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Forschungsbereiche

Die Klinik hat vier Forschungsbereiche mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Die translationale klinische Forschung (Prof. Dr. C.M. Freitag) mit einem Fokus auf klinische Studien (Dr. J. Mayer), den Langzeitverlauf psychischer Störungen und Neurophysiologie (Dr. L. Polzer), die Emmy-Noether Nachwuchsgruppe MIND-CHILD (Dr. N. Bast) zur Vorhersage psychischer Gesundheit im Vorschulalter, die Molekulargenetik mit Bioinformatik (Prof. Dr. A.G. Chiocchetti) sowie die MRT-basierte Bildgebung (Prof. Dr. C. Ecker – ehemalige Heisenberg-Professur). Die Forschung erfolgt in engem Austausch über die einzelnen Arbeitsgruppen hinweg. 

Die aktuellen Publikationen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forschung finden Sie z.B. über pubmed, google scholar, researchgate sowie andere Literaturdatenbanken.

TRANSREGIO-SFB (TRR379)

TRANSREGIO-SFB (TRR379) - Neuropsychologie der Aggression: Ein transdiagnostischer Ansatz bei psychischen Störungen 

Professorin Freitag, Professorin Ecker, Professor Chiocchetti

TRR379 (DFG Projekt 512007073; https://trr379.de/) erforscht die biologischen Grundlagen von Aggression bei psychischen Störungen und deren Verlauf über die Lebensspanne hinweg. In dieser Studie werden Genetik, molekulare Mechanismen sowie hormonelle, neurale und damit verbundene Verhaltenssysteme untersucht, um Biomarker für Aggressives Verhalten zu identifizieren. Beispielsweise werden geschlechtsspezifische Risikofaktoren für reaktive und proaktive Aggression bei Jugendlichen sowie der Zusammenhang von Aggression mit bestimmten Hirnstrukturen erforscht. 

Das Q1-Projekt des SFB 379 untersucht transdiagnostische Risikomechanismen für aggressives Verhalten über die gesamte Lebensspanne hinweg. Es baut eine zentrale Rekrutierungsplattform auf, um longitudinale Datensätze zu sammeln und “Biotyping”, also die Identifizierung spezifischer biologischer, psychologischer, neurokognitiver sowie umweltbezogener Merkmale, durchzuführen, die dazu beitragen, Aggression bei verschiedenen psychischen Störungen besser zu verstehen.

Die beiden Projekte C04 und C05 beschäftigen sich mit den neurobiologischen Grundlagen von aggressivem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen (Imaging Genetics und Gene x Umweltinteraktion).

Weitere Infos zur Studie und zur Teilnahme

LOEWE-Zentrum DYNAMIC

DYNAMIC – Dynamic Network in Mental Health 

PI: Professorin Freitag, beteiligt: Dr. Bast, Professorin Ecker

Im DYNAMIC-Projekt (LOEWE Schwerpunkt 280/06) wird ein dynamischer Netzwerkansatz verfolgt, um die Entwicklung psychischer Gesundheit zu erfassen. Dabei werden multimodale Daten genutzt, um individuelle Muster von emotionalen und sozialen Interaktionen über kritische Entwicklungsphasen hinweg zu analysieren. In unserem Teilprojekt fokussieren auf dynamische Netzwerke, die aus Videodaten von Patienten gewonnen werden.

EU-Projekt R2D2-Mental Health

EU-Projekt R2D2-Mental Health

No.101057385 HORIZON-HLTH-2021-STAYHLTH-01 

Work-Package-Leitung: Professorin Ecker, beteiligt: Professorin Freitag, Professor Chiocchetti

Das R2D2-MH Projekt (Risk and Resilience in Mental Health) ist eine große europäische Forschungsinitiative, die multimodale Daten aus verschiedenen Kohorten integriert, um Mechanismen von Vulnerabilität und Resilienz bei psychischen und neuronalen Entwicklungsstörungen zu verstehen. Es kombiniert klinische, verhaltensbezogene, neuroimaging-, genetische und umweltbezogene Daten nach FAIR-Prinzipien, um prädiktive Modelle und Stratifizierungsansätze für die Präzisionspsychiatrie zu entwickeln. Ziel ist es, Biomarker und Signalwege zu identifizieren, die individuelle Unterschiede in psychischen Entwicklungsverläufen und Therapieansprechen erklären. Es zielt insbesondere darauf ab, Resilienz im Kontext neuronaler Entwicklungsstörungen (wie ASS und ADHS) besser zu verstehen und zu fördern. Die Unterscheidung zwischen neuronaler Diversität und Störung steht dabei im Fokus dieses Projektes. Die Identifikation von Risiko- und Resilienzfaktoren mittels MRT- und genetischer Daten sowie Daten von genetischen Einflüssen auf Resilienz und deren Wechselwirkung mit Frühinterventionen bei Kleinkindern sollen helfen, Therapieerfolge besser vorhersagen zu können.

EU-Projekt EU-AIMS2-Trials

EU-Projekt EU-AIMS2-Trials

Beteiligt: Professorin Ecker, Professorin Freitag, Dr. Bast

Das AIMS-2-TRIALS Projekt (Autism Innovative Medicine Studies – 2 – Trials) ist eines der weltweit größten Forschungsnetzwerke zu Autismus, das von der EU gefördert wird. Ziel ist es, die biologischen Grundlagen des Autismus besser zu verstehen und neue Methoden für eine personalisierte Diagnostik und Therapie zu entwickeln. Hierzu werden große europäische Kohorten und modernste Verfahren aus Neuroimaging, Genetik, Informatik und klinischer Forschung genutzt, um Biomarker zu identifizieren und klinische Studien für maßgeschneiderte Behandlungsansätze vorzubereiten.

EU-Projekt STIPED

STIPED

European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement No 731827

Work Package lead: Professorin Freitag, Professorin Ecker

STIPED untersucht den Effekt von transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) unterschiedlicher Gehirnareale bei gesunden Kontrollpersonen sowie Kindern und Jugendlichen mit Neuronalen Entwicklungsstörungen (ADHS, ASS). In diesem Rahmen wurden fünf randomisierte, doppelblinde, Sham-kontrollierte klinische Phase-I- und Phase-IIa-Studien durchgeführt, die einerseits das Ziel hatten, den direkten Effekt auf die neuronale Funktion sowie andererseits die Umsetzbarkeit und Effektstärken, Sicherheit und Verträglichkeit von tDCS aufzuklären.

LOCUS-MENTAL

Emmy-Noether Projekt LOCUS-MENTAL - Das Locus-Coeruleus-Norepinephrine-System als Prädiktor mentaler Gesundheit im Kindesalter

Gruppenleiter: Dr. Bast

LOCUS-MENTAL (DFG Emmy-Noether Projekt 548343771) erforscht die Funktion des Locus-Coeruleus-Noradrenalin-Systems als Prädiktor für psychische Erkrankungen im Kindesalter. Durch die Kombination von Pupillometrie, EEG und Stresshormonanalysen soll ein objektives Frühwarnsystem zur Risikovorhersage und Prävention entwickelt werden, welches über Störungskategorien hinweg anwendbar ist.

Weitere Infos zur Studie und zur Teilnahme

Autismus-Frühintervention

A-FFIP – Langzeitstudie

PI: Professorin Freitag, beteiligt: Dr. Polzer, Dr. Bast

Aufbauend auf der randomisiert-kontrollierten, multizentrischen Studie zur Autismus-Spezifischen Frühförderung (A-FFIP, DFg-Förderung FR2069/8-1 & 8-2) untersucht die A-FFIP Langzeitstudie über die Studienzentren Frankfurt, Augsburg und Würzburg anhaltende Therapieeffekte und langfristige Entwicklungsverläufe bei jungen Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung. Mithilfe etablierter Verhaltenstests, klinischer Interviews, Fragebögen und Eye-Tracking-Messungen verfolgen wir Veränderungen entwicklungsrelevanter Kompetenzen und Schwierigkeiten vom Kleinkind- bis in das frühe Schulalter.

Neurobiologie bei Autismus und anderen psychischen Störungen

SEGA - Atypische sensorische Selektivität und neuronale Verstärkung bei Autismus-Spektrum-Störung

PI: Dr. Bast, Dr. Luckhardt

Das SEGA-Projekt (DFG Sachbeihilfe 492582254) untersucht die Verarbeitung sensorischer Reize bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen. Ziel ist es, mithilfe von Pupillometrie und EEG die neuronalen Mechanismen der sensorischen Filterung zu verstehen und deren Zusammenhang mit der Regulation von Arousal zu erfassen.


SoKo-ASS – Neurale Mechanismen sozial-kognitiver Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung

Dr. Polzer

Das SoKo-ASS-Projekt erforscht zugrundeliegende neurale Mechanismen sozial-kognitiver Prozesse bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung. Durch den Einsatz von EEG und Pupillometrie untersuchen wir neurophysiologische Aktivität, die mit basalen Aufmerksamkeitsfunktionen und der Verarbeitung sozialer Informationen in Verbindung steht.


Transcriptomic Subtyping of Imaging Phenotypes in Autism

Professorin Ecker

Das DFG-geförderte Projekt „Transcriptomic Subtyping of Imaging Phenotypes in Autism“ untersucht, wie Unterschiede in der Hirnstruktur bei Autismus mit zugrundeliegenden Genexpressionsmustern verknüpft sind. Mithilfe moderner Neuroimaging-Verfahren (z. B. kortikale Morphometrie) in Kombination mit Transkriptomdaten aus Ressourcen wie dem Allen Human Brain Atlas und Single-Cell-RNA-Sequenzierungen sollen biologisch fundierte Subgruppen innerhalb des Autismus identifiziert werden. Dieser Ansatz soll die Brücke zwischen makroskopischen Bildgebungsphänotypen und molekularen Mechanismen schlagen und so zu einem präziseren Verständnis der Heterogenität im Autismus beitragen.


Prediction of Response to Targeted Pharmacotherapy in Mental Health Disorders using Gene Expression Signatures

Professorin Ecker

Das Projekt „Prediction of Response to Targeted Pharmacotherapy in Mental Health Disorders using Gene Expression Signatures“ – gefördert durch die R. Rolf M. Schwiete Stiftung - untersucht die genetischen Mechanismen, die der Wirksamkeit pharmakologischer Behandlungen bei psychischen Erkrankungen zugrunde liegen. Durch die Verknüpfung von Neuroimaging-Daten (z. B. MRT) mit Genexpressionsmustern sollen molekulare Zielstrukturen identifiziert werden, die individuelle Unterschiede in Therapieansprechen erklären. Ziel ist es, ein analytisches Rahmenwerk und Softwarelösungen zu entwickeln, die präzise Vorhersagen des Behandlungserfolgs ermöglichen und langfristig neue Ansätze für eine personalisierte Psychiatrie schaffen.


Molekularbiologische Untersuchungen bei kinderpsychiatrischen Störungen 

PI: Professorin Freitag, Professor Chiocchetti

Neuronale Entwicklungsstörungen haben eine sehr hohe genetische Komponente. Diese Studie untersucht, wie genetische Varianten die Ausprägungen der einzelnen Störungsbilder beeinflussen. Grundlage ist eine einzigartige Studienkohorte, die wir laufend erweitern und durch internationale Vergleichsdaten ergänzen. Mithilfe genomweiter und funktioneller Analysen werden so beteiligte Gene und biologische Prozesse identifiziert. Zur Untersuchung der funktionellen Effekte von genetischen Risikovarianten nutzen wir human neuronale Zellmodelle (wie zerebrale Organoide). Dadurch können die genetischen Varianten in individuellen neuronalen Zelltypen untersucht werden.

Versorgungsforschung

KiRa Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen 

PI: Professor Chiocchetti

Dieses BMBF geförderte Projekt (01KX2121 BMBF; NUM-CoverChild, NUM-RDP, NUM-SAR) ist Teil des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM), einem Zusammenschluss aller deutschen Universitätskliniken. KiRa entwickelt ein digitales Dashboard, das die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sichtbar macht. Dabei spielt auch die digitale Verfügbarmachung von Routine- und Diagnostikdaten aus der Versorgung eine zentrale Rolle. Das Dashboard soll Fachleute, Entscheidungsträgerinnen bzw. Entscheidungsträger und die interessierte Öffentlichkeit dabei unterstützen, Trends und Belastungen früh zu erkennen. Damit trägt KiRa dazu bei, besser auf Krisen vorbereitet zu sein und faktenbasiert reagieren zu können.


WEGWEISER – Psychologische Soforthilfe Frankfurt 

Professorin Freitag, Dr. Mayer

Das durch die Kinderhilfestiftung Frankfurt e.V. geförderte Früherkennungsprojekt WEGWEISER-psychologische Soforthilfe (https://psychologische-soforthilfe-frankfurt.de/) wird begleitend wissenschaftlich untersucht. Die Fragestellungen beziehen sich auf die Validität des Screening-Ansatzes, die Akzeptanz der Sprechstunde durch die Kinder, Eltern und Eltern sowie den Langzeitverlauf der Symptomatik nach der Beratung innerhalb der Sprechstunde.


SUIZIDPOSTVENTION

Professorin Freitag, Dr. Holz

In dem durch den Carlson-Wedemeyer Förderpreis sowie den Fachbereich Medizin geförderten Projekt geht es darum, die Akzeptanz und Umsetzbarkeit einer kurzen, kosten-effektiven Postvention für Jugendliche nach Notfallvorstellung aufgrund von akuter Suizidalität zu untersuchen, sowohl in Bezug auf die Jugendlichen und ihre Familie wie auch in Bezug auf die durchführenden Ärzte und Psychotherapeuten.