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Station 93-8

Auf unserer offen geführten suchtmedizinischen Station 93-8 behandeln wir vor allem Patientinnen und Patienten mit Alkohol-, Medikamenten- oder Cannabisabhängigkeit.

Wir führen im Regelfall einen qualifizierten Entzug mit einer Behandlungsdauer von drei Wochen durch, bei dem im Anschluss an die körperliche Entzugsbehandlung („Entgiftung") eine intensive gruppentherapeutische Behandlung angeboten wird. 

Zudem bieten wir Kriseninterventionen zur Verhinderung von Rückfällen an: wenn der Konsum kurz bevor steht, ist eine Aufnahme oft sinnvoll und kann auf wenige Tage begrenzt werden.

Für Patientinnen und Patienten, bei denen die Abhängigkeitserkrankung eng mit einer weiteren psychischen Erkrankung verknüpft ist, bieten wir auf 9 unserer 18 Behandlungsplätze ein achtwöchiges Intensivprogramm an.

Im Einzelfall ist auch eine integriert-teilstationäre Behandlung mit Übernachtung zu Hause möglich, sofern ein fester Wohnsitz besteht.

Voraussetzung für die Behandlung ist die Bereitschaft zum Verzicht auf Suchtmittel während der Behandlung in der Klinik.

Unsere Arbeit ist von einem wertschätzenden, vertrauensbasierten Umgang geprägt, alle Mitglieder des Behandlungsteams werden in Motivierender Gesprächsführung geschult.

Wir legen großen Wert auf die Eigenverantwortung unserer Patientinnen und Patienten: Nach Abschluss der körperlichen Entgiftung kann die Station tagsüber verlassen werden, sofern keine Therapien stattfinden. Mindestens eine Übernachtung zu Hause während der dreiwöchigen Behandlung dient der Erprobung neu erlernter Strategien im Alltag.

Als universitäres suchtmedizinisches Zentrum orientieren wir uns an aktuellen Leitlinien und beteiligen uns an deren Entwicklung. Neue Therapieverfahren, auch zur Behandlung von Begleiterkrankungen, finden bei uns sehr zeitnah Eingang in die Krankenversorgung.

Bereits während des Aufenthalts planen wir gemeinsam mit Ihnen die weitere Versorgung nach Entlassung (Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Rehabilitation).

Diagnostik

  • Suchtmedizinische und psychiatrische Aufnahmediagnostik einschließlich körperlicher Untersuchung und Laborkontrollen
  • Diagnostik und Mitbehandlung psychischer Begleiterkrankungen, insbesondere ADHS und Traumafolgestörungen
  • Diagnostik weiterer psychischer Erkrankungen (z.B. ADHS, Traumafolgestörungen, Depression, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen)
  • Somatische Basisdiagnostik (z.B. Abdomen-Sonographie, infektiologische Screenings) sowie bei Bedarf erweiterte Diagnostik (cMRT)  
  • Bei Bedarf intensiver Austausch mit den weiteren Fachdisziplinen der Universitätsmedizin Frankfurt (z. B. Gastroenterologie, Kardiologie, Neurologie)
  • Sozialdienstliche Beratung und Unterstützung bei finanziellen oder behördlichen Angelegenheiten (z. B. Jobcenter, Beantragung von Hilfen) sowie bei der Organisation der nachstationären Versorgung. 

Therapieangebote

  • Körperliche Entzugsbehandlung („Entgiftung")
  • Regelmäßige ärztliche Visiten- und Einzelgespräche
  • Informationsgruppe Suchterkrankungen
  • Psychologische und ärztliche Suchtgruppen
  • Psychologische Therapiegruppe „Impulsivität und Emotionsregulation"
  • Themenoffene Psychotherapiegruppe
  • Informationsgruppe zum Suchthilfesystem
  • Ergotherapie mit Kreativgruppe, kognitives Training, Entspannungsgruppe (PMR), Koch- und Backtherapie, ADL-Training, Achtsamkeitsgruppe und tagesstrukturierende Maßnahmen
  • Expositionstraining mit Virtual Reality
  • Informationsgruppe des Sozialdienstes zum Suchthilfesystem (inkl. Unterstützung beim „Nahtlosverfahren“ in die Entwöhnung)  
  • Strukturierende pflegerische Morgen- und Abschlussrunden
  • Bewegungsangebote
  • medikamentöse Rückfallprophylaxe (z. B. „AlcoBlock"/Disulfiram, Acamprosat, Naltrexon, Nalmefen)
  • Tabakentwöhnung mit Nikotinersatz (z. B. Pflaster, Inhaler) und ggf. Pharmakotherapie (Bupropion, Vareniclin)
  • Psychologische Einzelgespräche bei Bedarf
  • Teilnahme an stationsübergreifenden Gruppentherapien bei Bedarf (z. B. Depressionsgruppen)

Besondere Konzepte und Verfahren

  • Qualifizierter Entzug bei Alkohol-, Cannabis- und Medikamentenabhängigkeit
  • Diagnostik und Behandlung der ADHS bei Abhängigkeitserkrankung
  • Integrierte Behandlung von Sucht und psychischer Komorbidität (8-Wochen-Programm auf 9 von 18 Behandlungsplätzen)
  • Interdisziplinäre Mitbehandlung schwerer somatischer Begleiterkrankungen
  • Integriertes 8-Wochen-Programm bei Sucht und psychischer Komorbidität (z.B. Trauma, Depression)
  • Virtual-Reality-Exposition (insbesondere im Rahmen wissenschaftlicher Studien)

Inhaltlicher Schwerpunkt

Die suchtmedizinische Station 93-8 verbindet die körperliche Entzugsbehandlung mit einer intensiven, leitliniengerechten psychotherapeutischen Behandlung der zugrundeliegenden Suchterkrankung („qualifizierter Entzug").

Ein besonderes Merkmal ist unsere große Expertise in der Diagnostik und Behandlung der ADHS bei gleichzeitiger Abhängigkeitserkrankung.

Für Patientinnen und Patienten, bei denen die Suchterkrankung eng mit einer weiteren psychischen Erkrankung verknüpft ist – insbesondere bei Schwierigkeiten in der Emotionsregulation (z. B. Borderline-Persönlichkeitsstörung, Traumafolgestörungen, ADHS) – bieten wir auf 9 unserer 18 Behandlungsplätze ein achtwöchiges Intensivprogramm an.

Als Teil eines universitären Maximalversorgers können wir zudem auch schwere körperliche Begleiterkrankungen (z. B. Leberzirrhose, Herzinsuffizienz) interdisziplinär mitbehandeln.

Das Team

Unser multiprofessionelles Team setzt sich aus Ärztinnen und Ärzten (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Ärzte in Weiterbildung), einer Stationspsychologin mit weiteren psychologischen Mitarbeitenden, einem spezialisierten Pflegeteam, Ergotherapie und Sozialdienst zusammen. Alle Teammitglieder werden in Motivierender Gesprächsführung geschult. Regelmäßige multiprofessionelle Teambesprechungen, Visiten und Fallkonferenzen stellen eine abgestimmte, individuelle Behandlungsplanung sicher. Unser Sozialdienst unterstützt Sie bei sozialen oder finanziellen Fragestellungen und hilft bei der Regelung behördlicher Angelegenheiten (z. B. mit dem Jobcenter).  Wir sind eng mit ambulanten Beratungsstellen, Rehabilitationseinrichtungen, Selbsthilfegruppen und den anderen vielfältigen Hilfsangeboten im Frankfurter Raum vernetzt und beteiligen uns an Forschung und Lehre der Universitätsmedizin Frankfurt.

Pflege auf der Station

Pflegesystem

Auf der suchtmedizinischen Station 93-8 arbeiten wir nach dem Prinzip der Bezugspflege: Jede Patientin und jeder Patient erhält bei Aufnahme eine feste pflegerische Bezugsperson, die als zentrale Ansprechpartnerin oder zentraler Ansprechpartner über den gesamten Aufenthalt zur Verfügung steht und die individuelle Behandlungsplanung pflegerisch begleitet. Ergänzend führen erfahrene Pflegekräfte eigenverantwortlich therapeutische Gruppenangebote (z. B. Informations- und Therapiegruppen zu Suchterkrankungen, zum Suchthilfesystem und zur Emotionsregulation) durch. 

Pflegeverständnis

Unsere Arbeit ist von einer wertschätzenden, vertrauensbasierten und ressourcenorientierten Haltung geprägt. Wir begegnen Patientinnen und Patienten ohne Vorurteilen – ein bewusstes Gegengewicht zu der häufigen Stigmatisierungserfahrung von Menschen mit Suchterkrankungen. Wir verstehen Veränderung als gemeinsamen Prozess auf Augenhöhe und unterstützen die Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit unserer Patientinnen und Patienten. Angehörige können wir – im Einvernehmen mit den Betroffenen – aktiv in die Behandlung einbeziehen. Die Pflegekräfte begleiten nicht nur die körperliche Entzugsbehandlung, sondern leisten einen eigenständigen therapeutischen Beitrag.

Ausstattung und Rahmenbedingungen

Anzahl Behandlungsplätze:

  • 18 stationär (davon 9 Plätze für das achtwöchige integrierte Intensivprogramm bei Sucht und psychischer Komorbidität)
  • Bis zu 4 integriert-teilstationäre Behandlungsplätze

Räumlichkeiten / Besonderheiten:

  • Offen geführte Station
  • Die meisten Patientenzimmer sind Doppelzimmer, zwei Zimmer können mit drei bis vier Personen belegt werden
  • Alle Zimmer verfügen über eine eigene Waschecke, die restlichen sanitären Anlagen werden gemeinschaftlich genutzt  
  • Zudem stehen ein offener Tagesraum, ein Tages-/Speiseraum sowie eine Küche zur Verfügung