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Jedes Jahr sterben in Deutschland tausende Menschen an einer Sepsis – umgangssprachlich bekannt als Blutvergiftung. Jeder vierte dieser Todesfälle wäre vermeidbar. Das Universitätsklinikum Frankfurt hat nicht nur sehr hohe Standards zur Vermeidung eines kritischen Krankheitsverlaufs, sondern forscht auch an der Weiterentwicklung der Diagnostik und Therapie.
Die Sepsissterblichkeit ist in Deutschland höher als in anderen Industrienationen. Daher fordert das Aktionsbündnis Patientensicherheit einen nationalen Sepsisplan. Im Jahr 2015 wurde in Deutschland bei rund 320.000 Patienten eine Sepsis diagnostiziert. Zahlreiche Studien lassen vermuten, dass die Dunkelziffer noch höher liegt. Circa 23 Prozent dieser Patienten starben noch im Krankenhaus, im septischen Schock sogar über 40 Prozent. Ohne vorbeugende Maßnahme in den kommenden Jahren wird die Anzahl der Sepsisfälle weiter ansteigen.
Eine Sepsis ist häufig die Folge einer unzureichend behandelten Infektion der Lunge, eines Bauchorgans, des Harntrakts, des Hirn oder des Bewegungsapparates. Auch Grippeviren gelten als mögliche Auslöser. Die Symptome des Patienten sind eher unspezifisch. Müdigkeit, Atemnot und ein schneller Puls, aber auch kalte Arme und Beine sowie Fieber und Schüttelfrost können die anfänglichen Anzeichen sein. Im späteren Verlauf kann es zu irreparablen Organschäden kommen, die zu spät oder unbehandelt zum Tod führen.
Das Universitätsklinikum Frankfurt vermeidet einen kritischen Verlauf unter anderem durch hohe Standards und verbindliche Vorgaben in der Diagnostik, Therapie und Hygiene. Außerdem wird an der Weiterentwicklung der bestehenden Konzepte geforscht.
Hit hard and early
Etwa 70 Prozent der Patienten bringen eine Sepsis von außen mit in die Klinik. Daher ist eine wirksame Früherkennung sowie Notfallbehandlung nötig, um Komplikationen zu verhindern. Bei einem Verdacht auf eine Sepsis muss der Patient schnell mit einem geeigneten Antibiotikum behandelt werden. Am Universitätsklinikum Frankfurt sind entsprechende Diagnose- und Therapievorgaben etabliert, mit denen Verdachtsfälle frühzeitig erkannt und umgehend die notwendigen Maßnahmen eingeleitet werden.
Weiterentwicklung der Therapie
Unterschiedliche Forschungsansätze arbeiten an einer weiteren Verbesserung der Diagnose und Therapie. So könnte eine flächendeckende Verfügbarkeit effizienter Diagnostik die Risiken noch weiter senken. Das Universitätsklinikum Frankfurt führt nicht nur zur schnelleren und besseren Erregerdiagnostik Studien durch, sondern unter anderem auch zu neuen Biomarkern, Antikörpertherapien oder auch den Auswirkungen einer Ernährungsoptimierung.
Zur Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie arbeitet das Universitätsklinikum Frankfurt in verschiedenen Forschungsverbünden. Es ist Mitglied bei SepNet – ein interdisziplinäres Netzwerk aus Wissenschaftlern, das sich mit der schweren Sepsis sowie dem septischen Schock beschäftigt. SepNet vereint die Experten verschiedener Fachdisziplinen, die auf dem Gebiet der Sepsisforschung tätig sind. Ziel des Verbundes ist die Entwicklung noch effizienterer Behandlungsansätze. Außerdem ist das Universitätsklinikum Frankfurt in der Versorgungsforschung und Qualitätssicherung aktiv und beteiligt sich mit 75 weiteren Kliniken aus ganz Deutschland am Deutschen Qualitätsbündnis Sepsis – icosmos (quality improvement in infection control and sepsis management in model regions). Das wissenschaftliche Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
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