15. Oktober 2026
Die Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin an der Universitätsmedizin Frankfurt ist für ihre Interventionelle Onkologie von IASIOS akkreditiert worden. Die Prüfkriterien basieren auf den Behandlungsempfehlungen der Cardiovascular and Interventional Radiological Society of Europe. Die internationale Akkreditierung bestätigt, dass die Behandlung nach definierten Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfolgt – und zwar entlang des gesamten Behandlungspfads. Für Patientinnen und Patienten ist sie damit ein zusätzliches, international anerkanntes Qualitätsmerkmal.
Krebs möglichst gezielt behandeln und dabei gesundes Gewebe schonen: Darauf setzen die Verfahren der Interventionellen Onkologie. Mit Hilfe bildgebender Verfahren wie CT oder Ultraschall können Ärztinnen und Ärzte Tumoren bekämpfen, ohne dafür einen großen operativen Eingriff vornehmen zu müssen.
Bei einer sogenannten Ablation wird beispielsweise eine dünne Nadel durch die Haut direkt in den Tumor eingeführt. Über sie wird Energie abgegeben, die die Krebszellen zerstört. Bei einer Embolisation wird mittels eines feinen Katheters die Blutversorgung eines Tumors unterbrochen, sodass dieser nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Welche Methode eingesetzt wird, hängt vom individuellen Krankheitsbild ab.
Gesamter Prozess in international geprüfter Qualität
Solche minimalinvasiven Verfahren werden weltweit praktiziert. Die Standards und Abläufe können sich jedoch von Einrichtung zu Einrichtung unterscheiden. Das IASIOS (International Accreditation System for Interventional Oncology Services) setzt sich deshalb für einheitliche Qualitäts- und Sicherheitsstandards in der Interventionellen Onkologie ein und überprüft Zentren anhand dieser Standards. Die Akkreditierungsstelle ist weltweit die einzige, die sich ausschließlich auf die Qualitätssicherung in diesem Bereich konzentriert.
Die Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin an der Universitätsmedizin Frankfurt hat diesen Prüfprozess erfolgreich durchlaufen und ist nun für vier Jahre als IASIOS-Zentrum akkreditiert.
„Die Akkreditierung ist ein großer Erfolg des gesamten Teams der Interventionellen Radiologie und der beteiligten Fachdisziplinen“, sagt Prof. Dr. Thomas Vogl, Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin. „Entscheidend ist für uns, dass IASIOS nicht nur einzelne Eingriffe betrachtet. Geprüft wird der ganze Behandlungspfad – von der Überweisung über die Therapie bis zur Entlassung und Nachsorge. Damit wird die Qualität unseres gesamten interdisziplinären Versorgungskonzepts sichtbar.“
Was die Akkreditierung für Patientinnen und Patienten bedeutet
Für Patientinnen und Patienten schafft die IASIOS-Akkreditierung zusätzliche Orientierung bei der Wahl einer Behandlungseinrichtung. Sie zeigt, dass die Interventionelle Onkologie an der Universitätsmedizin Frankfurt nach international anerkannten Qualitätsstandards organisiert ist und die dafür definierten Anforderungen in einem unabhängigen Akkreditierungsverfahren überprüft wurden.
Bewertet werden unter anderem die Qualifikation des Behandlungsteams, die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die strukturierte Therapieplanung und -durchführung, die Sicherheit während des Eingriffs sowie die Qualität der Therapie und der Nachsorge. Auch die Erfahrung des Zentrums spielt eine Rolle: Voraussetzung für die IASIOS-Akkreditierung ist die Durchführung von mindestens 150 interventionell-onkologischen Eingriffen pro Jahr.
Für geeignete Patientinnen und Patienten können die minimalinvasiven Verfahren zudem Vorteile bieten: Da die Eingriffe meist über kleine Zugänge erfolgen, sind sie häufig weniger belastend als offene Operationen. Je nach Verfahren und individueller Situation ist auch eine ambulante Behandlung möglich.
Nach den Leitlinien der CIRSE
Grundlage der IASIOS-Akkreditierung sind die von CIRSE (Cardiovascular and Interventional Radiological Society of Europe) entwickelten Standards zur Qualitätssicherung in der Interventionellen Onkologie. Die medizinische Fachgesellschaft, die von mehr als 40 onkologischen und radiologischen Fachgesellschaften weltweit unterstützt wird, definiert Anforderungen an die Strukturen und Prozesse einer qualitativ hochwertigen Versorgung, erstellt und veröffentlicht Leitlinien und Positionspapiere, organisiert Fortbildungen und Kongresse.
Auch die im IASIOS-Netzwerk organisierten Zentren teilen Erfahrungen und Wissen miteinander und haben das Ziel, neue Entwicklungen in der Interventionellen Onkologie gemeinsam voranzubringen. Inzwischen sind fast 70 Kliniken in 31 Ländern IASIOS-akkreditiert, darunter mehrere deutsche Universitätsklinika wie die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Universitätsklinikum Freiburg.
Bildmaterial:
(1) Prof. Dr. Thomas Vogl (l.) und sein Team wurden erfolgreich IASIOS-akkreditiert. (Foto: Universitätsmedizin Frankfurt)
(2) Bei der „CIRSE 2026“ Anfang September 2026 in Kopenhagen wurde die IASIOS-Akkreditierung offiziell überreicht. (Foto: IASIOS)
Download unter: https://www.unimedizin-ffm.de/pressefotos
Der Abdruck der Fotos ist kostenfrei.
Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Thomas Vogl
Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 72 77
E-Mail: t.vogl@em.uni-frankfurt.de
Internet: www.unimedizin-ffm.de