Skip to main content

Zwei Ehrenamtliche weisen Patientinnen und Patienten den Weg durch das System.

Sie verstehen sich als Brückenbauerin und Brückenbauer. Ihr Ziel: zwischen Klinik und Kranken zu vermitteln. Eine Patientenfürsprecherin und ein Patientenfürsprecher engagieren sich an der Universitätsmedizin Frankfurt für das Patientenwohl: Brigitte Meyer-Mehrwald und Prof. Dr. Hans-Ulrich Dallmann. „Unser Credo lautet: Wir geben Informationen und Hilfe zur Selbsthilfe, damit Patientinnen und Patienten zu ihrem Recht und zu einer schnelleren Genesung kommen“, erklärt Brigitte Meyer-Mehrwald. 

Ehrenamtlich und unabhängig
Von der Stabsstelle Patientensicherheit & Qualität (PaSiQ), die sich u. a. mit dem Lob- und Beschwerdemanagement befasst, unterscheiden sie sich in wesentlichen Punkten: Die Patientenfürsprecherin und der Patientenfürsprecher sind keine Angestellten der Universitätsmedizin Frankfurt, sondern arbeiten explizit unabhängig. Sie werden in Abstimmung mit der Klinik durch die Stadt Frankfurt bestellt. Ihre Aufgabe üben sie ehrenamtlich aus.

Zwei Persönlichkeiten, ein gemeinsames Ziel
Die ehemalige Bankbetriebswirtin Brigitte Meyer-Mehrwald hatte sich 2024 von einem Aufruf in der Zeitschrift „Stadt Frankfurt im Blick“ angesprochen gefühlt und sich beworben. „Mein Antrieb ist es, etwas Positives zu bewirken. Als Patientenfürsprecher können wir sowohl zum Patientenwohl beitragen als auch der Klinik einen Mehrwert bieten, denn das Kostenmanagement profitiert ebenso davon“, so Brigitte Meyer-Mehrwald.

Der frisch gebackene Pensionär Prof. Dr. Hans-Ulrich Dallmann ist ganz neu, seit 01. August 2026, dabei. Über eine Ehrenamt-Website wurde er auf die Position aufmerksam und dachte sofort: Das passt! „Ich habe in meinem Berufsleben sowohl als Seelsorger als auch im Bereich Pflegeethik an einer Hochschule gearbeitet“, sagt er. „Zu Beginn meines Studiums konnte ich sogar ein Praktikum bei der Seelsorge der Universitätsmedizin Frankfurt absolvieren.“ Dass das Sprechzimmer der Patientenfürsprecher inzwischen direkt neben dem der Seelsorge im Erdgeschoss des Hauses 8D liegt, ist da fast symbolisch.

Die Vorerfahrungen der Ehrenamtlichen sind hilfreich, aber keine Voraussetzung, um die vielseitigen Aufgaben der Patientenfürsprecher zu erfüllen. Gefragt sind vor allem Flexibilität sowie Kommunikations- und Mediationsfähigkeiten. Das Team soll perspektivisch Verstärkung erhalten: Läuft alles wie geplant, wird bereits im kommenden Herbst eine weitere Person dieses sinnstiftende Ehrenamt an der Universitätsmedizin Frankfurt übernehmen.

Was Patientenfürsprecher leisten und was nicht
„Wir dürfen weder medizinische noch juristische Beratung anbieten“, stellt Brigitte Meyer-Mehrwald klar. „Wir unterstützen Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige mit Informationen und übernehmen eine Vermittlungsfunktion.“ Typische Anliegen sind: fehlende Terminverfügbarkeit, verzögerte Zusendung von Unterlagen, vermeintlich zu frühe Entlassung, Zweifel an der Medikamentengabe oder an der Diagnose. Die Kontaktaufnahme erfolgt überwiegend per E-Mail oder Telefon; auf Wunsch ist jedoch auch eine persönliche Beratung möglich. Aktuell findet die Sprechstunde dienstags statt.

Wegweiser durch das Gesundheitssystem
Oft reicht ein gezielter Hinweis: Dass es den Sozialdienst für die Zeit nach der Entlassung gibt, wissen viele Ratsuchende beispielsweise nicht. Bei Terminproblemen verweisen die Patientenfürsprecher auf die Möglichkeit, dass sich die Hausärztin oder der Hausarzt in dringenden Fällen direkt an das Krankenhaus wenden kann. Bei Bedarf nehmen sie selbst Kontakt zu Ärztinnen oder Kliniksekretariaten auf, um Prozesse zu beschleunigen. Auch auf externe Anlaufstellen – etwa die Beschwerdestelle der Krankenkassen oder die Stiftung Unabhängige Patientenberatung, die ärztliche Zweitmeinungen und Beratung anbietet –machen sie aufmerksam. 

Neue Räume, neue Kraft
Ein Handbuch für Patientenfürsprecherinnen existiert nicht – was bedeutet, dass das Duo auch selbst daran arbeitet, Standards zu entwickeln und sich in externen Schulungen weiterzubilden. Jetzt, wo dauerhafte Räumlichkeiten und personelle Verstärkung gefunden wurden, sind Brigitte Meyer-Mehrwald und Prof. Dr. Hans-Ulrich Dallmann bereit, ihre Brücken weiter auszubauen. Wer als Patientin oder Patient nicht weiterkommt, findet bei ihnen unabhängige Beratung – und Orientierung für die nächsten Schritte auf dem Weg zur Genesung und zur Durchsetzung der eigenen Rechte.

Weitere Informationen