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Station 93-7

Schwerpunktmäßig behandeln wir auf unserer Station Erkrankungen aus dem Spektrum der schizophrenen Psychosen. Hierzu zählen vor allem die paranoide Schizophrenie sowie alle weiteren Subtypen. Darüber hinaus behandeln wir sämtliche Komorbiditäten aus dem gesamten Spektrum psychiatrischer Diagnosen.

Diagnostik

Nach einer ausführlichen Untersuchung und der Erhebung der persönlichen sowie Krankheitsvorgeschichte erarbeiten Patient:in und Behandler gemeinsam das Behandlungskonzept sowie die dafür erforderliche Behandlungsdauer. Am Aufnahmetag erfolgen eine eingehende allgemein-körperliche und neurologische Untersuchung sowie die Bestimmung der Routine-Laborwerte. Routinemäßig werden ein EKG und ein EEG durchgeführt. Falls nicht bereits entsprechende Ergebnisse vorliegen, wird zudem eine cerebrale Bildgebung (CCT, cMRT) durchgeführt. Weitere Untersuchungen werden nach Bedarf veranlasst.

Therapieangebot

Im Vordergrund der Behandlung stehen bei den auf der Station behandelten psychotischen Störungen in der Regel eine kombinierte medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung. Neben dem ärztlichen Team arbeitet ein Team von Psycholog:innen und psychologischen Psychotherapeut:innen auf der Station.

Die Patient:innen profitieren von einem strukturierten Tagesablauf mit Aktivitäten wie Spaziergängen, Musik-, Lese- und Spielerunden sowie kognitivem Training. Hinzu kommen stationsübergreifende ergänzende Behandlungsmaßnahmen wie Ergotherapie, Krankengymnastik, psychoedukative Gruppen, soziales Kompetenztraining und Entspannungstraining. Sozialarbeiterische Unterstützung bei aktuellen sozialen Problemen oder zur Begleitung grundlegender Veränderungen der Lebenssituation steht nach Bedarf zur Verfügung.

Traumatherapie als fester Bestandteil des Behandlungskonzepts

Seit Ende 2025 ist auf Station 93-7 ein Traumaschwerpunkt für Patient:innen mit schizophrenen Psychosen etabliert. Grundlage hierfür ist unter anderem die neue S3-Leitlinie Schizophrenie, die gezielte Traumatherapie empfiehlt. Viele Patient:innen hatten bisher nur eingeschränkten Zugang zu entsprechenden Therapieplätzen – daher bieten wir Traumatherapie nun direkt auf der Station an.

Die Behandlung umfasst sowohl stabilisierende Maßnahmen als auch gezielte traumakonfrontative Verfahren im Rahmen einer strukturierten Traumabearbeitung. Die Traumatherapie ist fest in den Stationsalltag integriert und wird individuell an die Ressourcen der Patient:innen angepasst.

Stationsalltag und Pflegekonzept

Grundlage für einen positiven Therapieverlauf ist ein gutes therapeutisches Milieu. Die Station wird so gestaltet, dass sich jede:r Patient:in wohlfühlen und mit seinen/ihren vorhandenen Ressourcen in den Stationsalltag einbringen kann. Soweit möglich, orientiert sich der Alltag an den Prinzipien der therapeutischen Gemeinschaft.

Auf Seiten der Behandler wird Wert auf eine gute und produktive Zusammenarbeit in einem multiprofessionellen Team gelegt. Die Station bleibt frei von Gewalt oder Zwang.

Das Pflegepersonal initiiert und begleitet tägliche gemeinsame Aktivitäten, die lebenspraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten trainieren, Stabilisierung ermöglichen, Ressourcen fördern oder Alternativen zum Alltagstrott aufzeigen. Dazu gehören unter anderem Morgenrunden, Küchen- und Tischdienst, Spaziergänge sowie Spiel-, Musik- und Leserunden. Einzelgespräche, Bezugspflege und die Teilnahme an Therapiegruppen unterstützen die Kommunikation, Motivation und Krisenbewältigung.

Angehörige

Um die Angehörigen beim Umgang mit den Patient:innen zu unterstützen, bieten wir regelmäßig Informationsgruppen unter der Leitung unseres Oberarztes an.

Besuchszeiten

Dienstags, mittwochs und freitags: 16:00–20:30 Uhr
Montags und donnerstags: 18:00–20:30 Uhr
Wochenende und Feiertage: 09:00–21:00 Uhr
Ausnahmen sind nach Absprache möglich.

Belastungserprobungen

Frühzeitige Belastungserprobungen außerhalb der Station helfen, Hospitalisierungseffekte zu vermeiden. Ausgang und Wochenendbeurlaubungen erfolgen schrittweise und nach individueller Abstimmung.

Planung der Entlassung

Die Entlassung wird rechtzeitig angekündigt und vorbereitet. Bei Bedarf kann teilstationäre oder nachstationäre Betreuung erfolgen. Auch eine vorübergehende Behandlung in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) ist möglich.

Team

Oberarzt: Robert Bittner
Psychotherapeutische Leitung: Florian Spath
Gruppenleitung Pflege: Marcus Barbier

Pflege auf der Station

Das pflegerische Team der Station 93-7 verfolgt einen ressourcenorientierten Ansatz, der die individuellen Stärken und Fähigkeiten jedes Patienten in den Mittelpunkt stellt. Sie begleitet und unterstützt den Patienten durchgehend während des gesamten stationären Aufenthaltes und steht ihm in jeder Phase seiner Erkrankung verlässlich zur Seite. In enger Zusammenarbeit im interdisziplinären Team setzen wir uns gemeinsam dafür ein, jedem Patienten die bestmögliche Behandlung und Betreuung zukommen zu lassen. Die psychiatrische Pflege unterstützt aktiv den Therapieprozess, indem sie therapeutische Ziele im pflegerischen Alltag aufgreift und gemeinsam mit dem Patienten umsetzt. In strukturierten Gruppenangeboten werden alltägliche Kompetenzen wie Tagesplanung, soziale Interaktion und Selbstversorgung gezielt gefördert und gestärkt. Das zentrale Anliegen der psychiatrischen Pflege ist es, die Alltagsfähigkeit der Patienten schrittweise wiederherzustellen und sie – gemeinsam mit ihren Angehörigen – auf ein möglichst selbstbestimmtes Leben vorzubereiten.