettbewerb das Schönste am Medizinstudium sei. Das sehen wir auch daran, dass die meisten Universitäten Jahr für Jahr teilnehmen und auch dann wiederkommen, wenn das eigene Team zuletzt in der Vorrunde ausgeschieden war.“
Der Paul-Ehrlich-Contest wurde 1998 an der Freien Universität Berlin ins Leben gerufen und fand bis 2010 nur am Benjamin-Franklin-Klinikum statt. 2012 bis 2015 wurde er in Frankfurt ausgetragen, seitdem alternierend zwischen Berlin und Frankfurt. 1999 und 2011 wurde der Contest nicht durchgeführt, so dass 2019 die 20. Auflage des Contests stattfand.
Im nächsten Jahr wird der 21. Paul-Ehrlich-Contest wieder in Berlin ausgetragen. Genauere Angaben zum nächsten Contest, den Aufgaben und den Ergebnissen früherer Wettbewerbe finden sich auch unter www.paul-ehrlich-contest.de.
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