Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Ergotherapie
Ergotherapie
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Universitätsklinikum Frankfurt
Heinrich-Hoffmann-Straße 10
60528 Frankfurt am Main
Leitung
Jochen Dworeck, Ergotherapeut
Tel.: 0151 171 90 490
jochen.dworeck@unimedizin-ffm.de
Büro der ErgotherapeutInnen
Tel.: 069/6301 5285
Willkommen in der Ergotherapie!
Die Ergotherapie ist ein zentraler Bestandteil der multiprofessionellen Behandlung psychischer Erkrankungen. Grundlage ergotherapeutischen Handelns ist die Annahme, dass Gesundheit, psychische Stabilität und soziale Teilhabe wesentlich mit der Fähigkeit zu selbstbestimmtem und sinnhaftem Handeln verbunden sind.
Psychische Erkrankungen gehen häufig mit Einschränkungen kognitiver, emotionaler, motivationaler und sozialer Funktionen einher. Betroffene erleben oftmals verminderte Belastbarkeit, Konzentrationsstörungen, Antriebsreduktion, eingeschränkte Alltagskompetenzen sowie Beeinträchtigungen des Selbstwertgefühls und der sozialen Teilhabe. Diese Einschränkungen können zu einem Verlust von Handlungsfähigkeit und Autonomie führen.
Die Ergotherapie verfolgt das Ziel, individuelle Ressourcen zu aktivieren, funktionelle Fähigkeiten zu fördern und die Handlungs- und Teilhabefähigkeit im Alltag zu verbessern. Durch gezielte therapeutische Aktivitäten werden Selbstwirksamkeit, Eigenaktivität und adaptive Bewältigungsstrategien gestärkt. Dabei orientiert sich die Behandlung an den individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Therapiezielen der Patientinnen und Patienten.
Die ergotherapeutische Behandlung richtet sich an Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen unterschiedlicher Schweregrade und in verschiedenen Krankheitsphasen. Ergotherapie findet auf offenen und geschützten Stationen und in der Tagesklinik statt. Behandelt werden unter anderem Menschen mit:
- affektiven Störungen,
- Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis,
- Angst- und Zwangsstörungen,
- Persönlichkeitsstörungen,
- Suchterkrankungen
Die Behandlung erfolgt indikationsbezogen und orientiert sich an den individuellen funktionellen Einschränkungen sowie den persönlichen Rehabilitationszielen.
Ergotherapeutische Verfahren und Angebote
Kreativ- und Gestaltungstherapie
Der Einsatz kreativer Medien ermöglicht die Förderung von Ausdrucksfähigkeit, Selbstwahrnehmung, emotionaler Verarbeitung und Handlungsplanung. Zum Einsatz kommen unter anderem:
Zeichnen und Malen mit unterschiedlichen Materialien,
Aquarell- und Acrylmalerei,
plastisches Gestalten mit Ton oder Speckstein,
textile und handwerkliche Techniken.
Kognitives Funktionstraining
Zur Förderung kognitiver Fähigkeiten werden standardisierte Trainingsverfahren und computergestützte Programme eingesetzt, unter anderem:
- Aufmerksamkeitstraining,
- Gedächtnistraining,
- Konzentrations- und Belastungstraining,
- therapeutische Software wie z.B. Cogpack.
Training emotionaler und sozialer Kompetenzen
Die Behandlung umfasst Verfahren zur Förderung von:
- Emotionswahrnehmung und Emotionsregulation,
- Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit,
- Konfliktfähigkeit und sozialer Kompetenz,
- achtsamkeitsbasierten Strategien und Selbstfürsorge.
Wahrnehmungs-, Bewegungs- und Entspannungsverfahren
Zur Förderung körperbezogener Wahrnehmung und psychophysiologischer Regulation kommen unter anderem zum Einsatz:
- Mototherapie,
- Nordic Walking (in Kombination mit kognitivem Training, “Mind& Walk”
- Wahrnehmungstraining,
- Aktivierungsangebote,
- Progressive Muskelrelaxation und weitere Entspannungsverfahren.
Alltagstraining und lebenspraktische Förderung
Die Wiederherstellung alltagspraktischer Kompetenzen erfolgt unter anderem durch:
- gemeinsames Einkaufen,
- Kochen und Backen,
- Planung und Strukturierung alltäglicher Abläufe,
- Training lebenspraktischer Fertigkeiten.
Teilhabeorientierte Angebote
Zur Förderung sozialer Integration und gesellschaftlicher Teilhabe werden gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Stationsalltags angeboten, beispielsweise:
- Spaziergänge und Bewegungsangebote,
- kulturelle Exkursionen,
- Freizeit- und Gruppenaktivitäten,
- jahreszeitliche und gemeinschaftsfördernde Veranstaltungen.
Entlassplanung und Nachsorge
Die Ergotherapie unterstützt die Vorbereitung auf die Entlassung sowie die Weiterbehandlung im ambulanten oder rehabilitativen Bereich. Dazu gehören:
- Unterstützung bei der Alltags- und Lebensplanung,
- Kontaktaufnahme zu weiterbehandelnden Einrichtungen,
- Beratung im Umgang mit sozialen Hilfesystemen,
- Begleitung in das häusliche Umfeld bei entsprechender Indikation.