Kältemittel als mögliches Instrument zur Asservierung von forensisch relevanter Fliegenarten
Die Asservierung von insektenkundlichen Beweisen an Leichenfundorten spielt für die Bestimmung der Leichenliegezeit eine sehr wichtige Rolle, da anhand des Entwicklungsstadiums von Insekten hierauf geschlossen werden kann. Die Insektenlarven werden zum einen lebend, für die Weiterzucht, und zum anderen abgetötet, für die Larvenlängenbestimmung, asserviert. Das Abtöten der Insektenlarven geschieht idealerweise durch das Übergießen mit heißem Wasser und anschließender Überführung in Ethanol. Da dies an einem Fundort oft schwer realisierbar ist und das Abtöten der lebenden Insektenlarven in Ethanol während der darauffolgenden Konservierung zu einer Veränderung der Larvenlänge führen kann, wird eine neue und leichter durchzuführende Abtötungsmethode getestet. Die Larven verschiedener Entwicklungsstadien der Schmeißfliegen Calliphora vicina und Lucilia sericata werden in Falconröhrchen unterschiedlich lange mit einem Medizinischen und einem Industriellen Eisspray besprüht. Aufgrund der starken Kälteeinwirkung kommt es durch die Verwendung beider Eisspraytypen ab einer bestimmten Sprühzeit zu einem Absterben der Fliegenlarven, wobei die Larvenlängenveränderung während der anschließenden Konservierung in absolutem Ethanol über einen bestimmten Zeitraum untersucht wird.