Herzlich willkommen!

Ausrichtung der Versorgung und Zielgruppe

Unser teilstationäres und stationäres Behandlungsangebot richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren mit jeder Form einer psychischen Störung (einschließlich psychosomatischer Erkrankungen). Ambulant können Kinder ab 2 Jahren in der Kleinkindsprechstunde vorgestellt werden. Grundsätzlich behandeln wir bei entsprechender Indikation Kinder und Jugendliche aus Frankfurt und der näheren Umgebung, in Ausnahmefällen jedoch auch weiter entfernt lebende Kinder und Jugendliche. Wenn die Behandlungsplätze belegt sind oder wenn wir lange Wartelisten haben, dann werden Kinder und Jugendliche mit Wohnsitz in Frankfurt bevorzugt aufgenommen.

Anmeldung

Anmeldungen zur Aufnahme auf eine Tagesklinik oder eine Station können nur auf schriftlichem Wege und nur durch folgende Fachpersonen erfolgen (Anmeldebogen):

  • Fachärztinnen und -ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

  • Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutinnen und –therapeuten

  • Fachärztinnen und -ärzte für Kinderheilkunde und Jugendmedizin

Behandlung bei schwerer Symptomatik

Wenn eine ambulante Behandlung nicht ausreicht, bieten unsere tagesklinischen und stationären Angebote eine intensive Behandlung, um bei ausgeprägter Symptomatik der psychischen Störungen mit deutlichen Einschränkungen des alltäglichen Funktionsniveaus erneut die Voraussetzungen für eine ambulante Weiterbehandlung zu schaffen.

Tagesklinische oder teilstationäre Behandlung

Eine tagesklinische oder teilstationäre Behandlung findet werktags von 08:00 bis 17:00 Uhr in der Klinik statt. Während dieser Zeit nehmen die Kinder und Jugendlichen an einem strukturierten Tagesprogramm mit therapeutischer, medizinischer und pädagogischer Behandlung teil. Abends, an Wochenenden und Feiertagen verbringen sie die Zeit in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld.

Vollstationäre Behandlung

Die vollstationäre Behandlung ist ein intensivtherapeutisches Angebot für Kinder und Jugendliche mit schweren psychischen Störungen. Die Kinder und Jugendlichen verbringen Tag und Nacht in der Klinik und erhalten eine umfassende psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung. Besuchszeiten sowie individuell abgestimmte Tages- oder Wochenendbeurlaubungen sind – abhängig vom Krankheitsbild und Therapieverlauf – gewünscht und werden gemeinsam mit dem Behandlungsteam geplant. Wie unterstützen sehr, dass die Kinder und Jugendlichen auch während der stationären Behandlung regelmäßig Kontakt zu Eltern, Geschwistern und Freunden haben und so bei Entlassung schnell wieder in ihren gewohnten Alltag finden können.

Vorgespräch

Detaillierte Informationen zum Ablauf der (teil-)stationären Diagnostik und Therapie erhalten Familien im Rahmen eines Vorgesprächs vor der Aufnahme. In diesem Gespräch klären wir gemeinsam die individuellen Voraussetzungen, die Motivation zur Behandlung sowie die angestrebten Therapieziele. 

Für eine tagesklinische Behandlung sollte die Anfahrt zur Klinik in der Regel nicht länger als eine Stunde dauern.

Unser multiprofessionelles Team

Mit unserem multiprofessionellen Team bestehend aus Fachkräften aus den Bereichen Kinder– und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie, Gesundheits- und Krankenpflege, Sozialpädagogik und Erziehung, Ergotherapie, Physiotherapie, Sozialarbeit, Ernährungstherapie, Musiktherapie und Logopädie bieten wir den Kindern und Jugendlichen eine altersgerechte, umfassende Behandlung.

Unsere Behandlung

Unsere Behandlung basiert auf qualitätsgesicherten, hohen klinischen Standards und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist stets individuell auf die Bedürfnisse und Kompetenzen jedes Kindes und Jugendlichen und ihrer/seiner Familie abgestimmt. Wir wenden zahlreiche Methoden an, für die es einen wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit hinsichtlich der Behandlung der entsprechenden psychischen Störungen und Symptome bei Kindern und Jugendlichen gibt. Dies umfasst neben medikamentöser Therapie nach aktuellen wissenschaftlichen Standards vor allem unterschiedliche psychotherapeutische und übende Verfahren. Ein zentrales allgemeines Ziel unserer Arbeit ist die Wiederherstellung des psychosozialen Funktionsniveaus, mit dem Fokus auf eine schrittweise Rückkehr in Familie, Schule und Alltag. Die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten ist für uns ein wesentlicher Bestandteil des therapeutischen Prozesses.

Schulunterricht

In enger Kooperation mit der Heinrich-Hoffmann-Schule der Stadt Frankfurt erhalten die Kinder und Jugendlichen eine individuelle schulische Förderung durch qualifizierte Lehrkräfte. Der Unterricht deckt alle Schulformen und Klassenstufen ab und wird an den jeweiligen Lernstand und Entwicklungsbedarf der Kinder und Jugendlichen angepasst. Darüber hinaus werden Schullaufbahnberatungen, eine enge Abstimmung mit den Heimatschulen sowie die Klärung schulischer Perspektiven angeboten. 

Sofern es therapeutisch sinnvoll und organisatorisch möglich ist, kann im letzten Abschnitt der Behandlung eine schrittweise Reintegration in die Heimatschule erfolgen.

Unsere Stationen und Tageskliniken

Station 93-1: Jugendliche, Schwerpunkt Essstörungen und internalisierende Verhaltensstörungen

Die Station 93-1 verfügt über 17 vollstationäre Therapieplätze für Jugendliche ab einem Alter von 13 Jahren bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Wir behandeln vornehmlich Jugendliche, die von sogenannten internalisierenden Störungsbildern (z.B. Angst- und Zwangserkrankungen, depressive und somatoforme Erkrankungen) betroffen sind und bei denen Vermeidung von Alltagsanforderungen zum Problem geworden ist (z.B. Schulabsentismus / Schulvermeidung). Während der Behandlung kommen neben einer ggf. notwendigen medikamentösen Therapie so genannte meta-kognitive, kognitive und übende Verfahren (wie z.B. Expositionstherapie) zum Einsatz, die im Rahmen unseres ko-therapeutischen interdisziplinären Konzepts zu Angst- und Zwangsbehandlungen intensiv angeleitet werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Jugendstation 93-1 liegt in der Therapie der Anorexia nervosa und von Essstörungen mit vermeidend-restriktivem Essverhalten. Die Jugendlichen und ihre Familie erhalten mit familienbasierter Therapie und ernährungstherapeutischer Begleitung, die zusätzlich zur intensiven multimodalen Behandlung angeboten wird, eine umfassende evidenzbasierte Behandlung auf dem neuesten Stand der Forschung.

Station 92-1: Jugendliche, Schwerpunkt Emotionsdysregulation

Auf der Station 92-1 mit Schwerpunkt DBT-A bieten wir 10 vollstationäre Therapieplätze für Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren an, welche unter wiederkehrenden Anspannungszuständen, Stimmungsschwankungen, einem Gefühl innerer Leere, impulsivem und oft vielfältigem selbstschädigenden Verhalten sowie Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen leiden. Zentrales Ziel der Behandlung ist das Erlernen individueller funktionaler Strategien („Skills“) zur Emotionsregulation sowie für individuelles Problemverhalten (z.B. Selbstverletzungen, Substanzkonsum, selbstinduziertes Erbrechen). Im Rahmen der integrierten multiprofessionellen, evidenzbasierten Therapie bieten wir als spezifische Angebote Skills-Training im Einzel- und Gruppensetting für Jugendliche und Eltern/Angehörige sowie Achtsamkeitstraining und Bezugspersonenstunde.

Station 92-2: Kinder

Auf der Kinderstation bieten wir 10 vollstationäre Therapieplätze für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. Unser Stationskonzept orientiert sich an dem störungsübergreifenden Therapiekonzept Triple P ("Positive Parenting Program"), welches neben kindzentrierten Interventionen auch eine intensive Einbeziehung der Eltern und fürsorgenden Personen/Elternarbeit beinhaltet und durch ein zusätzliches ambulantes Gruppenelterntraining ergänzt wird. Wir behandeln Kinder mit sämtlichen psychischen Störungen einschließlich Autismus-Spektrum-Störungen und Essstörungen.

Station 92-3: Jugendliche mit akuter, schwerer Symptomatik

Die Akutstation 92-3 behandelt Kinder und Jugendliche mit akuter, schwerer Symptomatik, die bei verschiedenen psychischen Störungen auftreten kann, wie akute Suizidalität, starke Desorientierung und Verwirrtheit, selbst- und fremd-schädigendes Verhalten oder starkes Untergewicht bei Anorexia nervosa. Unser Team arbeitet kontinuierlich an einem sicheren, transparenten und deeskalierenden Stationsklima im Rahmen des Safewards-Modells. Durch den Aufbau tragfähiger Beziehungen sowie einem empathischen Verständnis der Schwere der akuten Symptomatik helfen wir Patienten und ihren Eltern / Sorgeberechtigten bei der Bewältigung der herausfordernden Situation. Das wesentliche Ziel der Behandlung ist die kurzfristigen Stabilisierung der akuten, schweren psychischen Symptomatik, die psychiatrische Diagnostik und das Einleiten erster therapeutischer Maßnahmen. 

Tagesklinik 92-4: Kinder

Auf der Kindertagesklinik bieten wir 10 tagesklinische Behandlungsplätzer für Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren. Unser Stationskonzept orientiert sich an dem störungsübergreifenden Therapiekonzept Triple P ("Positive Parenting Program"), welches neben kindzentrierten Interventionen auch eine intensive Einbeziehung der Eltern und fürsorgenden Personen/Elternarbeit beinhaltet und durch ein zusätzliches ambulantes Gruppenelterntraining ergänzt wird. Wir behandeln Kinder mit sämtlichen psychischen Störungen und kümmern uns regelhaft um die Entwicklungsförderung und den Aufbau sozialer Kompetenzen.

Tagesklinik 92-5: Jüngere Jugendliche

Die Tagesklinik für jüngere Jugendliche umfasst 10 teilstationäre Therapieplätze für Patienten im Alter von 11-14 Jahren. Die Grundlage unseres therapeutischen Arbeitens ist angelehnt an das Triple P Teens Konzept ("Positive Parenting Program für Jugendliche"). Ein weiterer Schwerpunkt bildet die Arbeit mit Jugendlichen, die aufgrund von psychischen Erkrankungen nicht mehr in der Lage sind, den Schulbesuch zu bewältigen. Hierfür haben wir ein spezifisches Konzept zur schulischen Wiedereingliederung entwickelt. Wir behandeln Jugendliche mit sämtlichen psychischen Störungen und kümmern uns intensiv um den Aufbau sozialer Kompetenzen und Förderung der Selbständigkeit im Alltag.

Tagesklinik 92-6: Ältere Jugendliche

Die Tagesklinik für ältere Jugendliche umfasst 10 teilstationäre Therapieplätze für Patienten im Alter von 15-17 Jahren. Einen besonderen Schwerpunkt unserer therapeutischen Arbeit bildet die Arbeit mit Jugendlichen, die aufgrund psychischer Störungen nicht mehr in der Lage sind den Schulbesuch zu bewältigen, in der Regel aufgrund von Angststörungen oder depressiven Episoden. Während der Behandlung kommen neben einer ggf. notwendigen medikamentösen Therapie so genannte meta-kognitive, kognitive und übende Verfahren (wie z.B. Expositionstherapie) zum Einsatz. In Zusammenarbeit mit der Familie und der Heinrich-Hoffmann-Schule unterstützen wir als multiprofessionelles Team die schulische oder berufliche Wiedereingliederung von Jugendlichen.