21. Januar 2026
Die Universitätsmedizin Frankfurt hat eine Initiative gestartet mit der Botschaft „Prävention wirkt – für den Einzelnen und die Gesellschaft“. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus dem Gesundheitswesen, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft will sie die Bedeutung der Prävention stärker ins Bewusstsein rücken und gleichzeitig praktische Angebote für die Bevölkerung unterbreiten. Die Hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz hat die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen.
Das Gesundheitssystem in Deutschland steht vor mittlerweile offensichtlichen Herausforderungen. Während die Kosten hoch sind, ist die Qualität im Vergleich mit anderen westeuropäischen Ländern nicht entsprechend – wenn man etwa die Lebenserwartung der Bevölkerung als zentralen Maßstab nimmt. Prävention in ihren verschiedenen Facetten kann einen wichtigen Beitrag leisten: für die Gesundheit des Einzelnen sowie zur Entlastung des Gesundheitssystems. Deshalb will die Initiative „Präventionsjahr 2026“ der Universitätsmedizin Frankfurt sichtbar machen, wie frühzeitige Vorsorge Kosten, Leid und komplexe Behandlungen reduzieren kann.
Für Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz ist die Stärkung der Prävention ein ganz wichtiges Anliegen. Deshalb hat sie die Schirmherrschaft für die Initiative übernommen. „Es ist wichtig, dass die Universitätsmedizin die Prävention noch stärker in den Mittelpunkt rückt. Wir müssen und können viel früher ansetzen – bevor aus Risikofaktoren Notfälle werden. Jeder von uns – jede Hessin und jeder Hesse – kann eigenverantwortlich sehr viel für die eigene Gesundheit tun. Ob gesunde Lebensführung, die Kenntnis der eigenen Risikofaktoren oder das Nutzen von Vorsorgeuntersuchungen: All das hilft, gesund zu bleiben oder im Falle einer Erkrankung mit einem leichteren Verlauf rechnen zu dürfen“, erklärte die Schirmherrin des Präventionsjahres des Universitätsmedizin Frankfurt, Gesundheitsministerin Diana Stolz.
„Dabei liegt mir die Frauengesundheit besonders am Herzen, weil Frauen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen andere Symptome entwickeln als Männer. Es gilt, über diese zu informieren, damit auch hier Risikofaktoren frühzeitig erkannt und im Notfall schnell gehandelt werden kann.“ Am 06. Februar wird die Gesundheitsministerin anlässlich des Aktionstages Frauengesundheit gemeinsam mit Dr. Lena Seegers von der Universitätsmedizin Frankfurt im Main-Taunus-Zentrum hierzu informieren. Denn: „Frauenherzen schlagen anders.“
Impulse für die Debatte und nützliche Informationen
Die Initiative möchte sowohl den gesellschafts- und gesundheitspolitischen Dialog anregen als auch praktische Informationen und Angebote für die Bevölkerung bereitstellen. „Wir kennen die zunehmende Herausforderung, die Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Menschen in unserer Gesellschaft sicherzustellen und unser Gesundheitssystem bezahlbar zu halten. Gleichzeitig sehen wir in unserem Haus viele Menschen, die unter schweren Erkrankungen leiden – manche davon vermeidbar. Natürlich gibt es nicht die eine Maßnahme, um diese Probleme aufzulösen. Aber eine verbesserte Prävention kann ein entscheidender Baustein – für die Einzelnen und das Gesamtsystem – sein“, sagt Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Frankfurt. „Wir möchten mit dieser Initiative auch einen Impuls für die gesellschafts- und gesundheitspolitische Diskussion setzen. Klar ist dabei, dass Prävention nur durch eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung substanziell gestärkt werden kann. Deshalb beziehen wir viele Partner in unsere Initiative ein – und freuen uns über alle, die das Thema voranbringen wollen.“
Über das Jahr verteilt werden leicht verständliche und relevante Präventionsthemen aus unterschiedlichen Fachbereichen vorgestellt: mit praktischen Informationen für die Bevölkerung und einzelnen Aktionsangeboten. Außerdem sollen öffentliche Gesprächsformate die gesellschaftspolitische Debatte anregen. Die Umsetzung der Initiative ist geplant mit Partnern wie niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Krankenkassen, Arbeitgebern und Sportvereinen.
Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Es ist viel Luft nach oben
Einer der Bereiche, bei dem die Optionen effektiver Präventionsmaßnahmen bereits gut belegt sind, sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Prof. Dr. David M. Leistner, Direktor der Kardiologie und Angiologie des Herz- und Gefäßzentrums an der Universitätsmedizin Frankfurt, erläutert: „Aktuelle Studien zeigen, dass wir in Deutschland bei der Lebenserwartung im Vergleich mit anderen westeuropäischen Ländern deutlich zurückliegen – trotz überdurchschnittlich hoher Gesundheitsausgaben pro Kopf der Bevölkerung. Dafür werden insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht. Prävention gilt als eine der zentralen Voraussetzungen, um diese Situation zu verbessern.“ Prävention kann auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen – bei Verhaltensprävention mit gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Stressmanagement ebenso wie bei der professionellen strukturierten Herz-Kreislauf-Früherkennung und -Aufklärung.
„Im Rahmen dieser Initiative wollen wir der hessischen Bevölkerung sowohl praktische Informationen bereitstellen, was der Einzelne für die Erhaltung der Gesundheit tun kann, als auch spezifische medizinische Angebote im Sinne einer Präzisionsprävention vorstellen. Wir freuen uns, zum GoRed-Day am 06. Februar 2026 gleich ein ganz konkretes Präventionsangebot speziell für Frauen zur Herz-Kreislauf-Prävention unterbreiten zu können“, ergänzt Prof. Dr. David. M. Leistner.
Webseite zur Initiative:
www.unimedizin-ffm.de/praevention
Bildmaterial:
Prof. Dr. Jürgen Graf, Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz und Prof. David M. Leistner (v.l.) beim Starttermin zum „Präventionsjahr 2026"
Weitere Fotos zum Download unter: https://www.unimedizin-ffm.de/pressefotos
Der Abdruck des Fotos ist kostenfrei.
Für weitere Informationen:
Christoph Lunkenheimer
Pressesprecher
Leiter der Stabsstelle Kommunikation
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 86 44 2
E-Mail: christoph.lunkenheimer@unimedizin-ffm.de
Internet: www.unimedizin-ffm.de
Anhang: Themenübersicht
Die Auflistung ist vorläufig, Themen und Termine können sich noch verändern.
Thema | Monat |
| Frauenherzgesundheit: Präventionsaktion am #GoRed Day am 06. Februar | Februar |
| Herz aus dem Takt: Herzrhythmusstörungen am #PULSEDAY am 01. März | März |
| Adipositas vorbeugen: Ernährung und mehr | März |
| Darmkrebsmonat März: weil Darmkrebsscreening funktioniert / Familiärer Darmkrebs | März |
| Die Zukunft der Vorsorge: Ganzkörper-MRT und Kardio CT – auch KI-basiert | April |
| Schutzfaktor Mundhygiene: gefährliche Infektionen im Mundraum vermeiden | April |
| Die großen Krebsrisiken: Rauchen und Alkohol – Einführung Lungenscreening | Mai |
| Hygiene schützt vor schweren Infektionen: Tag der Händehygiene am 05. Mai | Mai |
| Sicher durch die OP: Patient Blood Management | Juni |
| Chronische Nierenerkrankung: die übersehene Volkskrankheit | Juni |
| Wenn jede Minute zählt: Schlaganfallprävention | Juli |
| Fettstoffwechselstörungen, Atherosklerose & Herzinfarktprävention | August |
| Sepsis rechtzeitig erkennen: Weltsepsistag am 13. September | September |
| Antibiotikaresistenz vorbeugen: Damit die Medizin nicht ihre Waffen verliert | September |
| Impfungen schützen: Mythen und Fakten | Oktober |
| Frauengesundheit im Pinktober: sicher operieren bei Brustkrebs und genetisches Risiko erkennen (FBREK) | Oktober |
| Männergesundheit im Movember: Prostata- & Hodenkrebs vorbeugen | November |
| Der Start in ein gesundes Leben: U2-Untersuchung, Frauenmilchbank und RS-Virus-Impfung | November |
| Herzstillstand: genetische Ursachen erkennen zur wirksamen Prävention innerhalb der Familien: gBA-gefördertes Projekt Carol | Dezember |