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Am 12. Mai, dem Geburtstag der Krankenpflegepionierin Florence Nightingale, wird jährlich der Internationale Tag der Pflegenden gefeiert. Ein willkommener Anlass für das Universitätsklinikum Frankfurt (UKF), die Nachfolgerinnen und Nachfolger der britischen Krankenschwester mit Veranstaltungen und Aktionen zu würdigen. Als Highlight wird am Gedenktag mit dem Start einer Interprofessionellen Ausbildungsstation am UKF der Geist von Florence Nightingale weitergetragen.
Jeder Tag ist Tag der Pflege, denn Fachpersonen in Krankenhäusern, ambulanten Pflegediensten und Altenpflegeeinrichtungen arbeiten rund um die Uhr im Dienst der ihnen anvertrauten Menschen. Am 12. Mai wird international mit einem Aktionstag an die Bedeutung der Pflegetätigkeit erinnert – auch am Universitätsklinikum Frankfurt. 2023 steht der Tag weltweit unter dem Motto „Our nurses – Our future“ und greift auf, dass Pflegefachpersonen angesichts der demografischen Entwicklung in den westlichen Gesellschaften heute und zukünftig einen besonders wertvollen sozialen Beitrag leisten. „Das Motto des diesjährigen Internationalen Tags der Pflegenden macht uns bewusst, dass sich die zukünftige Qualität der Krankenversorgung in der Gegenwart entscheidet“, erklärt Birgit Roelfsema, Pflegedirektorin am Universitätsklinikum Frankfurt. „Wir stehen in der Verantwortung, die Rahmenbedingungen für die Pflegefachpersonen so zu gestalten, dass sie bei ihren Aufgaben bestmöglich unterstützt werden. Das fängt schon bei attraktiven Ausbildungsmodellen an. Das Universitätsklinikum Frankfurt hat sich mit dem Gesundheitscampus Universitätsmedizin Frankfurt Rhein-Main und praxisorientierten, fach- und berufsgruppenübergreifenden Ausbildungen für die Zukunft gut aufgestellt. Im vergangenen Jahr konnten wir den Tarifvertrag Stärkung und Entlastung abschließen und daraus resultierend bereits erste Maßnahmen für verbesserte Arbeitsbedingungen unserer Mitarbeitenden umsetzen. Wir sollten nie vergessen, dass Pflegefachpersonen zur gesteigerten Lebensqualität von Pflegebedürftigen beitragen. Dieses Bewusstsein um einen relevanten gesellschaftlichen und zutiefst sinnstiftenden Beruf sollte unsere Pflegefachpersonen täglich stolz machen – nicht nur am 12. Mai.“
Durch Barrieren schneiden – mehr Praxisnähe und Interprofessionalität
Die Stärkung der Ausbildung durch Praxisnähe und interprofessionelle Zusammenarbeit ist ein Baustein, um langfristig die Patientensicherheit zu steigern. „Wir haben uns Interprofessionalität als zentrales Thema auf die Fahnen geschrieben. Denn die Erfahrung zeigt, dass die Berufsgruppen oft wenig über die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen wissen, und dass dadurch Barrieren entstehen, die das Patientenwohl gefährden können. Hier setzen wir am UKF mit mehreren Projekten an. Sie sind in den vergangenen Jahren ständig gewachsen und tragen jetzt immer mehr Früchte“, sagt Professorin Dr. Miriam Rüsseler stolz. Sie leitet das FIneST, das Frankfurter Interprofessionelle Simulationstraining, und hat eine Professur für Medizindidaktik und klinische Simulation am Universitätsklinikum Frankfurt inne. „Der geplante Gesundheitscampus am UKF atmet diesen Geist. Und im Projekt ,Durch Barrieren schneiden‘ bringen wir schon seit Jahren Studierende im Praktischen Jahr mit Schülerinnen unterschiedlicher medizinischer Ausbildungs- und Pflegeberufe für einen direkten Erfahrungsaustausch und zu Rollenspielen zusammen. Die Kompetenz der anderen zu nutzen, um das eigene Wissen zu erweitern, ist enorm wertvoll. Die Teilnehmenden nehmen aus diesen Begegnungen sehr viel mit.“ Als weiterer interprofessioneller Baustein wurde kurz vor dem Internationalen Tag der Pflege 2023 das Projekt IGeL in das Ausbildungsprogramm des UKF integriert, eine „Herzensangelegenheit“ von Professorin Dr. Rüsseler.
IGeL steht für Interprofessionell Gemeinsam Lernen. Auszubildende der Gesundheitsfachberufe und Medizinstudierende lernen hier eigenverantwortlich Seite an Seite. Ähnliche Ausbildungsmodelle sind auch als IPSTA (Interprofessionelle Ausbildungsstation) bekannt – sie wurden nach schwedischem Vorbild konzipiert. In Deutschland gibt es sie erst seit wenigen Jahren. Dahinter steht die Überzeugung, dass eine qualitativ hochwertige und praxisbezogene Ausbildung nicht nur die Attraktivität der Gesundheitsberufe erhöht, sondern dass sich interprofessionelles Lernen auch positiv auf das Patientenwohl auswirkt. „Patientenversorgung ist heutzutage nicht mehr nur aus einer einzelnen beruflichen Perspektive denkbar“, davon ist Annegret Lauterbach, Leiterin der Schule für Physiotherapie, überzeugt. „Wenn Prozesse optimiert werden sollen, ist es unabdingbar, dass die Professionen zusammenarbeiten, und dass die Beteiligten die Abläufe anderer Berufsgruppen kennenlernen. Wenn fachliches Wissen geteilt und zusammengetragen wird, entsteht eine Schwarmintelligenz, die letztendlich die beste Patientenversorgung ermöglicht.“
Seit 12. Mai 2023 leiten drei Auszubildende der Pflege, zwei Medizinstudierende und ein Auszubildender der Physiotherapie am Universitätsklinikum Frankfurt eigenständig eine Station. Es sind Lernende im letzten Ausbildungsjahr und Studierende im Praktischen Jahr (PJ), also im letzten Ausbildungsjahr des Medizinstudiums. In der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie betreut die Gruppe sechs Patientinnen und Patienten. Die Auszubildenden bleiben in dieser Konstellation vier Wochen zusammen. Nach einer Pause von zweieinhalb Monaten starten die nächsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der IGeL-Station.
IGeL: Lernen unter realen Bedingungen und in einem geschützten Raum
Die frisch gebackenen Stationsleiterinnen und -leiter des IGeL-Projekts übernehmen in Eigenregie die Patientenversorgung, Therapiepläne, das Stationsmanagement und die Visite. Dabei werden sie nicht alleingelassen, erfahrene Kolleginnen und Kollegen sind jederzeit ansprechbar. „Die Auszubildenden und Studierenden werden engmaschig supervidiert. Die Sicherheit der Patientinnen und Patienten ist also jederzeit gewährleistet“, erklärt PD Dr. med. Jasmina Sterz, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie und Lehrkoordinatorin des Zentrums Chirurgie. Die Lernbegleitenden nehmen allerdings erst einmal eine beobachtende Rolle ein und halten sich im Hintergrund. Die Entscheidungen treffen die Auszubildenden. „Wir erwarten von diesem Ausbildungsbaustein einen gestärkten Teamgeist, die Förderung von eigenverantwortlichem Arbeiten und interprofessionellem Verständnis. Die Studierenden und Auszubildenden genießen den Vorteil, dass sie Wissen in einem geschützten Raum erwerben und erweitern können, abgesichert durch ein kontinuierliches Feedback der erfahrenen Kolleginnen und Kollegen. Gleichzeitig lernen sie praxisnah und situativ.“
Sicher in den Berufsalltag – zum Vorteil der Patientinnen und Patienten
„Die gemeinsame Recherche für eine individuelle und bestmögliche Krankenversorgung, ein schnelles Feedback und kurze Wege für Absprachen können die Fehlerquote bei der Patientenversorgung senken“, weiß Franciska Grauer, klinische Ausbildungs- und Lehrverantwortliche am Universitätsklinikum Frankfurt. „Auf der IGeL-Station werden die Auszubildenden und Studierenden im PJ für das komplexe System der Krankenversorgung sensibilisiert. Sie nehmen ihre berufliche Tätigkeit nicht als isolierte Aktion wahr, sondern im Zusammenspiel mit den Kolleginnen und Kollegen der unterschiedlichen Fachrichtungen auf der Station.“ Die Arbeit unter realen Bedingungen bereitet die Auszubildenden zudem optimal auf den bevorstehenden Berufseinstieg vor. Erprobtes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse der komplexen Arbeitsprozesse verleihen Sicherheit. Nicht zuletzt profitieren die Patientinnen und Patienten von der exklusiven 1:1-Betreuungssituation auf der IGeL-Station.
„Eine hochwertige Patientenversorgung kann nur unter Einbeziehung aller Beteiligten gelingen“, bekräftigt Pflegedirektorin Birgit Roelfsema. „Der Internationale Tag der Pflegenden und insbesondere das diesjährige Motto ,Our nurses – Our future` verweist auf eine gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung ebenso wie auf den hohen Stellenwert der Pflege für das Gemeinwohl.“ Am 12. Mai finden im Universitätsklinikum Frankfurt verschiedene Aktionen statt, die die Relevanz der Pflegeberufe und deren Selbstwahrnehmung in den Mittelpunkt stellen. Unter anderem können Pflegefachpersonen mit Hilfe einer Fotobox darstellen, wie sie sich und ihren Beruf sehen.
Bildmaterial:
(1 und 2) Medizinstudierende und Auszubildende üben im Frankfurter Interprofessionellen Simulationstraining (FIneST) eine Visite mit Schauspielerpatienten.
(3) Im Anschluss werden die Erfahrungen mit qualifizierten Trainerinnen besprochen.
Download unter: www.kgu.de/pressefotos
Der Abdruck des Fotos ist kostenfrei.
Für weitere Informationen:
Birgit Roelfsema
Pflegedirektorin
Universitätsklinikum Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 89 50 0
E-Mail: pd-ukf@unimedizin-ffm.de
Internet: www.kgu.de
Prof. Dr. Miriam Rüsseler
Frankfurter Interprofessionelles Simulationstraining (FIneST)
Universitätsklinikum Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 84 07 8
E-Mail: miriam.ruesseler@unimedizin-ffm.de
Internet: www.kgu.de
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