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Am 03. März ist Welttag des Hörens. Bei manchen Menschen ist die Hörfähigkeit so stark eingeschränkt, dass selbst Hörgeräte nicht mehr helfen. In diesem Fall können Cochlea-Implantate eine Lösung sein. Doch hier zählt auch die Qualität der Versorgung. Das Hörzentrum am Universitätsklinikum Frankfurt wurde aktuell als „beispielgebend“ ausgezeichnet.
Schlechtes Hören betrifft fünf Prozent der Weltbevölkerung. Mit dem Welttag des Hörens am 03. März macht die WHO jährlich auf die Prävention und Versorgung von Hörminderungen aufmerksam. Die Einschränkungen können ganz unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Je nach Art der Hörminderung sind ganz unterschiedliche Lösungen sinnvoll. Bei einem relevanten Teil der Betroffenen besteht kaum oder keine Hörfähigkeit mehr. In diesem Fall können Cochlea-Implantate (CI) die Lösung sein. In Deutschland werden jährlich rund 5000 Cochlea-Implantationen durchgeführt, doch die Qualität der Versorgung ist nicht überall die gleiche. Spezialisierte Zentren wie die Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Frankfurt bieten Patientinnen und Patienten je nach Diagnose die gesamte Bandbreite an Hörhilfen. Dazu zählen auch elektronische Innenohrprothesen wie das CI. Die hohen Standards der Klinik wurden nun erneut mit dem Qualitätssiegel CIVE (Cochlea-Implantat-versorgende Einrichtung) bestätigt und im Rahmen einer unabhängigen Auditierung sogar als „beispielgebend für Deutschland“ bewertet.
Das CIVE-Prädikat sorgt für Transparenz. Es erleichtert sowohl Ärztinnen und Ärzten als auch Patientinnen und Patienten die Einschätzung, wo Einrichtungen mit höchsten Qualitätsstandards für Therapie und Nachsorge im Bereich Cochlea-Implantat zu finden sind. Im Herbst 2021 hatte die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) das CIVE-Prädikat eingeführt. Unmittelbar im Anschluss hatte sich die HNO-Klinik des Universitätsklinikum Frankfurt dem anspruchsvollen Bewertungsprozess gestellt. Anfang 2022 erhielt sie die erste Zertifizierung in Hessen und war damit auch in Deutschland eine der ersten. 2023 konnte die Klinik das Prädikat nicht nur bestätigen, sondern wurde als besonders vorbildlich eingestuft. Eine unabhängige Zertifizierungsstelle prüft jährlich, ob die Qualitätskriterien weiterhin erfüllt werden.
Es kommt nicht nur auf das Gerät an
CIVE-zertifizierte Kliniken müssen u. a. die hohen Standards der interdisziplinären Versorgung erfüllen, eine geeignete Ausstattung vorweisen und eine lebenslange Nachsorge für betroffene Erwachsene und Kinder garantieren. „Wir freuen uns sehr, dass unser Leistungsspektrum zur Cochlea Implantat-Versorgung in unserem Zentrum von den Prüferinnen und Prüfern als beispielhaft nicht nur für das Rhein-Main-Gebiet, sondern für ganz Deutschland bewertet wird“, erklärt Prof. Timo Stöver, Direktor der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Frankfurt, stolz. „Mit dem Cochlea Implantat können wir Menschen zum Hören verhelfen, die zuvor kaum oder gar nicht hören konnten. Doch die Behandlung von Betroffenen mit hochgradiger Schwerhörigkeit ist ein komplexer Prozess. Er erfordert die Mitwirkung audiologischer, medizinischer, technischer und therapeutischer Expertinnen und Experten. Das können nicht viele Häuser vollumfänglich bieten. Eine Einrichtung wie unsere gewährleistet das gesamte Spektrum der Basis- und Folgetherapie: von der Diagnostik über die Operation bis zur regelmäßigen Justierung des Implantats – wir versorgen CI-Patientinnen und -Patienten ein Leben lang.“
„Exzellente Erfüllung“ aller Aufgaben der CI-Versorgung
Die Grundlagen für eine qualitativ hochwertige Versorgung mit Cochlea-Implantaten sind in der Leitlinie und im Weißbuch „Cochlea-Implantat-Versorgung“ festgelegt. Kliniken, die die hohen Standards der interdisziplinären Versorgung auf Basis der Empfehlungen gewährleisten, können nach strenger Qualitätskontrolle die CIVE-Zertifizierung erhalten. Die Zertifizierungsstelle hob bei der jüngsten Prüfung der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Frankfurt insbesondere die „mehr als deutliche Erfüllung aller Vorgaben des Weißbuchs Cochlea-Implantat-Versorgung“ hervor. Die personelle Ausstattung ermögliche eine „exzellente Erfüllung aller Aufgaben im Rahmen der Patientenversorgung“. Die Prüferinnen und Prüfer lobten zudem die enge fachliche, personelle und räumliche Verknüpfung des gesamten interdisziplinären Teams.
Hören für mehr Lebensqualität
In Deutschland sind rund 50.000 Menschen gehörlos, weitere 250.000 leben mit einem zu mehr als 50 Prozent eingeschränkten Hörvermögen. Cochlea-Implantate bieten eine Möglichkeit, Hörverluste auszugleichen, wenn mit einem Hörgerät kein ausreichendes Verstehen der Sprache erreicht wird. Bei gehörlosen und hörgeschädigten Kindern und Erwachsenen sind die Haarsinneszellen im Innenohr (=Cochlea) beschädigt oder fehlen. Die Wiederherstellung des Hörvermögens kann dazu beitragen, wieder am sozialen Leben teilzunehmen oder bei Kindern eine erfolgreiche Hör- und Sprachentwicklung einzuleiten.
Die elektronische Innenohrprothese umgeht den geschädigten Teil des Ohres und stimuliert den Hörnerv direkt. Das Cochlea-Implantat besteht aus einem externen Teil mit Mikrofon, Audioprozessor und Magnetspule und einem implantierten Teil. Bei der Operation wird eine feine Elektrode in die Hörschnecke eingesetzt.
Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Timo Stöver
Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Universitätsklinikum Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 67 88
E-Mail: timo.stoever@unimedizin-ffm.de
Internet: www.kgu.de
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