Dr. med. Michael von Wagner Ärztlicher Leiter der Stabsstelle Medizinische Informationssysteme und Digitalisierung Chief Medical Informatics Officer (CMIO) Geschäftsführender Direktor des University Center for Digital Healthcare
Das Digitale UKF 2.0 – Die Zukunft der Gesundheitsversorgung
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts Digitales Universitätsklinikum 1.0, das zentrale Fortschritte in der elektronischen Patientenakte, der IT-Infrastruktur und ersten smarten Versorgungslösungen brachte, startet die Universitätsmedizin Frankfurt mit Digitales UKF 2.0 den nächsten großen Schritt: die Entwicklung umfassender digitaler Zwillinge.
Ein digitaler Zwilling ist ein möglichst vollständiges digitales Abbild einer Patientin oder eines Patienten sowie des gesamten Universitätsklinikums. Mit diesen Daten können Behandlungen simuliert, Konsultationen effizienter geplant und Versorgungspfade optimiert werden. Das digitale Abbild des Krankenhauses hilft beispielsweise, die Auslastung von Notaufnahme oder Intensivstation vorauszusehen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen.
Connected Healthcare – Mensch im Mittelpunkt
Das Digitale UKF 2.0 ist Teil der Vision von Connected Healthcare, einer digitalen Gesundheitsversorgung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Alle Maßnahmen werden dabei nahtlos in bundesweite Vorhaben wie die elektronische Patientenakte oder das e-Rezept integriert.
Das Projekt gliedert sich in thematische Cluster, die jeweils spezifische Ziele verfolgen:
Intelligente Entscheidungshilfen für das medizinische Personal
Moderne Telemedizin für eine sektorenübergreifende Versorgung
Smarte Logistik und Verwaltung
Innovative Lernumgebungen in der medizinischen Ausbildung
Die übergreifende Zielsetzung aller Cluster: mehr Qualität, mehr Patientensicherheit und mehr Zukunftsfähigkeit für das Gesundheitssystem.
Zukunftsweisende Versorgung für Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende
Die Maßnahmen des Projekts ermöglichen eine intelligente, digitale und flexible Gesundheitsversorgung, bei der die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sowie die Unterstützung des medizinischen Personals stets im Fokus stehen.
Mit Digitales UKF 2.0 setzt die Universitätsmedizin Frankfurt einen wichtigen Meilenstein für die Gesundheitsversorgung von morgen. Durch den konsequenten Einsatz digitaler Technologien werden Behandlungssicherheit, Effizienz und Patientenorientierung weiter verbessert. Das Projekt steht für Innovation, Vernetzung und Qualität im Gesundheitswesen und unterstreicht die Rolle der Universitätsmedizin Frankfurt als Vorreiter für moderne, vernetzte Medizin.
Digitaler Zwilling – Patient / Patientin
Die elektronische Patientenakte wird weiterentwickelt, um Daten strukturiert und hochauflösend abzubilden. Plattformen zur klinischen Entscheidungsunterstützung erleichtern medizinische Therapieentscheidungen. Ein zentrales Command Center verbindet alle Beteiligten interdisziplinär, sorgt für transparente Versorgungsübersichten und ermöglicht agile Anpassungen zur Erhöhung von Sicherheit und Effizienz.
Telemetrie und Telemedizin
Durch den Einsatz moderner Funktechnologien und mobiler Sensorik unterstützt die Universitätsmedizin Frankfurt die Versorgung von Patientinnen und Patienten auch außerhalb stationärer Bereiche. Telemedizinische Konsile und die Einbindung regionaler Partner stärken die Resilienz des Gesundheitssystems und verbessern die Versorgungsqualität.
Steuerung der Patientenströme
Komplex erkrankte Patientinnen und Patienten erhalten durch eine integrierte Koordination eine bessere Versorgung über Sektorengrenzen hinweg. Die enge Kooperation mit regionalen Partnern ist dabei ein zentraler Baustein.
Clinical Decision Support
Die Kombination von medizinischem Wissen und Echtzeitpatientendaten ermöglicht evidenzbasierte, leitliniengerechte Entscheidungen. Künstliche Intelligenz unterstützt in Bereichen wie Radiologie und der Pflegefachallokation, um Behandlungsqualität und Patientensicherheit zu erhöhen.
Digitaler Zwilling – Krankenhaus
Ein virtuelles Modell des Klinikums verbessert die Planung und Nutzung von Ressourcen wie Betten, Geräten und Personal. Dies trägt zur Entlastung der Mitarbeitenden und zu einer besseren Steuerung medizinischer und kaufmännischer Prozesse bei.
Arbeitsplatz der Zukunft
Die Universitätsmedizin Frankfurt gestaltet digitale Arbeitsplätze mit flexiblen Endgeräten und unterstützt dezentrales Arbeiten. Digitale Lösungen erleichtern Dokumentation, Entscheidungsfindung und die virtuelle Zusammenarbeit – etwa in hybriden Sprechstunden.
Infrastruktur
Die IT-Basisinfrastruktur wird ausgebaut und modernisiert, um eine sichere, dezentrale Datenhaltung und eine leistungsfähige Business-Intelligence-Umgebung zu gewährleisten, die Grundlage für alle digitalen Innovationen sind.
Forschung und Lehre
Bessere Zugänge zu strukturierten Versorgungsdaten und neue digitale Plattformen fördern die patientennahe Forschung sowie die Fort- und Weiterbildung. Dies unterstützt die Entwicklung innovativer Behandlungsmethoden und verbessert die Studienrekrutierung.
Logistik
Automatisierte Lager- und Bestellsysteme erhöhen die Effizienz und Versorgungssicherheit im Klinikum, entlasten Mitarbeitende und verbessern die Verfügbarkeit medizinischer Materialien.
Querschnittsthemen
Die Vernetzung und Integration aller digitalen Lösungen sowie eine systematische Nutzenbewertung sichern den Erfolg des Gesamtkonzepts. Virtuelle Sprechzimmer und moderne Kommunikationsplattformen fördern den Austausch aller Akteure im Gesundheitswesen.
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