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Über die Forschungsgruppe

Ziel des Forschungsbereichs Suizidforschung ist es, die ätiologischen Faktoren suizidalen Verhaltens sowie therapeutische Interventionen zu dessen Beeinflussung systematisch zu untersuchen. 

Unsere Forschungsgruppe versteht sich als interdisziplinäre und offene Arbeitsgemeinschaft mit Mitgliedern aus universitären und außeruniversitären Forschungs- und Versorgungseinrichtungen, sozialen Verbänden sowie Fachgesellschaften und steht dabei in besonders enger Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden. Alle Beteiligten verbindet das gemeinsame Interesse, suizidales Verhalten wissenschaftlich zu erforschen und Strategien der Suizidprävention weiterzuentwickeln. 

Die Treffen unserer Arbeitsgruppe dienen der Präsentation und Diskussion der Ergebnisse laufender Dissertationen und wissenschaftlicher Projekte sowie der Entwicklung neuer Forschungsideen. Dabei ist uns die Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachdisziplinen besonders wichtig. Da suizidale Erfahrungen und suizidales Verhalten Menschen von der Adoleszenz bis ins hohe Alter betreffen können, müssen sie sowohl in der Forschung als auch in der Prävention zielgruppenspezifisch berücksichtigt werden. 

Die regelmäßigen Arbeitsgruppentreffen werden zudem genutzt, um aktuelle wissenschaftliche Publikationen, gesundheitspolitische Entwicklungen sowie die Zusammenarbeit mit gesundheitspolitischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern zu diskutieren. Darüber hinaus berät die Arbeitsgruppe politische Institutionen im Zusammenhang mit der gesetzgeberischen Ausgestaltung von Suizidprävention und Suizidassistenz. In diesem Zusammenhang engagieren sich einige Mitglieder ehrenamtlich in Organisationen wie der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS), dem Werner-Felber-Institut e. V., Kriseninterventionsteams sowie weiteren gemeinnützigen Vereinen. 

Zu den Aufgaben der Arbeitsgruppe gehört außerdem die Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, zur Entstigmatisierung des Themas beizutragen. Durch Veranstaltungen, Fort- und Weiterbildungsangebote sowie Medienbeiträge werden unterschiedliche Zielgruppen erreicht. Dabei wird wissenschaftlich fundiertes Wissen sowohl Fachkreisen als auch der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So beteiligt sich die Arbeitsgruppe beispielsweise jährlich an der Organisation des Welttages der Suizidprävention. 

Aktuelle Veranstaltungen

  • 25. & 26. September 2026: Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention in Frankfurt am Main

    • Zum Programm und Anmeldung hier.

  • 25. - 28. November 2026: dgppn Kongress

    • Zum Programm und Anmeldung hier.

Forschungsschwerpunkte

  • Früherkennung, Risikoeinschätzung und Prävention suizidaler Krisen  

  • Untersuchung von Risiko- und Schutzfaktoren  

  • Identifikation und Analyse von Hochrisiko-Orten sowie Entwicklung struktureller Präventionsmaßnahmen  

  • Evaluation psychotherapeutischer und psychosozialer Interventionen bei Suizidalität 

  • Psychopharmakologie suizidalen Verhaltens und pharmakologische Suizidprävention 

  • Versorgung nach Suizidversuch und Schnittstellen zwischen stationärer, ambulanter und gemeindenaher Behandlung 

  • Postvention und Unterstützung von Angehörigen nach Suizid 

Methoden

  • Klinische Beobachtungs- und Interventionsstudien

  • Epidemiologische und versorgungswissenschaftliche Analysen 

  • Qualitative und Mixed-Methods-Forschung 

  • Psychometrische Diagnostik und longitudinale Verlaufsuntersuchungen 

  • Geografische und raumbezogene Analysen von Hochrisiko-Orten 

  • Evaluation komplexer Interventionen und Implementierungsforschung 

  • Sekundärdatenanalysen, Registerdaten und Routinedatenforschung 

Aktuelle Studien und Projekte

PREVENTS

Im Rahmen des PREVENTS-Projekts evaluieren wir ein verhaltenstherapeutisches Kurzzeittherapieprogramm speziell für Patient:innen nach einem Suizidversuch. 
Das RISE-Programm (Relapse Prevention Intervention after Suicidal Event) ist ein manualisiertes Behandlungsprogramm aus 5 Sitzungen (+ Vorgespräch). Im Rahmen einer multizentrischen, randomisiert-kontrollierten Studie überprüfen wir, ob RISE über die stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Standardbehandlung (TAU) hinaus wirksam ist. Ziel ist die langfristige Integration in die Routinebehandlung.

Kooperation: Bezirkskliniken Mittelfranken, Klinikum Hanau GmbH, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Städtisches Klinikum Dresden

Förderung: Das Projekt ist vom Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert.

Laufzeit: 02/2026 – 04/2029

 

Selektive Prävention von Depression und Suizidalität im Alter

Aufbau eines niedrigschwelligen sozialpsychiatrischen Versorgungsangebots zur frühzeitigen Anbindung von Personen ab 65 Jahren an psychiatrische Behandlung (Fast-Track-Zugang).

Laufzeit: seit dem 15.08.2024

Kooperation: ODDO BHF Stiftung

 

Handlungsleitfaden im Umgang mit Suizidalität

Einführung von Handlungsleitfäden zum Umgang mit Suizidalität in psychiatrischen und somatischen Kliniken.

 

Gruppenmitglieder

Gruppenleitung

Prof. Dr. med. Ute Lewitzka
lewitzka@med.uni-frankfurt.de

Stellvertretung

Micheal Stäblein (FFM)
michael.staeblein@unimedizin-ffm.de

Burkhard Jabs (Dresden)

Wissenschaftliches Kernteam (alphabetisch)

Tina Koch

Katharina König 

Hannah Schayani 

Arina Vorobyeva 

Doktorandinnen und Doktoranden

Hanna Adolphsen

Alexandros Argyropoulos

Karoline Bingel

Sarah Duschek

Paul Goesmann

Anne Gläsing

Guilia Heil

Johannes Horn

Anton Jacobshagen

Jennifer Lettau

Maike Leuschner

Alexandra Morfakidis

Moritz Müller

Kilian Pooch

Susann Richter

Evgueny Romanov

Pauline Thüsing
 

Eingeworbene Drittmittel

  • Dr. Elmar und Ellis Reiss Stiftung 

  • Crespo Foundation 

  • Förderung Hochschulmedizin Dresden 

  • Innofond 

  • Henrik Sznapp Stifung 

  • Freunde und Förderer e. V. 

  • ODDO BHF Stiftung 

  • Innovationsausschuss beim G-BA – Projekt Prevents 

  • Dr. Elias und Hedwig Gulinsky-Stiftung 

Laufende Promotions- und Masterarbeiten

  • Hanna Adolpsen, Sarah Duschek und Karoline Karoline Bingel - Suizidalität und Standard-Blutparameter bei geschlechtsinkongruenten Personen: Eine explorative Untersuchung biologischer Korrelate und ihrer klinischen Erfassung 
    Suizidalität stellt ein bedeutendes gesellschaftliches und gesundheitliches Problem dar, wobei insbesondere bestimmte vulnerable Gruppen, wie geschlechtsinkongruente Personen, ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken und -versuche aufweisen. Diese Pilotstudie untersucht daher mögliche Zusammenhänge zwischen ausgewählten Standardblutparametern und Suizidalität in dieser vulnerablen Gruppe, um langfristig die Risikoerkennung und frühzeitige Intervention zu verbessern. 
    Kooperation: Natalie Metternich und Prof. Bojunga
     

  • Alexandra Morfakidis - Suizidalität bei Zahnärzten*innen 
     

  • Guilia Heil – Untersuchung zu Kliniksuiziden
     

  • Paul Goesmann- Untersuchung der Suizidalität im Kontext psychosozialer Interventionen und sozialer Unterstützung nach dem Verlust nahestehender Angehöriger
     

  • Anne Gläsing - Langzeitverlauf von Depressivität, Suizidalität und psychosozialer Versorgung von ALS Patienten
    Im Rahmen einer prospektiven 30-monatigen Längsschnittstudie wurde der Verlauf von Depressivität, Angst und Suizidalität bei Patienten mit ALS untersucht. Hierzu erfolgten halbjährliche Erhebungen mittels standardisierter Fragebögen zu psychischen und psychosozialen Parametern. Die longitudinal erhobenen Daten wurden hinsichtlich Veränderungen der psychischen Symptomatik und psychoszialer Versorgungssituation ausgewertet. 
    Kooperation: Neurologie Uniklinik Dresden
     

  • Evgueny Romanov - Untersuchung über Häufigkeit und Einfluss von Schilddrüsenfunktionsstörungen, Parametern des Lipid- und Entzündungsstoffwechsels sowie dem Auftreten suizidalen Verhaltens bei psychiatrischen Patienten mit affektiven Erkrankungen 
     

  • Susann Richter – Poststationäre Suizidprävention
    Kooperation: Uniklinik Dresden
     

  • Moritz Müller - Systematische Untersuchung aller im Universitätsklinikum Dresden aufgetretenen Suizidfälle hinsichtlich psychopathologischer Parameter sowie baulicher Aspekte 
    Kooperation: Uniklinik Dresden
     

  • Jennifer Lettau - Analyse von Hotspots der Suizide in Dresden über den Zeitraum von 2005 bis 2015 unter besonderer Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen sowie Methode des Suizids
     

  • Johannes Horn – Untersuchung zum klinischen Umgang mit Lithiumintoxikationen
     

  • Kilian Pooch - Transgenerationale Traumata als blinder Fleck der Suizidprävention: Ein qualitativer Vergleich zur Begründung sozialethischer Interventionspflichten in Deutschland und Südkorea 
    In dieser Masterarbeit wird der explorative Versuch unternommen, einen qualitativen Vergleich zwischen Deutschland und Südkorea durchzuführen, da beide Länder tragische Kriege, Länderteilungen und massive Systemumbrüche erfahren haben. Die zentrale Leitfrage lautet: Inwiefern transgenerationale Traumata in den nationalen Suizidpräventionsstrategien unterrepräsentiert sind und ob eine sozialethische Notwendigkeit der Interventionspflicht besteht. Die Auswertung erfolgt nach der qualitativen Inhaltsanalyse von Mayring. Die sozialethische Unterscheidung zwischen kollektiver Schuld und kollektiver Last ist aufgrund der historischen Ausgangslagen entscheidend trotz universalistischen psychologischen Mechanismen.
    Kooperation: Prof. Mandry
     

  • Maike Leuschner - Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten und Suizidversuche in Haft: Eine Mixed-Methods-Studie zu Impulsentwicklung und Auslösern betroffener Inhaftierter und Sensitivität institutioneller Risikoeinschätzung
    Kooperation: Regina Wiedemann
     

  • Anton Jacobshagen - Suizidalität in Pflegeheimen bei über 65-Jährigen 
    Kooperation: Klinikum am Weissenhof
     

  • Alexandros Argyropoulos – Persistierende Suizidalität bei frühgestörten Patient:innen 
    Kooperation: LWL-Klinik-Hemer und Tobias Teismann)
     

  • Pauline Thüsing - Suizidalität bei Patienten mit einem Hirntumor 
    Ziel dieser Dissertation ist es die Faktoren psychische Belastung (Distress), Angst, Depressivität und Suizidalität sowie Resilienz bei Patienten mit Hirntumoren am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden zu untersuchen. Die Ausprägung der genannten Faktoren wird direkt nach der Diagnosestellung mit Referenzwerten für die Bevölkerung verglichen und deren Veränderung über einen Zeitraum von sechs Monaten betrachtet. Darüber hinaus untersucht die Studie den Unterschied zwischen malignen und benignen Hirntumoren sowie den Effekt einer Begleitung der Patienten mittels regelmäßiger Telefonkontakte im Untersuchungszeitraum. 

Publikationen

Gesamtliste: ResearchGate, Orcid. Ausgewählte Publikationen:

  • Frank MD, Heuschild B, Abdelhafiz O, Lewitzka U, Braun J, Braun D, Petrowski K (2024) Air Rescue Missions for Suicide: A Retrospective Analysis of a 12-Year Period from a German Rescue Helicopter Base. Air Med J.43(6):535-543. 

  • Wiest IC, Verhees FG, Ferber D, Zhu J, Bauer M, Lewitzka U, Pfennig A, Mikolas P, Kather JN (2024) Detection of suicidality from medical text using privacy-preserving large language models. Br J Psychiatry. 225(6):532-537. 

  • König K, Grosselli L, Reisch T, Glasow N, Wolfersdorf M, Wurst FM, Lewitzka U (2024) An Analysis of 398 In-Hospital Suicides. Dtsch Arztebl Int. 121(14):473-474. 

  • Grosselli L, Knappe S, Baumgärtel J, Lewitzka U, Hoyer J. (2024) Addressing help-seeking, stigma and risk factors for suicidality in secondary schools: short-term and mid-term effects of the HEYLiFE suicide prevention program in a randomized controlled trial. BMC Public Health. 24(1):113. 

  • Lüke R, Gerlach AL, Gysin-Maillart A, Lewitzka U, Teismann T (2023) Posttraumatische Belastungsstörung infolge eines Suizidversuchs - eine Pilotstudie“ Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 52. 10.1026/1616-3443/a000718. 

Kooperationen

FRANS Netzwerk 

Würdezentrum Frankfurt  

Univ.-Prof. Dr. med. Jon Genuneit, Institut für Öffentliches Gesundheitswesen

International Group for the Study of Lithium Treated Patients 

R-Link Initiative: Response TO LITHIUM NETWORK 

Universitätsklinikum Carl-Gustav Carus, Dresden, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie 

Werner-Felber-Institut e. V. Dresden 

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention e. V. (DGS) 

Nationales Suizidpräventionsprogramm (NaSPro)