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Entomotoxikologische Untersuchungen an forensisch relevanten Fliegenarten

Die Entomotoxikologie beschäftigt sich mit dem Nachweis von toxischen Substanzen in nekrophagen Insekten und untersucht einen möglichen Einfluss dieser Substanzen auf deren Entwicklung. Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass die Aufnahme von toxischen Substanzen einen Einfluss auf die Entwicklung nekrophager Insekten haben kann. So konnte nachgewiesen werden, dass bei einer Aufnahme von Kokain und Heroin eine beschleunigte Entwicklung im Larvenstadium der Fleischfliege Boettcherisca peregrina stattfindet. Im Gegensatz dazu kommt es zu einer verlangsamten Entwicklung im dritten Larvenstadium der Fleischfliege Parasarcophaga ruficornis, wenn das Antidepressivum Amitriptylin aufgenommen wird. Man konnte auch eine erhöhte Mortalitat bei der Aufnahme dieses Medikaments feststellen. Versuche mit Methadon haben gezeigt, dass der Einfluss einer Substanz je nach Fliegenart variieren kann.
Unsere Forschung befasst sich mit der Entwicklung der beiden in Mitteleuropa forensisch wichtigsten Schmeißfliegenarten Lucilia sericata und Calliphora vicina. Hier untersuchen wir deren Entwicklung auf mit den häufig Verwendung findenden Schmerzmitteln Paracetamol bzw. Ibuprofen versetzten Nahrungsgewebe und mögliche Auswirkungen auf die Berechnung des minimalen postmortalen Intervalls.