Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Forschung
Pharmacogenomics, Pharmacokinetics and Pharmaceutical Care
Adresse
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Universitätsklinikum Frankfurt
Heinrich-Hoffmann-Straße 10
60528 Frankfurt am Main
Unsere Gruppe untersucht genetische Varianten und pharmakokinetische Faktoren, um die Wirkstoffkonzentrationen zu optimieren und die Nebenwirkungen von Psychopharmaka zu minimieren. Durch die Anpassung der Behandlungen an individuelle genetische Profile streben wir eine höhere Wirksamkeit und Sicherheit an. Unsere Forschung konzentriert sich auf die Resorption, Verteilung, den Metabolismus und die Ausscheidung von Wirkstoffen, mit dem Ziel, die Therapieergebnisse zu verbessern und die personalisierte Medizin voranzubringen.
Über die Forschungsgruppe
Unsere Gruppe untersucht den Einfluss genetischer Varianten und pharmakokinetischer Faktoren auf die Wirkstoffkonzentrationen, die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Psychopharmaka zu verbessern. Die Pharmakogenetik zielt darauf ab, Behandlungen auf das individuelle Erbgut abzustimmen. Dieser personalisierte Ansatz verspricht eine verbesserte Wirksamkeit und Sicherheit der Medikamente bei gleichzeitiger Minimierung von Nebenwirkungen. Die pharmakokinetische Forschung konzentriert sich hingegen darauf, zu verstehen, wie der Körper Medikamente verarbeitet. Durch die Untersuchung von Faktoren wie Resorption, Verteilung, Metabolismus und Ausscheidung wollen wir die Dosierungsschemata optimieren. Dieses Wissen kann zu präziseren Dosierungsanpassungen führen, die auf Faktoren wie Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und genetische Variationen basieren, und letztlich die Therapieergebnisse verbessern. Auch Wechselwirkungen zwischen Medikamenten spielen eine entscheidende Rolle in der Pharmakokinetik eines Medikaments. Wie lassen sie sich vermeiden? Welche Datenbanken können genutzt und wie lassen sie sich optimieren? Insgesamt gehören zu den Zielen unserer Forschungsgruppe die Maximierung der Wirksamkeit von Medikamenten, die Minimierung von Nebenwirkungen und die Förderung der personalisierten Medizin, um maßgeschneiderte Behandlungen anzubieten, die den Nutzen für die Patienten maximieren.
Forschungsschwerpunkte
Therapeutisches Drug Monitoring
Pharmakogenetische Testungen
Pharmazeutische Betreuungsleistungen
Wechselwirkungen zwischen Medikamenten
Komorbiditäten und körperliche Gesundheit
Aktuelle Projekte/Studien
PSY-KOMO
Da PSY-KOMO Projekt untersucht die Reduktion somatische Morbidität und Mortalität bei Menschen mit psychischen Erkrankungen durch regionale Netzwerke, Gesundheitsbegleiter und Screenings durch Psychiater.
Laufzeit: 2020-2026
Der Link zur Studie hier.
Kooperationen: Für die Konsortialführung: Universitätsklinikum Düsseldorf. Bei der Rekrutierung: Göppingen (Klinikum Christophsbad Göppingen, Universitätsmedizin Greifswald und Alexius/Josef Krankenhaus Neuss; für das Datenmanagement das Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKSD) Universitätsklinikum Düsseldorf und das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi) Berlin; für Gesundheitsbegleitung die Psychologische Hochschule Berlin; für Fragen der Medikation das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Bonn und die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie LVR-Klinikum Düsseldorf; für die Kassenärztlichen Vereinigungen die KVen Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein sowie für die Evaluation das IGES Institut Berlin. Die Krankenkassen AOK Rheinland/Hamburg und AOK Baden-Württemberg.
Fact-PGx
Fact-PGx untersucht die Barrieren bei der Implementierung von pharmakogenetischen Testungen im Krankenhaus und den Einfluss der Befunde auf die Medikation (inklusive Serumkonzentrationen) von depressiv erkrankten Menschen.
Laufzeit:2021-2026
Kooperationen: Universität Würzburg
PharmGenTRD
Einerseits soll die PharmGenTRD-Studie dazu beitragen, den Krankheitsverlauf bei behandlungsresistenter Depression sowie die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Medikamenten in Abhängigkeit vom pharmakogenetischen Genotyp zu untersuchen. Andererseits soll die innovative Methode des „Long-Read-Sequenzierens“ für pharmakogenetische Tests weiter verbessert und ihre Vor- und Nachteile im Vergleich zu klassischen Genotypisierungsmethoden aus kommerziellen Tests an einer klinischen Stichprobe untersucht werden. Darüber hinaus sollen Erkenntnisse über das Mikrobiom in Abhängigkeit vom Genotyp und dem eingenommenen Antidepressivum gewonnen werden.
Laufzeit: 2024-2027
Der Link zur Studie hier.
Kooperationen: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
CLOVER
Ziel dieses Projekts ist es, den Zusammenhang zwischen den Nebenwirkungen von Clozapin und genetischen Faktoren, der Serumkonzentration, dem Alter, der ethnischen Zugehörigkeit und dem Geschlecht zu untersuchen, um die Sicherheit und die individuelle Anpassung der Clozapin-Behandlung zu verbessern. Clozapin ist ein hochwirksames Antipsychotikum, das aufgrund seiner Nebenwirkungen bei behandlungsresistenter Schizophrenie nur selten eingesetzt wird.
Laufzeit: 2026-2029
Kooperationen: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn, varisano Klinikum Frankfurt Höchst, Universität Amsterdam Medical Center, Department für Pharmazie der Ludwig-Maximilians-Universität München und Universität Greifswald
Team
Leitung
Prof. Dr. rer. physiol. Dr. habil. Martina Hahn
E-Mail: m.hahn@med.uni-frankfurt.de
Gruppen-Mitglieder
- Paula Darm (PharmD)
- Samira Comtess (MD student)
- Elisabeth Paulus (MD student)
- Fabian Sattaf (MD)
- Anna Böttcher (DMD)
- Carolin Görnert (MD)
- Maximillian Maßem (pharmD)
- Linda Klose (MD)
Eingeworbene Drittmittel/Auszeichnungen/Preise
Drittmittel:
- GBA- Innovationsfond: PSY-KOMO 2020-2026
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: PharmgenTRD 2024-2027
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: CLOVER 2026-2029
Preise:
- Innovationspreis der Universität Witten-Herdecke 2013 für das „Eichberger Modell“
- Otsuka Team award 2018 für das „Eichberger Modell“
Laufende Promotions- und Masterarbeiten
- Pharmacy: Paula Darm, „Untersuchung des pharmakogenetischen Einflusses auf den Behandlungsverlauf depressiv erkrankter Menschen unter Nutzung verschiedener Sequenzierungs- und Array-Verfahren“
- Medicine: Samira Cometesse, “CYPRI-Score für pharmakogenetische Tests bei Patienten mit psychischen Erkrankungen”
- Medicine: Fabian Sattaf, „Therapeutisches Drug Monitoring von Cariprazin“
- Medicine: Carolin Görnert, „Der Einfluss des Metabolisierungsstatus von CYP2D6 und CYP2C19 auf die unerwünschten Wirkungen von Antidepressiva“
- Dental medicine: Anna Bötcher, „Gesundheitsbegleitung als unterstützende Versorgungsform für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen“
- Medicine: Elisabeth Paulus, „Pharmakogenetik in der Depressionsbehandlung: Evaluation eines Lehrvideos zu den Grundlagen für die klinische Praxis“
Publikationen
- Comtesse SM, Tašková I, Safářová N, Hahn M. An Exploratory, Retrospective Study of the CYPRI Score for Pharmacogenetic Testing Among Mental Health Patients. Genes. 2025; 16(12):1479. https://doi.org/10.3390/genes16121479
- Eckert A, Frantz A, Scherf-Clavel M, Weber H, Unterecker S, Reif A, Hahn M. Divergent Phenotypes, Actionable Genotypes, and Phenoconversion in a German Psychiatric Inpatient Population: Results from the FACT-PGx Study. Journal of Exploratory Research in Pharmacology 2023 vol. 000(000) | 000–000 Epub DOI: 10.14218/JERP.2023.00042
- Scherf-Clavel M, Weber H, Unterecker S, Frantz A, Eckert A, Reif A, Deckert J, Hahn M. The Relevance of Integrating CYP2C19 Phenoconversion Effects into Clinical Pharmacogenetics. Pharmacopsychiatry. 2024 Feb 14. doi: 10.1055/a-2248-6924. Epub ahead of print. PMID: 38354747.
- Sattaf F, Scherf-Clavel M, Unterecker S, Reif A, Hahn M. Recommendation for a Therapeutic Reference Range of Cariprazine-A Short Communication. Ther Drug Monit. 2023 Nov 14. doi: 10.1097/FTD.0000000000001152. Epub ahead of print. PMID: 38018849
- Dubrall D, Christ P, Böhme M, Hahn M, Schmid M, Scholl C. Analysis of drug-drug interactions between psychiatric drugs in spontaneous adverse drug reaction reports from EudraVigilance. Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol. 2026 Jan 22. doi: 10.1007/s00210-025-04956-5. Epub ahead of print. PMID: 41569311.
- Ilgner L, Eckert A, Roll SC, van den Akker M, Reif A, Hahn M: Psychopharmaka-Interaktionen im Fokus – Entwicklung eines 11-Item-Tools zum Vergleich von Interaktionsdatenbanken für die psychiatrische Praxis. Focusing on psychotropic drug interactions – Development of an 11-Item tool to compare interaction databases for psychiatric practice. Psychiatr Prax 2025; 52(08): 430-435. DOI: 10.1055/a-2695-6723
Medien
Informationsvideo zur Pharmakogenetik für Patienten hier.