01. Juni 2026
Studiendaten belegen herausragende Ergebnisse in der Neonatologie der Universitätsmedizin Frankfurt. Zentraler Faktor für die erfolgreiche Versorgung der kleinsten und schwächsten Patientinnen und Patienten ist die enge interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit.
Die Versorgung von Frühgeborenen stellt höchste Anforderungen an medizinische Expertise, Erfahrung und Teamarbeit. Aktuelle Auswertungen aus der deutschlandweiten Registerstudie German Neonatal Network (GNN) zeigen: Die Universitätsmedizin Frankfurt gehört zu den besten Zentren in Deutschland, wenn es medizinisch besonders anspruchsvoll wird.
Die GNN-Studie erfasst seit 2009 Daten von mehr als 20.000 sehr kleinen Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm aus mehr als 60 Neonatologien bundesweit. Ziel ist es, die Entwicklung dieser Kinder zu untersuchen und Behandlungsstrategien zu vergleichen. Die Universitätsmedizin Frankfurt beteiligt sich seit 2017 an diesem Netzwerk und nutzt die Ergebnisse kontinuierlich zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Versorgung.
Exzellente Ergebnisse im bundesweiten Vergleich
Die aktuellen Auswertungen für die Jahre 2021 bis 2024 bestätigen die hohe Versorgungsqualität in Frankfurt eindrucksvoll. In der besonders relevanten Gruppe der Frühgeborenen zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche erreicht die Universitätsmedizin Frankfurt bei der Gesamtmortalität das neuntbeste Ergebnis unter rund 60 Zentren.
Auch bei schweren Komplikationen zeigt sich ein überdurchschnittlich gutes Bild: Bei den Ergebnissen nach Hirnblutungen liegt Frankfurt auf Platz 10 deutschlandweit – und das trotz eines überproportional hohen Anteils komplexer Fälle, wie sie für ein urbanes Maximalversorgungszentrum typisch sind. Bemerkenswert ist unter anderem auch, dass in den ausgewerteten vier Jahren keine Fälle der schweren Hirnschädigung Periventrikuläre Leukomalazie (PVL) bei Frühgeborenen zwischen der 24. und 29. Schwangerschaftswoche aufgetreten sind.
Ein herausragendes Ergebnis erzielt die Universitätsmedizin Frankfurt zudem bei der bronchopulmonalen Dysplasie (BPD), einer chronischen Lungenerkrankung von Frühgeborenen: Hier belegt das Zentrum Platz 5 im bundesweiten Vergleich. Weitere Komplikationen wie nekrotisierende Enterokolitis (NEK) oder Frühgeborenen-Retinopathie (ROP) liegen im guten Mittelfeld. Insgesamt gehört die Neonatologie der Universitätsmedizin Frankfurt damit zu den Top 10 in Deutschland.
Sehr gute langfristige Entwicklung der Kinder
Neben den Akutdaten bestätigen auch Nachuntersuchungen die hohe Qualität der Versorgung. Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1500 Gramm werden im Alter von zwei Jahren standardisiert neurologisch untersucht.
Über einen Zeitraum von fünf Jahren zeigen diese sogenannten Bayley-Testungen ein sehr erfreuliches Ergebnis: 99 Prozent der untersuchten Kinder weisen keine schweren Beeinträchtigungen wie Zerebralparese, Blindheit oder Taubheit auf.
Auch wenn Kinder mit genetischen Syndromen in dieser Auswertung nicht berücksichtigt wurden und etwa 20 Prozent der Familien nicht an den Nachuntersuchungen teilgenommen haben, liegt dieses Ergebnis deutlich über dem Durchschnitt. Es zeigt: Die große Mehrheit der in Frankfurt behandelten Frühgeborenen entwickelt sich langfristig ohne schwerwiegende Folgen.
Expertise und Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor
„Über diese Ergebnisse freuen wir uns sehr. Sie sind das Resultat einer eng abgestimmten Zusammenarbeit“, betont Dr. Ulrich Rochwalsky, Leiter der Neonatologie. „Geburtshilfe, Neonatologie und Kinderklinik arbeiten Hand in Hand. Expertise und Engagement der verschiedenen Berufsgruppen ergänzen sich – von Pflegefachpersonen, Ärztinnen und Ärzten, Hebammen sowie vielen weiteren Beteiligten. Dieses Zusammenspiel ist entscheidend: Wenn es medizinisch besonders herausfordernd wird, bietet die Universitätsmedizin Frankfurt eine Versorgung auf höchstem Niveau – von der Geburt bis zur langfristigen Entwicklung der Kinder.“
Als universitäres Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe übernimmt die Universitätsmedizin Frankfurt eine zentrale Rolle für die Region. Insbesondere bei Risikoschwangerschaften und extrem frühen Geburten profitieren die kleinen Patientinnen und Patienten von der umfassenden Expertise und den etablierten interdisziplinären Strukturen.
Das bestätigt auch der Leiter der Geburtshilfe der Universitätsmedizin Frankfurt, Prof. Dr. Frank Louwen: „Seit zwei Jahrzehnten zeichnet sich das Perinatalzentrum der Universitätsmedizin Frankfurt national wie international als herausragend aus. In den Schwerpunkten sichere Geburt, Beckenendlagengeburten sowie mütterliche Erkrankungen wie Präeklampsie und HELLP-Syndrom ist die Universitätsmedizin Frankfurt klinisch und wissenschaftlich führend.“ Beleg dafür ist auch, das Prof. Dr. Frank Louwen derzeit Präsident der International Federation of Gynecology and Obstetrics (FIGO) ist und zuvor European Board and College of Obstetrics and Gynaecology (EBCOG) war. Die Geburtshilfe der Universitätsmedizin Frankfurt verfügt zudem über einen im bundesweiten Vergleich sehr hohen Hebammenschlüssel im Verhältnis zur Anzahl der Geburten, und einer der größten Studiengänge für Hebammenwissenschaft in Deutschland ist angeschlossen.
Bildmaterial:
(1) Prof. Dr. Frank Louwen, Leiter der Geburtshilfe
(2) Dr. Ulrich Rochwalsky, Leiter der Neonatologie
Download unter: https://www.unimedizin-ffm.de/pressefotos
Der Abdruck der Fotos ist kostenfrei.
Für weitere Informationen:
Dr. Ulrich Rochwalsky
Leiter der Neonatologie
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 51 20
E-Mail: ulrich.rochwalsky@unimedizin-ffm.de
Internet: www.unimedizin-ffm.de