Häufig gestellte Fragen

Was ist das KiSS?

Das KiSS erfasst als standardisiertes, systematisches Verfahren den Sprachstand vier- bis viereinhalbjähriger monolingual oder multilingual aufwachsender Kinder mit oder ohne Migrationshintergrund.

Welche wissenschaftliche Grundlage und welche Qualitätsmerkmale hat das KiSS?

Das KiSS wurde von Wissenschaftlern der Universitäten Frankfurt am Main, Gießen und Kassel entwickelt und erprobt. Es beruht auf medizinischen, pädagogischen und sprachwissenschaftlichen Erkenntnissen. Das KiSS erfüllt die strengen Kriterien, die von wissenschaftlicher Seite an Sprachscreenings gestellt werden.

Das hessische Verfahren unterscheidet sich maßgeblich durch zwei Aspekte von anderen Verfahren. Einerseits ist es die Entscheidung, auf die Kompetenz der KiSS-Erzieherinnen und KiSS-Erzieher als Vertrauenspersonen und die Kita als vertraute Umgebung zu setzen. Andererseits ist es die Unterscheidung der Ergebnisse zwischen „unauffällig", „medizinisch abklärungsbedürftig“, „sprachförderbedürftig“ sowie „medizinisch abklärungsbedürftig und sprachförderbedürftig“. Die Mercator-Studie 2013 bescheinigt dem Konzept von KiSS eine hohe Qualität.

Zudem wurde in 2020 auf Basis der Screeningergebnisse von über 43.000 Kindern die landesweite Neunormierung des KiSS in Zusammenarbeit mit Prof. Tomasik der Universität Witten/Herdecke bzw. des Instituts für Bildungsevaluation der Universität Zürich abgeschlossen und veröffentlicht.

Welche möglichen Ergebnisse liefert das KiSS?

Mit dem KiSS kann festgestellt werden, welche Kinder sprachlich unauffällig sind und welche eine medizinische Abklärung durch die Kinderärztin bzw. den Kinderarzt, sprachliche Förderung oder beides benötigen.

Was geschieht mit den Daten des Kindes?

Mithilfe der Informationen aus dem Screening-, Eltern- und Kitabogen wird ein Übersichtsbogen mit den Ergebnissen erstellt. Im Auftrag des zuständigen Gesundheitsamtes wird dieser Übersichtsbogen am Hessischen Kindervorsorgezentrum (HKVZ) vom Bereich KiSS erfasst und verarbeitet. Alle personenbezogenen Daten und die Daten des Kindes werden im HKVZ vier Jahre gespeichert und nur für Zwecke des KiSS verwendet. Nach Ablauf der vier Jahre werden alle personenbezogenen Daten datenschutzkonform gelöscht. Zu Studienzwecken werden nur anonymisierte Daten und Ergebnisse verwendet.

Die Eltern werden über den Sprachstand ihres Kindes schriftlich bzw. in einem persönlichen Gespräch mit der KiSS-Erzieherin oder dem KiSS-Erzieher informiert. Das Gesundheitsamt kann die erfassten Daten später bei der Schuleingangsuntersuchung des Kindes heranziehen, wenn die Eltern dem zuvor zugestimmt haben.

Falls Sie als Eltern Ihre Einverständniserklärung widerrufen möchten oder Fragen zum Datenschutz haben, so können Sie sich an das KiSS unter kiss-datenschutz@unimedizin-ffm.de wenden.

Unter https://www.kgu.de/datenschutzerklaerung finden Sie Informationen zur allgemeinen Datenschutzerklärung des Universitätsklinikums Frankfurt.

Wann wird das KiSS durchgeführt?

Das KiSS wird während des normalen Alltages in der Kindertageseinrichtung durchgeführt, wenn ein Kind das Alter von vier bis viereinhalb Jahren erreicht hat.

Wo und von wem wird das KiSS durchgeführt?

Eine KiSS-zertifizierte pädagogische Fachkraft führt das KiSS in der Kita durch. Die finale Auswertung des KiSS findet durch eine KiSS-Sprachexpertin bzw. einen KiSS-Sprachexperten statt. Diese/Dieser spricht eine entsprechende Empfehlung aus und schreibt einen Elternbrief, der den Eltern durch die KiSS-zertifizierte pädagogische Fachkraft in einem persönlichen Gespräch übermittelt wird.

Wie lange dauert die Durchführung des KiSS?

Die Durchführungsdauer beträgt ca. 15-20 Minuten.

Wird bei der KiSS-Schulung eine Teilnahmegebühr erhoben?

Nein, die Teilnahme ist für Eltern und Kinder kostenfrei. Auch die Schulungen der KiSS-Erzieherinnen bzw. KiSS-Erzieher und KiSS-Sprachexpertinnen bzw. KiSS-Sprachexperten sind kostenfrei.

Ist die KiSS-Teilnahme verpflichtend?

Nein, die Teilnahme am KiSS ist freiwillig. Es entstehen keinerlei Konsequenzen, wenn Eltern ihr Kind nicht teilnehmen lassen wollen. Dennoch empfehlen wir die Sprachstandserhebung, um dem Kind bestmögliche Chancen zur Sprachentwicklung zu ermöglichen.

Alltagsintegrierte Sprachförderung „DiALoGE“

Seit 2019 wurde das KiSS um das Sprachfördertool „DiALoGE“ erweitert. Dieses Konzept dient pädagogischen Fachkräften als Einstieg in die Thematik der alltagsintegrierten Sprachförderung und wird diesen durch die KiSS-Sprachexpertinnen und KiSS-Sprachexperten in Form einer Kurzfortbildung theoretisch sowie praktisch vermittelt. „DiALoGE“ zeigt auf, dass sprachförderndes Verhalten auf Dauer und überall im Alltag der Kinder eingesetzt werden kann. Es bedarf keiner besonderen Vorbereitung hinsichtlich der Gestaltung des Umfeldes und es ist gut in die alltäglichen Abläufe in Kindertageseinrichtungen zu integrieren.