KLINIK FÜR UROLOGIE
Blasenkrebs
Diagnostik - Therapie - Behandlung
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Klinik für Urologie
Universitätsklinikum Frankfurt
Theodor-Stern-Kai 7
Haus 23 C, Erdgeschoss
60590 Frankfurt am Main
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Prof. Dr. med. Felix K.-H. Chun
Sekretariat Urologie
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Urologie vernetzt – der Patient im Fokus
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Einführung
In Deutschland erkranken ca. 28.000 Menschen jährlich neu an einem Harnblasentumor (Urothelkarzinom der Blase). Das mittlere Erkrankungsalter liegt um die 7. Lebensdekade und ist der zweithäufigste Tumor im Fachgebiet der Urologie.
Auch wenn es viele neue Ansätze hinsichtlich der Diagnostik und Therapie gibt, ist das Urothelkarzinom der Blase ein aggressiver Tumor mit hoher Rezidiv- und Progressionshäufigkeit. Grundsätzlich wird zwischen nicht-muskelinvasivem (oberflächigen) und muskelinvasivem Urothelkarzinom unterschieden.
Behandlungsmethoden
Zystoskopie und Transurethrale Resektion der Blase (TUR-Blase)
Standardverfahren in der Diagnostik ist zunächst eine Blasenspiegelung mit Biopsie bzw. Ausschabung (Resektion) des Tumors. Je nach intraoperativem Befund erfolgt zeitnah im Anschluss eine lokale (in die Blase instillierte) Verabreichung eines Chemotherapeutikums (Mitomycin-C), um das Rezidivrisiko zu senken.
Die Wachstumsmuster von Blasentumoren sind sehr verschieden: Man unterscheidet papilläre (beerenartige) und flächenhafte Tumoren wie das Carcinoma in situ (CIS): eine flache, aber sehr aggressive Tumorform. Da diese zum Teil schwer zu identifizieren sind, können neue Detektionstechniken hinzugezogen werden. Neben der fluoreszenzassistierten photodynamischen Diagnostik ermöglicht der Einsatz von Narrow-Band Imaging (NBI) eine Verbesserung der Detektionsrate im Vergleich zur Weißlichtzystoskopie.
Behandlung eines Nicht-muskelinvasiven Urothelkarzinom der Blase
Sollte im Rahmen der TUR-Blase ein nicht-muskelinvasives Blasenkarzinom diagnostiziert worden sein, hängt die richtige Therapieentscheidung von vielen verschiedenen Faktoren ab. Hier wir ein international anerkannter Score (EORTC Score) angewendet, um die weitere Therapie zu planen. Entscheidend hierfür sind Tumorgröße, Erstbefund oder Rezidivtumor, Vorliegen eines Carcinoma in situ sowie die Aggressivität des Tumors. Anhand dieser Faktoren werden meist folgende mögliche Therapiemöglichkeiten mit Ihnen besprochen:
- Weitere regelmäßige Kontrollen mittels Blasenspiegelungen
- TUR-Nachresektion (die Nachresektion verbessert die diagnostische Genauigkeit in Bezug auf Ausdehnung und Tumorcharakterisierung). Eine Nachresektion sollte innerhalb von 6 Wochen nach der ersten Resektion durchgeführt werden.
- Lokale (in die Blase instillierte) Verabreichung eines Chemotherapeutikums, um das Rezidivrisiko zu senken
- Lokale (in die Blase instillierte) Verabreichung von BCG, um v.A. das Progressionsrisiko zu senken
Behandlung eines muskelinvasiven Urothelkarzinom der Blase (oder Rezidiv-Tumor nach erfolgter BCG-Therapie)
Als Goldstandard bei Vorliegen eines muskelinvasiven Urothelkarzinom der Blase ist die operative Entfernung der Blase (Zystektomie). Hier werden in der Regel die gesamte Blase und unmittelbare Nachbarorgane, beim Mann Prostata und Samenblasen, bei der Frau Gebärmutter und Eierstöcke und Anteile der vorderen Vaginalwand, entfernt. Eine Chemotherapie, die vor der OP durchgeführt wird (neoadjuvant), wird geeigneten Patientinnen und Patienten leitliniengerecht empfohlen.
Entsprechend dem Befund in der Blase und der allgemeinen Situation der Patientinnen und Patienten sind verschiedene harnableitende Verfahren im Rahmen der Zystektomie möglich:
- Kontinente Ableitungen mit Anschluss an die Harnröhre (Neoblase) oder katheterisierbare Pouchformen
- Inkontinente Ableitungen im Sinne eines künstlichen Ausgangs (Harnleiterhautfisteln, Ileum-Conduit)
Wie eine nachgeschaltete Nachsorge des Urothelkarzinoms der Harnblase aussehen sollte, hängt entscheidend vom endgültigen feingeweblichen Befund (Histologie-Ergebnis) ab.
Eine alternative Therapiemöglichkeit bei ausgewählten Patientinnen und Patienten, die für eine Zystektomie nicht infrage kommen, ist die trimodale Therapie. Diese setzt sich aus einer transurethralen Resektion der Blase mit kompletter Resektion des Befundes gefolgt von einer kombinierten Radio-Chemotherapie zusammen. Hierbei ist die enge Zusammenarbeit von Urologinnen, Strahlentherapeuten und Onkologinnen essentiell.
Alle Patientinnen und Patienten mit muskelinvasivem Blasenkarzinom werden unserem multidisziplinären UCT-Tumorboard zusammen mit den Expertinnen und Experten der Onkologie, Strahlentherapie, Pathologie, Radiologie und Nuklearmedizin besprochen, um die optimale Therapie und Nachsorge zusammenzustellen. Während des stationären Aufenthaltes besteht darüber hinaus jederzeit die Möglichkeit, Sozialberater (Anschlussheilbehandlung, Rehabilitation) oder Psychoonkologinnen sowie Stomatherapeuten zu Rate zu ziehen.