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Expertinnen und Experten des Universitätsklinikum Frankfurt haben unter Leitung von Prof. Volkhard Kempf die Umsetzung des SARS-CoV-2-Hygieneplans, die Übertragung der Erreger sowie Ausbruchsgeschehen am Universitätsklinikum Frankfurt analysiert und im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts transparent dargestellt.
Der Beginn der COVID-19-Pandemie im Februar 2020 stellte Gesundheitssysteme weltweit vor zahlreiche Herausforderungen. Das Universitätsklinikum Frankfurt hat mit umfangreichen krankenhaushygienische Maßnahmen auf die neue hochansteckende Infektion reagiert. Binnen kürzester Zeit waren auf SARS-CoV-2 zugeschnittene Hygienepläne zu erstellen und zu kommunizieren. Um sicherzustellen, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreicht werden, wurden Beschäftigte per Newsletter und Bildschirmbenachrichtigungen auf die neuen, im interdisziplinären Team entwickelten Vorgaben hingewiesen. Die Nachricht kam an: Zu Beginn der Pandemie wurden 3.000 Zugriffe pro Woche auf die Dokumente registriert, die mit neusten Erkenntnissen immer wieder aktualisiert und optimiert wurden.
Großes Hygienebewusstsein bei Beschäftigten
„In der Pandemie hat sich gezeigt, dass bei den Beschäftigten des Universitätsklinikums ein großes Hygienebewusstsein herrscht. Die SARS-CoV-2-Hygienepläne wurden von Beginn an mit großer Sorgfalt umgesetzt und auch die zahlreichen Aktualisierungen aufmerksam verfolgt und in die Praxis übernommen“, zeigt sich Prof. Volkhard Kempf, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, sehr zufrieden.
Ausbruchsgeschehen effektiv eingegrenzt
Diese Sorgfalt zeigte Wirkung. Eine jetzt veröffentlichte Analyse ergab, dass die Wahrscheinlichkeit, sich am Universitätsklinikum nach Kontakt mit einer erkrankten Person mit COVID-19 zu infizieren, sehr gering war. So wurden zwischen Februar 2020 und April 2022 11.207 Personen ermittelt, die außerhalb der COVID-Bereiche Kontakt zu Personen hatten, bei denen im Nachhinein eine Infektion mit SARS-CoV-2 festgestellt wurde. Von diesen mehr als 11.000 Kontakten wurden in der Folge dank der strengen Schutzmaßnahmen nur 223 Menschen selbst positiv auf das Virus getestet. Das entspricht etwa zwei Prozent. In mehr als zwei Jahren wurden insgesamt lediglich fünf Ausbruchsgeschehen verzeichnet, die schnell und effektiv eingegrenzt wurden.
Patienten und Kollegen geschützt
„Wir haben in den letzten zwei Jahren zahlreiche COVID-19-Patientinnen und -Patienten teils wochenlang intensiv betreut. Zudem war unsere Notaufnahme auch während der Pandemie durchgehend geöffnet. Bei deutschlandweit hohen Inzidenzen wurden hier viele Menschen behandelt, bei denen zum Zeitpunkt der Einlieferung nicht klar war, ob sie mit SARS-CoV-2 infiziert waren. Dass es uns trotzdem gelungen ist, Übertragungen innerhalb des Universitätsklinikums auf einem solch niedrigen Niveau zu halten, verdanken wir unseren strikten Hygienemaßnahmen und natürlich unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in allen Bereichen, die sich eng an diese Vorgaben gehalten und so ihre Kolleginnen und Kollegen, unsere Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige geschützt haben“, erklärt Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikum Frankfurt.
„Analysen wie die nun publizierte sind am Universitätsklinikum als Teil des laufenden Qualitätsmanagements und der guten wissenschaftlichen Praxis selbstverständlich. Mit der Veröffentlichung der Zahlen wollen wir anderen Einrichtungen eine Orientierung bieten, eigene Zahlen besser einschätzen zu können, und so zur Patientensicherheit über unser eigenes Haus hinaus beitragen“, erläutert Prof. Kempf die Beweggründe zur Publikation der internen Daten.
Publikation:
Hack, D., Wicker, S., Schneider, K., Graf, J., Kempf, V.A.J. Zugriffszahlen auf den SARS-CoV-2-Hygieneplan am Universitätsklinikum Frankfurt am Main im Verlauf der COVID-19-Pandemie sowie Transmissionsraten und Ausbruchsgeschehen, Epidemiologisches Bulletin, 01. September 2022, Link: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/epid_bull_node.html
Für weitere Informationen:
Prof. Dr. med. Volkhard A. J. Kempf
Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
Universitätsklinikum Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 50 19
E-Mail: volkhard.kempf@unimedizin-ffm.de
Internet: www.kgu.de
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