Leiter des Konsiliarlabors:
Univ.-Prof. Dr. med. Volkhard A. J. Kempf
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Paul-Ehrlich-Str. 40
D-60596 Frankfurt am Main
++49-69-6301-5019 (Telefon) / - 83431 (Telefax)
Email: volkhard.kempf@ukffm.de
Das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums ist das vom Robert-Koch-Institut Berlin benannte „Konsiliarlabor für Bartonella spp.“. Die Aufgaben des Konsiliarlabors beinhalten die umfangreiche Untersuchung externer Proben aus der gesamten Bundesrepublik und angrenzender Länder sowie die diagnostische und therapeutische Beratung von niedergelassenen und Klinik-Ärzten zum Thema Bartonellen/Bartonellose auf wissenschaftlichen Basis.
Hier finden Sie unser Informationsblatt.
Diagnostische Labormethoden:
- Durchführung serologischer Untersuchungen zugesandter Seren unter Einsatz kommerzieller und in house-Antigene für B. henselae, B. quintana, B. bacilliformis und B. schoenbuchensis (die letzten beiden in Etablierung). Dazu Einsatz von Immunfluoreszenztests, ELISAs, Westernblots.
- Molekularer Nachweis von Bartonella-DNA durch Nukleinsäure-Amplifikationstechniken und nachfolgende Differenzierung (z.B. über Sequenzierung von 16S-23S-rDNA-ITS oder rpoB Polymorphismen).
- Whole genome Analyse von Bartonella-Kulturisolaten (mittels Oxford Nanopore).
Anzuchtversuche von Bartonella spp. unter Einsatz des von uns entwickelten Flüssigmediums.
Weitergabe von Materialien (nach Verfügbarkeit):
- DNA-Präparationen
- Seren (für z.B. Interlaborvergleich)
- ausgewählte Erregerisolate (nach den geltenden rechtlichen Regelungen)
- Materialgestellung für Ringversuche (z.B. Instand e.V.)
Beratungsleistung:
- Beratungstätigkeit für Ärzte, Laboratorien, öffentlichen Gesundheitsdienst und Forschungsinstitutionen im In- und Ausland (nach Verfügbarkeit)
Wissenschaftliche Labormethoden (Auswahl):
- Zellkultur-Infektionsmodelle, Zell-Linien, knock-out-Zellinien, primäre Zellen, Zell-, Organinfektionsmodelle
- Galleria mellonella-Infektionsmodelle
- Apotom- und Elektronenmikroskopie (in Kollaboration)
- bakterielle Mutagenese, Expressionsanalysen, Genomvergleiche
- bakterielle Isolate, Mutanten, Antikörper etc. können für wissenschaftliche Kooperationen nach Verfügbarkeit zur Verfügung gestellt werden
Stellungnahmen des Konsiliarlabors:
- Es wird manchmal behauptet, sog. „Striae“ (Dehnungsstreifen) würden durch Bartonella-Infektionen hervorgerufen. Hierfür existiert keinerlei Evidenz.
- Manche Laboratorien (v.a. nichtärztlich) bieten den Nachweis von Bartonella-Infektionen durch „Dunkelfeldmikroskopie aus peripherem Blut“ o.ä. an. Es gibt keinerlei Evidenz für diese Diagnostik, sie ist als unseriös zu bewerten.
- Manche Laboratorien bieten zum Nachweis von Bartonella-Infektionen „Lymphozytentransformationsteste (LTTs)“ oder Western-Blots an. Obwohl diese Testverfahren grundsätzlich bei anderen Infektionen eingesetzt werden können, besteht für Bartonella-Infektionen hierfür keinerlei Evidenz, die entsprechenden Verfahren sind weder in wissenschaftlichen Publikationen beschrieben, auch die eingesetzten Antigene werden i.d.R. nicht benannt. Diese Testverfahren sind als unseriös zu bewerten.
- Manche Laboratorien bieten zum Nachweis einer Bartonella-Infektion die Bestimmung von VEGF-Spiegeln aus peripherem Blut an. Diese Indikation ist vollkommen aussagelos, da erhöhte VEGF – Spiegel bei allen Infektionen vorkommen können, es handelt sich hierbei um eine der wissenschaftlichen Kernexpertisen des Konsiliarlabor-Leiters. Dieses Testverfahren zum Nachweis einer Bartonella-Infektion ist als unseriös zu bewerten
Das Konsiliarlabor erreichen wiederholt Anfragen zu folgender Thematik: In der Publikation „2023 ESC Guidelines for the management of endocarditis“ (Delgado et al., 2023) ist zur Diagnostik einer Bartonella-Endokarditis in Tabelle 9 geschrieben: „Investigation of rare causes of blood culture negative endocarditis: Bartonella spp. Serology (IgG phase I >1:800), … immunohistology, and 16S rRNA sequencing of tissue”.
Diese Angaben sind falsch: (i) Es existiert kein Phase I IgG in Bartonella-Infektionen, (ii) eine Serumverdünnung von 1:800 für Phase I Antigene existiert ebenfalls nicht und (iii) kommerziell verfügbare Antikörper für Immunhistologie sind dem Konsiliarlabor nicht bekannt. Eine Korrektur dieser Angaben durch die Autoren erscheint notwendig und wurde im Jahre 2025 erbeten.