AML-BFM Referenzdiagnostik

Kinder mit Down-Syndrom haben ein hohes Risiko, eine vorübergehende/transiente abnormale Myelopoese (TAM, Synonym: TMD) oder eine myeloische Leukämie (ML-DS) zu entwickeln. Während die meisten Patienten mit TAM asymptomatisch bleiben und ohne Therapie in eine spontane Remission übergehen, kann ein Teil der Patienten an TAM-bedingten Komplikationen sterben oder einen Progress zur ML-DS zeigen. ML-DS Patienten haben insgesamt sehr gute Erfolgsaussichten einer Therapie. Sie sind aber besonders gefährdet für therapiebedingte Nebenwirkungen. Gleichzeitig ist die Prognose eines rezidivierenden ML-DS extrem schlecht. Daher muss die Therapieintensität einerseits Rückfälle vermeiden, andererseits aber Therapie-assoziierte Komplikationen minimieren. 

Das AML-BFM Labor und die Studiengruppe befassen sich mit den Besonderheiten der Therapie sowie des diagnostischen Prozederes für diese Kinder, aufbauend auf den Erfahrungen und den Ergebnissen früherer klinischer Studien der BFM-Arbeitsgruppe der GPOH (Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie). 

Der diagnostische Drei-Stufen-Fahrplan basiert dabei auf qualitativ hochwertiger Morphologie, Immunphänotypisierung und Molekulardiagnostik von peripherem Blut und erfolgt in den drei folgenden im KKJM etablierten spezialisierten Laboreinheiten, die mit entsprechend hochmodernem Labor-Equipment ausgestattet sind:

 

Prof. Dr. Jan-Henning Klusmann ist Studienleiter der internationalen klinischen Phase-III-Studie für Kinder mit ML-DS. Aufgrund seiner langjährigen und umfassenden Erfahrung rund um diese Erkrankung und einem hochqualifizierten Labor-Team mit großer Expertise für die geforderte hochmoderne High-End-Labortechnologie bieten wir das konzertierte Untersuchungsspektrum als zentralisierte „TAM(TMD)/ML-DS Referenzdiagnostik“ allen Kindern mit Down Syndrom durch Bündelung der Ergebnisse aller drei Basis-Diagnostik-Elemente an: Morphologie inklusive detailliertem Myelogramm, Immunphänotypisierung unter Berücksichtigung des spezifischen Antigenmusters sowie dem molekulargenetischen Nachweis der GATA1 Mutation. Da der Nachweis einer GATA1 Mutation konsekutiv mit der Diagnose eines ML-DS verknüpft ist, erfolgt bei Diagnosestellung und im Rezidiv eines ML-DS die erweiterte molekulargenetische Sequenzierung zum Nachweis von zusätzlichen Mutationen anderer Onkogene via „Next-Generation-Sequencing-basierter Analyse“. Die Verfügbarkeit aller genannten hoch-sensitiven Diagnostik-Tools, inklusive der Sequenzierung, ermöglicht es, die TAM(TMD)/ML-DS Referenzdiagnostik auch für die Überwachung der messbaren Resterkrankung (MRD) zuverlässig anzubieten. Weitere Information finden sie hier.

Sollten Sie Kinder mit Down-Syndrom (bzw. Trisomie 21) und einer vermuteten oder bestätigten myeloischen Neoplasie betreuen, können für die TAM(TMD)/ML-DS Referenzierung folgende Untersuchungsmaterialien eingesendet werden (detaillierte Versandmodalitäten entnehmen Sie bitte dem
Anforderungsschein):

  • Peripheres Blut (EDTA, Heparin)
  • Blutausstriche (nativ, ggf. Färbung nach Pappenheim)
  • Knochenmark-Aspirat (EDTA, Heparin)
  • Knochenmark-Ausstriche (nativ, ggf. Färbung nach Pappenheim)
  • Liquor-Präparate (nativ, ggf. Färbung nach Pappenheim)

Auch stehen Ihnen die kürzlich zusammengestellten Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung von TAM/ML-DS zur Verfügung. Das frühe Mortalitätsrisiko symptomatischer TAM Patienten konnte durch den Einsatz von niedrig dosiertem Cytarabin mit intensitätsreduzierten Chemotherapieprotokollen reduziert und hervorragende Heilungsraten für ML-DS Patienten erzielt werden.
[Al-Kershi S et  al. Recommendations for Diagnosis and … Klin Padiatr 2021; 233: 267–277 | © 2021].

Weitere Informationen

Anforderungsscheine
Die Anforderungsscheine (deutsch/englisch) für die TAM(TMD)/ML-DS Referenzdiagnostik und weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.leukemia-research.de/aml-bfm/

Therapieleitlinie TAM(TMD)/ML-DS
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/