Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, die Menschen jeden Alters betreffen kann. In unserem Epilepsiezentrum Rhein-Main begleiten wir Erwachsene, Jugendliche, wie auch unsere kleinsten Patienten ab dem frühen Kindesalter. Für Patienten mit einer Epilepsie, die nicht durch Medikamente kontrolliert werden kann (bekannt als medikamentenresistente Epilepsie), bietet die Chirurgie eine bedeutende Chance, Anfälle zu reduzieren oder sogar zu beseitigen. Unser Team ist auf folgende Eingriffe spezialisiert:
Resektive Chirurgie: Dabei wird der Bereich des Gehirns entfernt, von dem die Anfälle ausgehen. Durch sorgfältige präoperative Untersuchungen, einschließlich Bildgebung (MRT, PET), Video-Monitoring-EEG-Überwachung und neuropsychologische Testung, kann der Anfallsherd lokalisiert werden und so die sicherste und effektivste Operation geplant werden. Dies geschieht unter Schonung des umliegenden Hirngewebes und der wichtigen Hirnfunktionen.
Laserablation (LITT = Laser Intersitial Thermal Therapy): Eine weniger invasive Option, bei der fokussierte Laserenergie verwendet wird, um anfallsverursachendes Gewebe präzise zu zerstören, ohne einen großen operativen Zugang wählen zu müssen. Dies ist besonders nützlich bei tief im Gehirn gelegenen Bereichen, die mit herkömmlichen Operationen schwer zu erreichen sind.
Invasives EEG-Monitoring: Sollte sich das Areal nicht genau genug abgrenzen lassen, besteht die Möglichkeit einer invasiven Diagnostik mittels Stereoelektroencephalographie (sEEG). Mit Hilfe von Tiefenelektroden, welche wir roboterassitiert implantieren, kann das den Anfall auslösende Hirngewebe oft genauer eingegrenzt werden und anschließend in einem operativen Eingriff entfernt werden.
Transkranielle fokale Stimulation (EASEE = Epicranial Application of Stimulation Electrode for Epilepsy): Patienten, bei denen das anfallsauslösende Areal identifiziert wurde, eine Operation aber aufgrund der Lage in einer wichtigen Hirnregionen nicht in Frage kommt, besteht die Möglichkeit einer gerichteten Stimulation dieses Areals mittels transkranieller fokaler Stimulation. Diese Stimulation führt nicht zur Anfallsfreiheit, kann aber zu einer Reduktion der Anfallshäufigkeit oder der Anfallsschwere führen.
Diskonnektive epilepsiechirurgische Eingriffe: Bei Patienten mit schweren Epilepsien kann die Verbindungen zwischen den beiden Gehirnhälften oder Teilen einer Gehirnhälfte operativ unterbrochen werden, um die Ausbreitung der Anfälle zu verhindern.
Vagusnervstimulation (VNS) bei Epilepsie: Diese Therapie umfasst die Implantation eines kleinen Geräts, das elektrische Impulse an den Vagusnerv im Hals sendet. VNS kann die Häufigkeit und Intensität von Anfällen verringern und ist eine Option für Patienten, deren Epilepsie nicht mit einem gezielten epilepsiechirurgischen Eingriff behandelt werden kann.
Therapiemonitoring mit UNEEG (Ultra long-term EEG recording): Für ein differenziertes epileptologisches Therapiemonitoring besteht die Möglichkeit einer EEG-Diagnostik über ein Gerät, welches hinter dem Ohr unter der Haut implantiert wird. Dies ermöglicht eine Langzeit EEG-Ableitung außerhalb des klinischen Settings.