Neurologische Facharztausbildung
Ärzte und Ärztinnen in der Neurologie durchlaufen im Rahmen ihre Ausbildung unterschiedliche Rotationen entsprechend der Weiterbildungsordnung. So auch bietet die Klinik für Neurologie in der Universitätsmedizin Frankfurt auch die benötigten Rotation im vorgegebenen Zeitrahmen an.
Dauer
5 Jahre (60 Monate) Weiterbildung nach der Approbation, davon 48 Monate Neurologie mit Intensivmedizin (6 Monate) und 12 Monate in der Psychiatrie und Psychotherapie.
Inhalte / Weiterbildungsziele
Die Weiterbildung soll die Ärztin oder den Arzt befähigen, alle neurologischen Erkrankungen zu diagnostizieren, zu behandeln und zu begleiten. Typische Schwerpunkte:
1. Diagnostische Kompetenzen
Neurologische Anamnese und klinische Untersuchung; Neurophysiologische Verfahren: EEG, EMG, Elektroneurographie, evozierte Potenziale; Bildgebung: CT, MRT, Angiografie (Interpretation, nicht Durchführung); Liquordiagnostik (Lumbalpunktion, Analyse); Sonografie (z. B. Doppler/Duplex der hirnversorgenden Gefäße)
2. Therapeutische Kompetenzen
Akutbehandlung: Schlaganfall (inkl. Thrombolyse, Thrombektomie-Indikation), epileptische Anfälle, neurointensive Notfälle
Langzeittherapie: Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Demenz, Kopfschmerzen, neuropathische Schmerzen, Epilepsien
Botulinumtoxin-Therapien (z. B. bei Spastik oder Dystonien)
Medikamentöse Langzeitstrategien (z. B. Immunsuppressiva, Antiepileptika, Antiparkinsonmedikamente)
3. Zusatzqualifikationen / Querschnittsbereiche
Neurointensivmedizinische Betreuung (Beatmung, Kreislauf, Monitoring)
Schnittstelle zur Psychiatrie: Diagnostik und Mitbetreuung psychischer Symptome bei neurologischen Erkrankungen
Rehabilitation und Sozialmedizinische Aspekte
Interdisziplinäre Zusammenarbeit (z. B. Neurochirurgie, Innere Medizin, Geriatrie)
Zusatzbezeichnungen
Neurologische Intensivmedizin
Palliativmedizin
Medikamentöse Tumortherapie
Schlafmedizin
Verkehrsmedizinische Begutachtung
Zertifikate
DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin): Neurologische Ultraschalldiagnostik
DGKN (Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung)/ DGfE (Deutsche Gesellschaft für Epileptologie): Elektroenzephalografie, Epileptologie, Elektromyografie, Evozierte Potenziale, Intraoperatives Neuromonitoring und perioperative Funktionsdiagnostik, Muskel- und Nervensonografie, Polysomnografie