Schwerpunkte

Fäkaler Mikrobiotatransfer

Die AG Klinische Mikrobiomforschung hat deutschlandweit erstmalig eine Methode etabliert, Patienten mit rezidivierenden Clostridioides difficile Infektionen durch die Gabe verkapselter Mikrobiotapräparate erfolgreich zu behandeln. Diese Therapien sind mittlerweile fest in das therapeutische Angebot des Schwerpunktes Infektiologie integriert worden.

Um die hier entstehenden Erfahrungen mit anderen Ärzten teilen zu können und nationale Standards zu entwickeln, hat unser Team in Zusammenarbeit mit der Uniklinik Jena ein nationales Register für Mikrobiotatransfers (MikroTrans) aufgebaut.

Derzeit ist die Anwendung des fäkalen Mikrobiotatransfer (FMT) in Europa unterschiedlich stark verbreitet. Um die Kommunikation innerhalb der FMT Gemeinschaft zu verbessern wurde das Europäische Netzwerk für Fäkalen Mikrobiotatransfer (EurFMT Netzwerk) etabliert. Das EurFMT Netzwerk ist eine internationale Zusammenarbeit akademischer FMT-Zentren, deren Ziel es ist, die Umsetzung und Anwendung von FMT in der klinischen Praxis und Forschung zu fördern. Alle akademischen Einrichtungen in Europa sind eingeladen, dem EurFMT-Netzwerk beizutreten, dem derzeit mehr als 39 Zentren aus 23 europäischen Ländern angehören. Hier finden Sie den Zugang zum EurFMT Netzwerk einschließlich Newslettern und Links.

Rolle der Mikrobiota in der Prävention und Therapie von Infektionen

Ein weiterer Fokus unserer Arbeitsgruppe liegt auf der Erforschung des Einflusses der Mikrobiota auf die Entstehung von Infektionen, wobei für uns auch hier die Translation in die klinische Anwendung im Vordergrund steht. Da Frau Prof. Vehreschild Mitglied des Koordinationsteams der Thematic Translational Unit: Healthcare-associated Infections (HAI) des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) ist, besteht eine besonders gute wissenschaftliche Vernetzung im Bereich der bakteriellen Multiresistenzforschung. In den entsprechenden Projekten wird z.B. der Einfluss der Mikrobiota sowie von Hygienemaßnahmen auf die Ausbreitung multiresistenter Erreger analysiert, die Wirksamkeit von Substanzen zum Schutz der Mikrobiota unter Antibiotikaexposition geprüft sowie Studien zur qualitativen und quantitativen Beschreibung des antibiotischen Selektionsdrucks durchgeführt.

Vor Ort stehen alle technischen Voraussetzungen sowie die notwendige bioinformatische Expertise für innovative Studien zur Verfügung. Bezüglich bereits heute anwendbarer therapeutischer Ansätze bietet das Universitätsklinikum Frankfurt PatientInnen mit wiederkehrenden Clostridioides difficile Infektionen einen Mikrobiotatransfer an.

Außerdem kann ein Mikrobiotatransfer im Rahmen von klinischen Studien verabreicht werden: z.B. in den klinischen Studien RESET-MDR  und VRE-Ex .

Kontakt

Prof. Dr. med. Maria J. G. T. Vehreschild, e-mail: maria.vehreschild@unimedizin-ffm.de