Was ist Bauchfellkrebs? Krankheitsbild und Ursachen
In Deutschland erkrankten 2020 ca. 500.000 Menschen an einem bösartigen Tumor (Krebs in Deutschland 2019/2020). Für die Zukunft ist hier aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung mit einer weiter ansteigenden Anzahl an Neuerkrankungen zu rechnen.
Ein nicht unerheblicher Anteil, insbesondere der inneren weiblichen Geschlechtsorgane sowie der soliden Tumoren der Bauchhöhle, entwickeln eine Peritonealkarzinose.
Der Begriff Bauchfellkrebs (medizinisch Peritonealkarzinose) beschreibt den Tumorbefall des Bauchfells (Peritoneum). Dieses dünne, seröse Gewebe kleidet die Bauchdecke von innen aus und umgibt die inneren Organe der Bauchhöhle.
Eine Peritonealkarzinose kann primär entstehen – etwa beim seltenen peritonealen Mesotheliom – oder sekundär als Absiedlung anderer Tumoren, insbesondere bei Magenkrebs, Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom), Darmkrebs oder Bauchspeicheldrüsenkrebs.
In vielen Fällen entwickelt sich die Peritonealkarzinose als Zeichen einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung, entweder bereits bei Erstdiagnose oder im Verlauf nach früherer Tumorbehandlung.
Häufigkeit
Etwa 10 % aller Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankungen weisen bereits bei Erstdiagnose eine Peritonealkarzinose auf. Das Risiko steigt bei höheren Tumorstadien, Tumorrezidiven oder Perforationen des Primärtumors.
Symptomatik
Bauchfellkrebs verursacht zu Beginn häufig keine oder nur unspezifische Symptome.
Mögliche Beschwerden sind:
- unspezifische Bauchschmerzen
- Völlegefühl, Appetitlosigkeit
- Verdauungsstörungen oder Verstopfung
- in fortgeschrittenen Stadien: Darmverschluss (Ileus), Harnverhalt (Ischurie) und/oder malignes Bauchwasser (Aszites)
Diagnostik
Die Diagnose einer Peritonealkarzinose erfolgt oft zufällig im Rahmen anderer Operationen, wie z.B. laporaskopischen Hernienoperationen. Spezialisierte Bluttests existieren nicht. Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT können den Verdacht erhärten, sind aber in frühen Stadien oft unauffällig.
Wenn der Verdacht auf eine Peritonealkarzinose besteht, ist eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) das beste Verfahren, um die Diagnose zu sichern. In manchen Fällen ist auch eine offene Operation (Laparotomie) nötig. Dabei wird eine Gewebeprobe (Biopsie) oder zumindest eine Spülprobe zur Untersuchung entnommen. So kann nicht nur die Diagnose bestätigt werden, sondern auch das Ausmaß der Erkrankung bestimmt werden. Dafür wird der sogenannte Peritoneal Cancer Index (PCI-Score) nach Sugarbaker berechnet. Dieser Wert ist für die weitere Therapie und Prognose von Bedeutung.