Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
Bakteriologie
Adresse
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
Universitätsmedizin Frankfurt
Paul-Ehrlich-Straße 40
Haus 40
60596 Frankfurt am Main
Direktor
Prof. Dr. med. Volkhard A. J. Kempf
Sekretariat
Frau M. McGarry
T +49 69 63 01 - 5019
F +49 69 63 01 - 83431
manuela.mcgarry@unimedizin-ffm.de
Der kulturelle Nachweis von Bakterien und Pilzen stellt auch heute noch den Goldstandard in der mikrobiologischen Infektionsdiagnostik dar. Die Anzucht von Mikroorganismen aus menschlichem Untersuchungsmaterial und die anschließende Empfindlichkeitstestung gegenüber Antibiotika bzw. Antimykotika sind in vielen Fällen entscheidend für eine wirkungsvolle antiinfektive Therapie. Im Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene findet die Anzucht von Mikroorganismen im Varia-, Blutkultur-, Urin-, Stuhl- und im Tuberkuloselabor sowie in der Mykologie statt (siehe auch Leistungsverzeichnis, Präanalytik und Einsendescheine).
Im Varia-, Blutkultur-, Stuhl- und Urinlabor werden Proben aus dem gesamten Universitätsklinikum und von auswärtigen Einsendern untersucht. Voraussetzungen für eine sinnvolle mikrobiologische Infektionsdiagnostik im Sinne des Diagnostic Stewardship sind:
- die richtige Indikation zur Probenentnahme (bspw. Verdacht auf eine bakterielle Infektion)
- die richtige Probenentnahme unmittelbar vor Beginn der Antibiotikagabe
- der richtige und schnellstmögliche Transport des Untersuchungsmaterials und
- die vollständige und eindeutige Kennzeichnung Untersuchungsmaterials und der Untersuchungsaufträge.
In unseren akkreditierten Laboratorien werden mit standardisierten Methoden Mikroorganismen angezüchtet. In den letzten Jahren ist zudem die zunehmende Verbreitung multiresistenter Bakterien (v.a. MRSA, VRE, MRGN) zu einem Problem geworden. Auf die schnelle Detektion dieser Erreger mittels bakteriologischer und molekularbiologischer Methoden wird großer Wert gelegt.
Im Blutkulturlabor werden die beimpften Blutkulturen automatisiert bebrütet, bei Erregerwachstum werden Grampräparate angefertigt, deren Ergebnis unmittelbar telefonisch an die Einsender mitgeteilt wird.
Liquores werden unmittelbar nach Ankunft zentrifugiert, gefärbt und mikroskopiert. Positive Ergebnisse werden unmittelbar telefonisch mitgeteilt.
Die phänotypische Resistenztestung der Erreger erfolgt mit verschiedenen Methoden (automatisierte MHK-Testung, Agardiffusionstestung, Mikrodilution etc.). Die Antibiotikaempfindlichkeit steht in der Regel nach 12 bis 24 Stunden fest.
Die Identifizierung und Empfindlichkeitstestung der Erreger erfolgt je nach Erreger-Antiinfektiva-Kombination mittels verschiedener Methoden (automatisierte MHK-Testung, Agardiffusionstestung, Mikrodilution etc.) und nach den Vorgaben der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (MIQ). Ergebnisse einer Empfindlichkeitstestung stehen in der Regel nach 12 bis 24 Stunden fest.
Einige Untersuchungen zu bestimmten Infektionen werden mithilfe sogenannter Schnelltests durchgeführt und das Ergebnis kann nach kurzer Zeit mitgeteilt werden (z.B. Legionellen- und Pneumokokkenantigen aus Urin, C. difficile-Antigen aus Stuhl, molekulare Testung positiver Blutkulturen etc.).
Ein Schwerpunkt des Institutes liegt weiterhin in einer umfangreichen Beratungstätigkeit der Einsender (Visiten auf Intensivstationen, telefonische Befundmitteilungen und Diagnose- sowie Therapieempfehlungen).
Das Labor besitzt darüber hinaus eine besondere Expertise im Rahmen der mikrobiologischen Diagnostik bei Mukoviszidose. Diese gehört neben serologischen und molekularbiologischen Nachweismethoden zum Leistungsspektrum des vom Robert Koch-Institut berufenen Konsiliarlabors für Mukoviszidose.
Parasitologie
Das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene verfügt über ein parasitologisches Labor, in dem z. B. Stuhl, Gewebebiopsien, Blut und andere Materialien von Patienten mit Verdacht auf parasitäre Erkrankungen (Protozoen und Würmer) untersucht werden. Zusätzlich werden tropische Parasitosen (z.B. Malaria, Amöbiasis, Leishmaniosis) bei Patienten mit einer Auslandsanamnese diagnostiziert. Hierzu werden sowohl direkte Antigentests (z.B. Lamblien- oder Amöben-ELISA) als auch mikroskopische Verfahren angewandt. Um den Nachweis von Wurmeiern in Zystenform zu erleichtern, kommen Anreicherungsverfahren zum Einsatz.
Anforderungen an das Untersuchungsmaterial: Bitte konsultieren Sie hierzu unsere Hinweise zu Leistungsverzeichnis, Präanalytik und Einsendescheinen.
Mykologie
Pilzinfektionen haben erheblich an Bedeutung gewonnen, was vor allem mit der Zunahme der Anzahl immungeschwächter Patienten zusammenhängt. Eine möglichst schnelle Erregeridentifizierung sowie Resistenzbestimmung ist erforderlich, um gezielte Therapieregime zu ermöglichen. Unser Institut bietet kulturelle, serologische und molekularbiologische Methoden zur Diagnostik von Mykosen an. Konventionell werden Hefe- und Schimmelpilze heute primär mittels Massenspektrometrie differenziert. Gleichzeitig wird bei klinischer Relevanz ihre Empfindlichkeit gegenüber Antimykotika überprüft. In unklaren Fällen erfolgt die Speziesdifferenzierung mittels DNA-Sequenzierung.
Ansprechpartner und Befundabfrage
Laborleitung
Prof. Dr. med. Michael Hogardt
Stellvertretende Laborleitung
Priv.-Doz. Dr. Silke Besier / Prof. Dr. Dr. Thomas Wichelhaus
Medizinische Technologen in leitender Funktion:
Frau Krauß (leitende MTA)
Frau Schombert (MTA)
Befundabfrage
Alle Befunde sind nach Beendigung der Analysen umgehend im elektronischen Auskunftssystem innerhalb des Klinikums online verfügbar. Darüberhinaus besteht die Möglichkeit zur telefonischen Befundabfrage unter:
| Bakteriologische Diagnostik | 069/6301-5433 |
| Stuhldiagnostik/Parasitologie | 069/6301-5943 |